{"id":9064,"date":"2015-05-15T23:04:16","date_gmt":"2015-05-15T22:04:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=9064"},"modified":"2015-05-18T09:50:55","modified_gmt":"2015-05-18T08:50:55","slug":"ex-machina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/ex-machina\/","title":{"rendered":"EX MACHINA"},"content":{"rendered":"<p><em>EX MACHINA &#8211; Bundesstart 23.04.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/ex-machina\/ex-machina-2\/\" rel=\"attachment wp-att-9067\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-9067\" title=\"Copyright Universal International Pictures Germany\" alt=\"Ex-Machina-2, Copyright Universal Pictures Germany\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ex-Machina-2.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ex-Machina-2.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ex-Machina-2-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ex-Machina-2-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">In nur zwei Minuten hat der Regie-Deb\u00fctant Alex Garland die Exposition erz\u00e4hlt, und seinen Protagonisten dorthin gebracht, wo er die noch ausstehende Laufzeit verbringen wird. N\u00e4mlich im Kern der Geschichte. Der offensichtliche Programmierer Caleb hat scheinbar eine Lotterie gewonnen. Die raumnahe arbeitenden Kollegen gratulieren ihm begeistert. Es scheint eine Firma interne Lotterie gewesen zu sein, und noch dazu ein gro\u00dfes Ding. Dann fliegt ein Hubschrauber \u00fcber grandiose, unber\u00fchrte Landschaften. &#8222;Wann kommen wir zu seinen L\u00e4ndereien,&#8220; fragt Caleb. Der Pilot l\u00e4chelt, &#8222;wir fliegen schon seit zwei Stunden dar\u00fcber&#8220;. Es ist der erste Dialog in EX MACHINA. Was aus den ersten zwei Minuten nicht vollkommen schl\u00fcssig wurde, wird sp\u00e4ter \u00e4u\u00dferst geschickt in den Dialogen aufgefangen und erkl\u00e4rt. Alex Garland wei\u00df also wie man Geschichten erz\u00e4hlt, wie man eine Handlung strukturiert. Spannung entsteht bei Garland nicht aus der Situation, sondern durch die Erz\u00e4hlform.<!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Caleb wird als einer von ganz wenigen, den Multi-Milliard\u00e4r Nathan kennen lernen. Der Mann, der Zuckerberg gleich, mit IT eine Weltmachtstellung aufbaute, der allerdings auf das maximalste zur\u00fcck gezogen lebt. Caleb hat eine Woche gewonnen zusammen mit Nathan zu verbringen. Doch der eigentliche Grund f\u00fcr einen Gast im Haus, ist die Notwendigkeit nach einem Au\u00dfenstehenden f\u00fcr einen unglaublichen Test. Nathan hat eine K\u00fcnstliche Intelligenz erschaffen. Als einer der findungsreichsten Programmierer in der Firma, soll Caleb testen, ob die K\u00fcnstliche Intelligenz tats\u00e4chlich ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat, oder doch nur programmierte Emotionen nutzt. Ava hei\u00dft der humanoide Roboter mit dem vermeintlich eigenen Bewusstsein. Und Ava macht es Caleb nicht leicht, denn Nathan hat ihr nicht nur eine einnehmende Stimme gegeben, sondern auch ein extrem ansprechendes Gesicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sehr klar strukturiert, teilt Garland seine Geschichte klassisch in drei Teile. Im ersten Akt geht es um die Bewunderung von Caleb gegen\u00fcber Nathan, und die Ann\u00e4herung an das Testobjekt. Der zweite Akt ist eine stringente Abhandlung von philosophischen Fragen und \u00dcberlegungen, bei denen ein zunehmend dem Alkohol verfallender Nathan seinen Gast Caleb unentwegt herausfordert. Der dritte Akt geh\u00f6rt eindeutig der Auseinandersetzung mit dem Konflikt, den sich Caleb ausgesetzt sieht, weil ein Verst\u00e4ndnis gegen\u00fcber einer K\u00fcnstlichen Intelligenz mit eigenem Bewusstsein bisher nie ein Thema war. In den ersten zwei Dritteln wird der Zuschauer mit einer Vielzahl von M\u00f6glichkeiten einer Aufl\u00f6sung konfrontiert. Und es liegt in der Natur des Kinos, dass sich das Publikum f\u00fcr eine sehr offensichtliche Variante entscheidet. Doch gerade im letzten Akt, wo man auf ein Ende hin arbeitet, das unausweichlich scheint, schl\u00e4gt der Film immer wieder unerwartete Haken. Das Ende von EX MACHINA ist eine logische Konsequenz, aber in dieser Form nicht wirklich vorhersehbar.