{"id":9507,"date":"2015-08-10T06:00:41","date_gmt":"2015-08-10T05:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=9507"},"modified":"2015-08-09T21:57:22","modified_gmt":"2015-08-09T20:57:22","slug":"true-story-james-franco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/true-story-james-franco\/","title":{"rendered":"TRUE STORY &#8211; Nach einem wahren Verbrechen"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=9500\" rel=\"attachment wp-att-9500\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-9500\" alt=\"True-Story-1, Copyright Twentieth Century Fox of Germany\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/True-Story-1.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" \/><\/a>TRUE STORY &#8211; Bundesstart 06.08.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dies ist die wahre Geschichte von Michael Finkel. Ein investigativer Reporter bei der New York Times, bis ihn ein schlecht verfasster Artikel den Job kostet. Etwa zu dieser Zeit, lernen sich in Mexiko ein Mann und eine Frau beim Stadtbummel kennen. Er hei\u00dft Michael Finkel, und ist Reporter bei der New York Times. Wer die wahre Geschichte von Michael Finkel nicht kennt, der erlebt hiermit den spannendsten und ungew\u00f6hnlichsten Einstieg in einen Film seit langem. Aber das R\u00e4tsel l\u00f6st sich schnell auf, aber der Film verliert nicht an seiner suggestiven Spannung. Dieser Einstieg ist lediglich der Grundstein f\u00fcr ein psychologisches Katz- und Maus-Spiel der besonderen Art. Finkel erf\u00e4hrt von Christian Longo, einem Mann, der seine Frau und die drei gemeinsamen Kinder ermordet haben soll. Auf seiner Flucht, hat Longo die Identit\u00e4t von Christian Finkel angenommen. \u00a0<!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was Regisseur Rupert Goold mit seinem Film-Debut pr\u00e4sentiert, ist ein sehr dichtes Kammerspiel. Er verdichtet die Handlung auf die Figuren, wo sich besonders Humorgarant Jonah Hill erneut als wirklich ernst zunehmender Charakterdarsteller beweisen kann. Nur bei James Franco wird man das Gef\u00fchl nicht los, dass er sich irgendwie in den PINEAPPLE-EXPRESS-Modus versetzt hat. Sein stets leerer Blick, wirkt irgendwie unpassend zum Charakter von Christian Longo. Ein Mann, dem die Manipulation seiner Umgebung mit in die Wiege gelegt worden war. Aber Goold l\u00e4sst dennoch Masanobu Takayanagis Kamera immer dicht bei den Charakteren bleiben. Lange, schnittlose Einstellungen der Darsteller intensivieren die Spannung zwischen Figuren. Selbst au\u00dferhalb der Dialogsequenzen, reduziert sich die Kamera auf das Wesentliche im Bild. Das macht zum Beispiel auch die Szene mit dem Teddyb\u00e4ren besonders schockierend, der im Zeitlupen-Fall erst viel sp\u00e4ter preis gibt, wo er eigentlich hinfallen wird. Das Drehbuch setzt solche Bilder schon sehr fr\u00fch an. Sie bleiben beim Zuschauer haften. Und sie haben schon den Ton gesetzt, wenn man die betroffenen Personen kennen lernt, oder versucht hinter deren Geheimnis zu kommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">TRUE STORY verwehrt sich dem\u00a0 Offensichtlichen. Lange Zeit bleibt unklar, worauf der Film hinauslaufen wird. Das versteht Drehbuch und Regie \u00e4u\u00dferst geschickt. Was f\u00fchrt Michael Finkel wirklich im Schilde. Was treibt den ohnehin verlorenen Christian Longo tats\u00e4chlich an. Ist am Ende doch eine \u00fcberraschende Wendung m\u00f6glich. Ausgerechnet hier verliert der Film immer wieder seinen Halt. So spannend und unvorhersehbar Goold sein Publikum unterh\u00e4lt, es gelingt ihm nicht zu vermittelt, warum Longo so geschickt und konsequent seine gesamte Umwelt manipuliert. Finkel selbst bringt es zur Sprache, und selbst der Richter spricht den Delinquenten darauf an, aber dem Publikum bleibt die eigene Erfahrung verwehrt. Die Strategie in Longos eigener Verteidigung, ist die Verwirrung seines engsten Kreises, sowie der Geschworenen. So wird das Publikum immer wieder \u00fcber die Erfahrungen der Betroffenen informiert, kann diese Situationen allerdings nicht selbst erfahren. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In einer Szene erkl\u00e4rt Longo dem Richter sein Verhalten in einer gewissen Situation, was Longo im exakten Wortlaut von Finkel aus einem ganz anderen Zusammenhang entlocken konnte. Es h\u00e4tte viel mehr solcher Szenen gebraucht, um Christian Longo immer wieder auch f\u00fcr den Zuschauer zu entlarven. TRUE STORY ist ein sehr spannendes, und faszinierendes Kammerspiel. Aber er hat eben auch Momente, die aufzeigen, dass es noch eine Spur besser, einnehmender, und f\u00fcrchterlicher sein k\u00f6nnte. Dennoch bietet TRUE STORY erstklassiges Charakterkino, das unter die Haut geht. Auch Michael Finkel hat schon einmal einen Artikel f\u00fcr die New York Times so verfasst, dass man ihm Manipulation unterstellen konnte. Er blieb der bessere Mensch, aber war sein Tun deswegen soviel anders, wie das von Christian Longo? Was beide taten, waren keine Akte von B\u00f6sartigkeiten, sondern von Charakterzeichnung. Und wie die Schrift am Ende des Films proklamiert, trafen sich die wahren Personen der wahren Geschichte, noch weit \u00fcber die im Film gezeigten Ereignisse hinaus immer wieder. War am Ende Christian Longo der zum Selbstzweck manipulativ handelte, von dem sein vermeintliches Opfer Michael Finkel doch am meisten profitierte? Dies ist keine Geschichte von Gut und B\u00f6se, sondern von grauen Verl\u00e4ufen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=9501\" rel=\"attachment wp-att-9501\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9501\" title=\"Copyright Twentieth Century Fox of Germany\" alt=\"True-Story-2, Copyright Twentieth Century Fox of Germany\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/True-Story-2.jpg\" width=\"640\" height=\"401\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Jonah Hill, James Franco, Felicity Jones, Maria Dizzia, Ethan Suplee, Connor Kikot u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Rupert Goold<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Rupert Goold, David Kajganich<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Masanobu Takayanagi<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Nicolas De Toth, Christopher Tellefsen<\/em><br \/>\n<em> Musik: Marco Beltrami<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Jeremy Hindle<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2015<\/em><br \/>\n<em> 99 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Twentieth Century Fox of Germany<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TRUE STORY &#8211; Bundesstart 06.08.2015 Dies ist die wahre Geschichte von Michael Finkel. 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