{"id":9084,"date":"2015-05-07T00:50:08","date_gmt":"2015-05-06T23:50:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=9084"},"modified":"2015-05-05T22:47:41","modified_gmt":"2015-05-05T21:47:41","slug":"der-babadook","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/der-babadook\/","title":{"rendered":"DER BABADOOK"},"content":{"rendered":"<p><em>THE BABADOOK &#8211; Bundesstart 07.05.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/der-babadook\/babadook-1\/\" rel=\"attachment wp-att-9086\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-9086\" title=\"Copyright Capelight Pictures \/ Central\" alt=\"Babadook-1, Copyright Capelight Pictures \/ Central\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Babadook-1.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Babadook-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Babadook-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Babadook-1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><em>Die Besprechung basiert auf der englischen DVD-Fassung<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Viel Neues kann Jennifer Kent in ihrem Spielfilm-Deb\u00fct dem Zuschauer nicht bieten. Und doch zeigt DER BABADOOK immer wieder ein gewisses Etwas, was ihn zu einem der angesehensten Horrorfilme der letzten Jahre werden lie\u00df. Oberfl\u00e4chlich gesehen scheint dieses Lob nicht nur \u00fcbertrieben, sondern \u00fcberhaupt nicht gerechtfertigt. Ein alleinerziehende Mutter, die ihren Mann bei einem Unfall verloren hat. Ein Kind, das von Monstern unter dem Bett \u00fcberzeugt ist. Die ersten, noch nicht ernst zu nehmenden Anzeichen eines \u00fcbernat\u00fcrlichen Eindringlings. Schlie\u00dflich der aussichtslos scheinende Kampf gegen den Terror. Und dann eine Aufl\u00f6sung mit Mitteln, wie sie lange vorhergesagt, aber zuerst als Unsinn abgetan wurden. Jennifer Kent reiht die Standards aneinander, welche schon lange die Eckpfeiler von oft gesehener, aber solider Grusel-Unterhaltung bilden. <!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Amelia lebt mit Sohn Samuel alleine in einem gro\u00dfen Haus. Der Kindsvater verstarbt bei einem Unfall, als er die werdende Mutter ins Krankenhaus fuhr. Seinen Tod hat Amelia nie richtig verarbeitet, was sie zum Stress in der Arbeit und einem stets nervenden Kind, zunehmend verzweifelter werden l\u00e4sst. Doch als Amelia Samuel aus dem ihr unbekannten Kinderbuch &#8218;Der Babadook&#8216; vorlesen soll, kippt die Situation endg\u00fcltig. Das Buch scheint wie eine Beschw\u00f6rung, um den b\u00f6sen Geist Babadook einzuladen. Sam, der ohnehin panische Angst vor\u00a0 Monstern und Geistern hat, flippt vollkommen aus. Erschrocken zerrei\u00dft Amelia das Buch, nur um es am n\u00e4chsten Tag wieder intakt auf der T\u00fcrschwelle zu finden. Aber da ist es sowieso schon zu sp\u00e4t. Etwas ist im Haus. Jemand hat dem Babadook Einlass gew\u00e4hrt, so wie es auch das Buch vorschreibt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Jennifer Kent muss sich in ihrer Inszenierung gefallen lassen, dass sich die Handlung sehr viel Zeit nimmt, bevor der Freund des gepflegten Grusel langsam in\u00a0 Stimmung versetzt wird. Aber blickt man nur unwesentlich tiefer, dann hat dies durchaus eine notwendige Berechtigung. Sehr stimmungsvoll, und wirklich unheimlich sind dagegen die Terror-Sequenzen des Babadook inszeniert. Kent verzichtet weitgehend auf pl\u00f6tzliche Schockmomente, oder laute Toneffekte. Und wenn sie doch zum Einsatz kommen, dann nicht des reinen Effektes Willen, sondern um die Atmosph\u00e4re noch zu verdichten. Der Babadook allerdings, dieses liebliche Wesen aus einem Kinderbuch, der ist in langen Einstellungen inszeniert. Lange anhaltende Blicke in die dunklen Winkel der Zimmer und G\u00e4nge, aus denen sich langsam ein Schatten heraus zu arbeiten beginnt. Wenn sich der Bababdook das erste mal zeigt, ist das wirkliche G\u00e4nsehaut. Da gibt es keine erl\u00f6sende Zwischenschnitte, oder Ger\u00e4usche. Es ist dieser lang anhalten Blick auf eine T\u00fcr, der zunehmend unertr\u00e4glich wird, weil der Geist sich Zeit nimmt, bis er sich zeigt. Und auch dann sieht man ihn nur schemenhaft, niemals konkret. Hier ist eine Erkl\u00e4rung zu finden, was THE BABADOOK f\u00fcr Genre-Freunde so besonders macht. Nicht Schnittfolge und Tonebene geben das Horror-Szenario vor, sondern die Konzentration des Zuschauers auf ein Bild.