{"id":9076,"date":"2015-05-01T22:36:13","date_gmt":"2015-05-01T21:36:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=9076"},"modified":"2015-05-02T16:24:47","modified_gmt":"2015-05-02T15:24:47","slug":"the-gunman-schiesst-daneben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/the-gunman-schiesst-daneben\/","title":{"rendered":"THE GUNMAN schie\u00dft daneben"},"content":{"rendered":"<p><em>THE GUNMAN &#8211; Bundesstart 23.04.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/big-eyes\/gunman-1\/\" rel=\"attachment wp-att-9073\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-9073\" title=\"Copyrigh StudioCanal \/ The Weinstein Company\" alt=\"Gunman-1, Copyrigh StudioCanal \/ The Weinstein Company\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Gunman-1.jpg\" width=\"250\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Gunman-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Gunman-1-135x200.jpg 135w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Gunman-1-202x300.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Jean-Patrick Manchette k\u00f6nnte man durchaus als franz\u00f6sischen Gegenpart zu Hammet und Chandler bezeichnen. Wenngleich Manchette wesentlich sp\u00e4ter geboren wurde, dem geschuldet auch erst 1969 seinen ersten Roman ver\u00f6ffentlichte. Daf\u00fcr gab er dem franz\u00f6sischen Kriminalroman einen neuen Schub. Trotzig, knapp und brutal. Allerdings blieb sein schriftstellerischer Aussto\u00df \u00fcbersichtlich. Gerade elf Romane schrieb Jean-Patrick Manchette, und k\u00fcmmerte sich ansonsten um seine Comic-Kreationen, ver\u00f6ffentlichte Filmkritiken, oder verfasste Drehb\u00fccher. Seine Romane waren stets Brutst\u00e4tten f\u00fcr finstere Gestalten, und eine Herausforderung f\u00fcr den franz\u00f6sischen Film, welche zum Beispiel Alain Delon gerne annahm. KILLER STELLEN SICH NICHT VOR war eine Adaption von Manchette. Schon ein Jahr sp\u00e4ter gab Delon sogar seinen Regie-Einstand, einschlie\u00dflich Hauptrolle, mit der Verfilmung von RETTE DEINE HAUT, KILLER. Bereits ein weiteres Jahr sp\u00e4ter machte Alain Delon dann DER SCHOCK, seine Regie-Mitarbeit wurde allerdings nicht aufgef\u00fchrt. DER SCHOCK basierte auf Manchettes Roman &#8218;Position: Anschlag liegen&#8216;. Ein Roman, dem es auch Sean Penn angetan hatte.<\/span>\u00a0 <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Selbstredend hat die Vorlage eine enorme Modernisierung erfahren. Das hat seine Vor- und Nachteile. Ein Nachteil ist, dass sich durch die \u00dcberarbeitung die Geschichte tiefgr\u00fcndiger und intellektueller gibt, als es die Aufl\u00f6sung am Ende hergibt. Der Vorteil liegt eindeutig in den sich steigernden Spannungssequenzen. Denn es ist nicht leicht f\u00fcr Jim Terrier, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Acht Jahre vorher hat er mit einem S\u00f6ldner-Team einen Minister der Demokratischen Republik Kongo ermordet, der f\u00fcr den Minenabbau verantwortlich war. Zuerst untergetaucht, ist Terrier nun in den Kongo zur\u00fcck gekehrt, um sich bei einer Hilfsorganisation n\u00fctzlich zu machen. Seine Geliebte sowie seine S\u00f6ldner-Kollegen hat er seit dem Anschlag nicht mehr gesehen. Was er jetzt \u00e4ndern muss, denn unvermittelt macht man Jagd auf Terrier, was eindeutig im Bezug zu dem damaligen Auftrag steht. Nur m\u00fchsam kann er sich dem immer enger werdenden Netz von H\u00e4schern entziehen, was es nicht einfacher macht, die Wahrheit heraus zu finden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Regisseur Pierre Morel tummelte sich vorwiegend im Fernsehen, ist aber im Kino wirklich kein Unbekannter. Mit dem Parkour-Actionthriller DISTRICT B13 feierte er einen fulminanten Einstand, um dann mit 96 HOURS und FROM PARIS WITH LOVE in die eher typischen Luc-Besson-Fahrwasser abzudriften. FROM PARIS hatte einen\u00a0 \u00fcberdrehten John Travolta, der denn Film ruinierte. 96 HOURS hatte einen Liam Neeson, der das Niveau des Films immens steigerte. Konnte sich nach Neesons \u00fcberzeugenden Auftritten als in die Jahre gekommener Action-Held, auch Kevin Costner in 3 DAYS TO KILL eine glaubhafte Scheibe vom Krawall-Kino abschneiden, sollte man es dem 55 j\u00e4hrigen Sean Penn ebenfalls noch zutrauen k\u00f6nnen. Und genau so ist es. War das Action-Genre bisher nicht Sean Penns gro\u00dfe Leidenschaft, hat er mit THE GUNMAN genau seinen Stoff gefunden. Nicht nur dass ein eher einfach gestrickter Stoff wie dieser, einen glaubw\u00fcrdigen Charakterdarsteller gut vertragen kann. Auch physisch behauptet sich Penn, dass gar keine Zweifel an der k\u00f6rperlichen Tauglichkeit aufkommt. Morel inszeniert ihn dabei in Action- und Charakterszenen sehr ausgewogen, um f\u00fcr den Film die bestm\u00f6gliche Ausbeute aus einem Mann wie Sean Penn zu gewinnen. Und genau das ist das eigentliche Problem mit THE GUNMAN.