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Immer wieder schafft Alex Garland Ans\u00e4tze, um die eigentlich drei formal getrennten Akte, zu einem stimmigen Ganzen zusammen zu bringen. Da ist zum einen Nathans ungez\u00fcgelter Alkoholkonsum, aber auch die immer wieder, f\u00f6rmlich schreiende Frage, wer in diesem St\u00fcck eigentlich wen manipuliert. Ist es Ava, die Caleb gegen Nathan aufbringen will? Ist es am Ende Nathan, der Caleb glauben lassen will, Ava soll Caleb gegen ihn aufbringen? Oder ist Caleb am Ende gar nicht er selbst, f\u00fcr den er sich als selbstverst\u00e4ndlich gehalten hat. Durchweg gibt das Drehbuch den Protagonisten sehr intelligente Dialoge zum spielen. Es wird philosophiert, und schwadroniert. Und immer wieder wirft eine beantwortete Frage, ein weiteres, ungel\u00f6stes humanistisches Dilemma auf.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">EX MACHINA ist zweifellos ein Kammerspiel. Und solche funktionieren nur \u00fcber ein exzellentes Ensemble. Doch Alex Garland hat ein exzellentes Ensemble zusammen gebracht. Die undurchsichtige Sensualit\u00e4t von Alicia Vikander ist einfach umwerfend. Die verst\u00f6rte Unsicherheit von Gleeson, h\u00e4tte niemand anders so einnehmend vermitteln k\u00f6nnen. Und Oscar Isaacs extrovertierter Erfinder, k\u00f6nnte gar nicht besser die gebotene Paranoia auf den Zuschauer \u00fcbertragen. Dazu gesellt sich nat\u00fcrlich ein sehr feinsinniges Set-Design von Denis Schnegg, welches ausschweifende Lebensstandards mit funktionalen R\u00e4umlichkeiten verbindet. Das alles bindet die Geschichte in eine nicht von der Thematik ablenkenden Umgebung ein, welche das Zukunftsszenario unterstreicht, aber keine eigenst\u00e4ndige Auseinandersetzung herausfordert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Um gr\u00f6\u00dftm\u00f6glich kreativen Spielraum zu erhalten, wollte Alex Garland das Budget auch so gering wie m\u00f6glich halten. Mit l\u00e4cherlichen 13 Millionen Dollar produziert, gelingt es der Geschichte in Form dieser Inszenierung, das Budget vollkommen irrelevant erscheinen zu lassen. Eine Vertriebsfirma wie Universal Pictures, versteht in Sachen Kosten-Nutzen-Faktor schlie\u00dflich keinen Spa\u00df. Und das war im Sinne der Macher auch eine sehr gute Entscheidung. EX MACHINA ist eine sehr intelligente, aber auch durchweg gelungene Auseinandersetzung mit den bis jetzt eigentlich unbeantworteten Fragen, was eine K\u00fcnstliche Intelligenz nicht nur definiert, sondern wie diese in unsere menschlichen Bewusstsein einzuordnen w\u00e4re. Alex Garland hat vor diesem Regie-Deb\u00fct die Drehb\u00fccher unter anderem zu SUNSHINE, 28 DAYS LATER, oder NEVER LET ME GO verfasst. Das sind seine Visitenkarten, die einen sehr genauen Anhaltspunkt geben, wie man EX MACHINA als philosophisches Gedankenspiel einordnen kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/ex-machina\/ex-machina-1\/\" rel=\"attachment wp-att-9066\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9066\" title=\"Copyright Universal International Pictures Germany\" alt=\"Ex-Machina-1, Copyright Universal Pictures Germany\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ex-Machina-1.jpg\" width=\"620\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ex-Machina-1.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ex-Machina-1-200x131.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ex-Machina-1-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: left;\"><em>Darsteller: Domhnall Gleeson, Oscar Isaac, Alicia Vikander, Sonoya Mizuno u.a.<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch &amp; Regie: Alex Garland<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Rob Hardy<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Mark Day<\/em><br \/>\n<em> Musik: Geoff Barrow, Ben Salisbury<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Mark Digby<\/em><br \/>\n<em> Gro\u00dfbritannien \/ 2015<\/em><br \/>\n<em> 108 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Universal Pictures Germany<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EX MACHINA &#8211; Bundesstart 23.04.2015 In nur zwei Minuten hat der Regie-Deb\u00fctant Alex Garland die Exposition erz\u00e4hlt, und seinen Protagonisten dorthin gebracht, wo er die noch ausstehende Laufzeit verbringen wird. 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