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Aber THE BABADOOK ist etwas vielschichtiger, als nur ein Horrorfilm im Kabinett der Geisterhaus-Geschichten. Viel vorweg nehmen darf man nicht, um nicht den Spa\u00df am r\u00e4tseln und rekapitulieren zu nehmen. Denn eine trauernde Mutter und ein daran verzweifelnder Sohn, das l\u00e4sst viel Raum zum spekulieren. Immer wieder betont Samuel gegen\u00fcber seiner Mutter, dass er sie liebt, und das er von ihr geliebt werden m\u00f6chte. Und wer, oder was ist der Babadook wirklich? Geist oder Manifestation von Gef\u00fchlen. Ganz unmissverst\u00e4ndlich zeigt Jennifer Kent nicht nur eine einfache Grusel-M\u00e4r, sondern die offensichtliche Allegorie auf gegebene Lebensumst\u00e4nde. Das verhallt oftmals am dramatischen Overkill der Handlung, die sich nicht im entscheidenden Moment zur\u00fcck nehmen kann, sondern eher \u00fcberzieht. Das Schicksal des Familienhundes, ist exemplarisch daf\u00fcr, dass durch solche Sequenzen der Hintersinn sehr schnell aus der Sicht ger\u00e4t. Denn im Nachhinein bleibt es sehr fragw\u00fcrdig, wie so eine Szene in den Kontext der eigentlichen Aussage gesetzt werden kann. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Grunds\u00e4tzlich kann man THE BABADOOK als durchaus gelungenen Horrorfilm sehen, der durch seine Pr\u00e4misse sehr aufgewertet wird, und mit aktuell einem eher unkonventionellen Inszenierungsstil zu \u00fcberzeugen versteht. Aber man muss trotz allem gro\u00dfe Vorsicht walten lassen. THE BABADOOK ist der Film mit dem wohl nervt\u00f6tendsten Charakter, den die Filmwelt wohl seit langem heimgesucht hat. Noah Wiseman als Samuel spielt grunds\u00e4tzlich nicht schlecht, wie Jennifer Kent ihn allerdings als Figur inszeniert, ist nicht einfach nur gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, es ist eine nervliche Herausforderung. Ununterbrochen schreit Samuel seine S\u00e4tze hinaus, wiederholt mit seinem lauten Organ immer und immer wieder seine die Erwachsenen unterbrechenden Worte. Sollte jemand das Kino verlassen, oder das Heimkino abschalten, weil er Samuel nicht ertr\u00e4gt, dann ist das in jeder Hinsicht nachvollziehbar. Ansonsten, Jennifer Kent hat dem Horrorfilm nicht wirklich etwas Neues hinzu zu f\u00fcgen, aber es ist reichlich abwechslungsreicher Grusel f\u00fcr sehr unterhaltsame 90 Minuten gegeben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/der-babadook\/babadook-2\/\" rel=\"attachment wp-att-9087\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9087\" title=\"Copyright Capelight Pictures \/ Central\" alt=\"Babadook-2, Copyright Capelight Pictures \/ Central\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Babadook-2.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Babadook-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Babadook-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Babadook-2-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Essie Davis, Noah Wiseman, Daniel Henshall, Hayley McElhinney, Barbara West, Benjamin Winspear, Cathy Adamek u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie &amp; Drehbuch: Jennifer Kent<\/em><em><\/em><br \/>\n<em> Kamera: Radek Ladczuk<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Simon Njoo<\/em><br \/>\n<em> Musik: Jed Lurzel<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Alex Holmes<\/em><br \/>\n<em> Australien &#8211; Kanada \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 93 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte:<strong> Capelight Pictures \/ Central<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE BABADOOK &#8211; Bundesstart 07.05.2015 Die Besprechung basiert auf der englischen DVD-Fassung Viel Neues kann Jennifer Kent in ihrem Spielfilm-Deb\u00fct dem Zuschauer nicht bieten. 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