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Geschichte ist viel zu aufdringlich inszeniert und konstruiert. Man sp\u00fcrt f\u00f6rmlich die Bem\u00fchungen, Penn als Person im Zentrum zu halten. Die Handlung verliert sich dann schnell im Gew\u00f6hnlichen. Die Motivation f\u00fct Terrier in den Kongo zur\u00fcck zu kehren, bleibt komplett au\u00dfen vor. Und hat sich die Geschichte spannend und verzwickt aufgebaut, und ihren konspirativen H\u00f6hepunkt erreicht, f\u00e4llt die Aufl\u00f6sung zur\u00fcck in ein altes, sehr abgedroschenes Klischee pers\u00f6nlicher Befindlichkeit, welche mit dem gro\u00dfen Ganzen \u00fcberhaupt nichts mehr zu tun hat. Zudem entwickelt sich das Ende in eine Richtung, welche den Kern der Handlung in Frage stellt. Denn in diesem Moment wird klar, dass es mehr Sinn gemacht h\u00e4tte, Jim Terrier einfach in Ruhe zu lassen. Kein Zweifel, dass es immer wieder Vergn\u00fcgen bereitet, wie der ehemalige S\u00f6ldner seine H\u00e4scher austrickst, sie mit ihren eigenen Waffen schl\u00e4gt, sich stets als \u00fcberlegen pr\u00e4sentiert. Aber das ist es, was Luc Besson schon seit Jahren in Serie produziert. Und dabei ist THE GUNMAN noch nicht einmal ein Luc-Besson-Film. Und doch wird das Spektakel vor die Logik gesetzt. Das geht soweit, dass ein Mann wie Idris Elba mit seiner Figur zur blo\u00dfen Statistenrolle verkommt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sean Penn war bei THE GUNMAN Produzent, hat am Drehbuch mitgeschrieben, und gab sich die Hauptrolle. Ein Mann mit seiner Erfahrung, seinem Lebenslauf, der h\u00e4tte es besser wissen m\u00fcssen. Da w\u00e4re viel mehr m\u00f6glich gewesen. THE GUNMAN ist ein sehr unterhaltsamer Film, der allerdings \u00fcber eine durchschnittliche Kameraarbeit und einen obligatorischen Schnitt nicht hinaus kommt. Der dem Genre zugeneigten Action-Freund wird ein gewisses Gefallen an GUNMAN finden. Aber mehr Tiefgang und eine intelligentere Aufl\u00f6sung w\u00e4re ohne weiteres m\u00f6glich gewesen. Auch wenn Jean-Patrick Manchettes Vorlage nicht mehr hergegeben h\u00e4tte. Aber man hat sich ohnehin schon so weit vom Roman entfernt, dass darin keine Erkl\u00e4rung zu finden w\u00e4re. Wenn man einem wirklich spannenden und interessanten Film einfach anmerkt, dass er trotz allem seine M\u00f6glichkeiten nicht aussch\u00f6pft, dann ist das einfach \u00e4rgerlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/big-eyes\/gunman-2\/\" rel=\"attachment wp-att-9074\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-9074\" title=\"Copyrigh StudioCanal \/ The Weinstein Company\" alt=\"Gunman-2, Copyrigh StudioCanal \/ The Weinstein Company\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Gunman-2.jpg\" width=\"640\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Gunman-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Gunman-2-200x127.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Gunman-2-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Sean Penn, Jasmine Trinca, Javier Bardem, Idris Elba, Ray Winstone, Mark Rylance u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Pierre Morel<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Sean Penn, Pete Travis, Don MacPherson<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Flavio Martinez Labiano<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Fr\u00e9d\u00e9ric Thoraval<\/em><br \/>\n<em> Musik: Marco Beltrami<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Andrew Laws<\/em><br \/>\n<em> Spanien &#8211; Gro\u00dfbritannien &#8211; Frankreich \/ 2015<\/em><br \/>\n<em> 115 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte:<strong> StudioCanal \/ The Weinstein Company<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE GUNMAN &#8211; Bundesstart 23.04.2015 Jean-Patrick Manchette k\u00f6nnte man durchaus als franz\u00f6sischen Gegenpart zu Hammet und Chandler bezeichnen. 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