{"id":9685,"date":"2015-09-12T06:00:01","date_gmt":"2015-09-12T05:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=9685"},"modified":"2025-03-11T23:44:51","modified_gmt":"2025-03-11T22:44:51","slug":"drive-in-ein-stahlharter-mann-hard-times","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/drive-in-ein-stahlharter-mann-hard-times\/","title":{"rendered":"Drive-In: EIN STAHLHARTER MANN"},"content":{"rendered":"<h6 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/drive-in-cant-stop-the-music\/drive-in-theater\/\" rel=\"attachment wp-att-9437\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-9437\" alt=\"Drive-In-Theater\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Drive-In-Theater.jpg\" width=\"200\" height=\"284\" \/><\/a>In unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden werden hier Filme f\u00fcr das Wochenende vorgestellt, die vielleicht die ein oder andere Erinnerung wecken, oder als Inspiration f\u00fcr einen gem\u00fctlichen Abend dienen k\u00f6nnen. Wie der Titel der Reihe schon andeutet, werden hier selten kulturhistorische Filme besprochen, sondern Werke, die ihre Berechtigung dort fanden, wo das Autokino seiner Bestimmung nachging.<\/h6>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>HARD TIMES\u00a0 &#8211; Bundesstart 12. September 1975<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/drive-in-ein-stahlharter-mann-hard-times\/hard-times-2\/\" rel=\"attachment wp-att-9687\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-9687\" title=\"Copyright Columbia Pictures\" alt=\"Hard-Times-2, Copyright Columbia Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hard-Times-2.jpg\" width=\"200\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hard-Times-2.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hard-Times-2-134x200.jpg 134w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hard-Times-2-201x300.jpg 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Bei der Premiere von EIN STAHLHARTER MANN ist Charles Bronson bereits 54 Jahre alt. Schon ein paar Jahre sp\u00e4ter, wird dies schon nicht mehr m\u00f6glich sein. Ein immer j\u00fcnger werdendes Zielpublikum muss auch junge Identifikationsfiguren auf der Leinwand sehen. Erst im neuen Jahrtausend wird es zu einem r\u00fcckw\u00e4rtigen Trend kommen. Dann gibt es Schauspieler wie Tom Cruise, die weit \u00fcber die F\u00fcnfzig Action-Rollen spielen. Oder gar ein Liam Neeson, der mit \u00fcber Sechzig noch mit klarer physischer Pr\u00e4senz \u00fcberzeugt. Was dann selbst das junge Publikum auch wieder annehmen wird. Aber 1975 ist das Kino noch immer im Umbruch. Der Drehbuchautor Walter Hill hat schon auf sich aufmerksam gemacht. Er verfasste f\u00fcr Steve McQueen den Klassiker GETAWAY, und den Thriller MAKINTOSH MAN f\u00fcr Paul Newman. Walter Hill hat ein extrem gutes Gesp\u00fcr f\u00fcr Erz\u00e4hlungen, weswegen ein Regie-Deb\u00fct nur eine Frage der Zeit war. \u00a0 <!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Chaney kommt 1933 nach New Orleans, ein stiller, verschlossener Stra\u00dfenk\u00e4mpfer. Die Depression hat das Land fest im Griff, nicht aber Speed, ein windiger Manager, der sofort Chaneys Talent erkennt. Sie tun sich zusammen, aber der stoische Boxer macht klar, nur solange, bis er eine bestimmte Summe zusammen gewonnen hat. Scheinbar kein Problem f\u00fcr Speed, der sich von lokalen Gangstergr\u00f6\u00dfen viel Geld leiht, um Chaney bei den Wetten besser platzieren zu k\u00f6nnen. Doch Finanzen sind nicht Speeds St\u00e4rke, und so verspielt er alle Gewinne am Spieltisch, was nicht nur ihn, sondern auch Chaney in gro\u00dfe Schwierigkeiten bringt. Denn der Mob holt sich, was ihm geh\u00f6rt. Irgendwie.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Noch immer ist das Kino im Umbruch. Der Production-Code ist aufgehoben, die jungen Filmemacher haben das neue Hollywood etabliert, Filme werden direkter und radikaler. Walter Hill setzt sein Regie-Deb\u00fct mit einer Mischung aus verstaubter Inszenierung und moderner Extreme um. Den alten Teil \u00fcbernimmt Philip Lathrops sehr schlichte Kameraf\u00fchrung, und die extrem artifiziell anmutende Ausleuchtung. In weiten Teilen sieht der STAHLHARTE MANN aus, wie ein Film, der genauso gut in den Sechzigern gedreht sein k\u00f6nnte. Doch ist der Film in erster Linie ein Film, bei dem es um die Schauwerte geht. Und das sind nat\u00fcrlich die barh\u00e4ndigen Boxk\u00e4mpfe. Und das ist relativ neu f\u00fcr Hollywood, wo Brutalit\u00e4t um ihrer selbst willen inszeniert wird. Der Hongkong-Film macht es seit geraumer Zeit schon vor, und Hill hat darin ein sehr gutes Vorbild gefunden. Bryan Gindoff und Bruce Henstell haben zuerst die Geschichte entwickelt und geschrieben, aber Hill gibt der Handlung nach einigen \u00dcberarbeitungen seinen ganz eigenen Stil. Man wird es sp\u00e4ter sehen, wenn er WARRIORS oder DRIVER in die Kinos bringt. Es ist eine Geschichte, auf das Notwendigste herunter gebrochen, mit einem Helden, der keine Worte braucht. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und die Faustk\u00e4mpfe haben es wirklich in sich. Die Darsteller werden nicht durch den Schnitte gerettet, oder intensiver inszeniert. In Bild und Schnitt m\u00fcssen sich die Darsteller beweisen, und tats\u00e4chlich zeigen, was sie vorgeben zu tun. Und das sieht oftmals sehr schmerzhaft aus. Roger Spottiswoode hat EIN STAHLHARTER MANN geschnitten. Es ist der letzte Film, den der Drei\u00dfigj\u00e4hrige geschnitten hat. In f\u00fcnf Jahren wird er als Regisseur selbst ins Action-Fach einsteigen. St\u00f6rend ist vielleicht James Coburns leicht \u00fcberdrehtes Spiel, das man ebenfalls leicht in den Sechzigern ansiedeln k\u00f6nnte. Aber da ist in erster Linie nat\u00fcrlich Charles Bronson. Niemand anderem nimmt man den schweigsamen Anti-Helden mit seiner stoischen Gelassenheit so dankbar ab, wie Bronson. Laut Drehbuch hat er weniger als 500 Worte zu reden. Das sind immer noch mehr, als in SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, aber dennoch ein exzellentes Beispiel, \u00fcber wie viel Pr\u00e4senz man verf\u00fcgen muss, um einen Charaktere dennoch glaubw\u00fcrdig und interessant zu halten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Charles Bronson war bei den Dreharbeiten 53 Jahre alt, und demonstriert eine unglaubliche Physis. In den Achtzigern und Neunzigern wird man einen wesentlich j\u00fcngeren Darsteller nehmen, mit dem sich die angesprochene Jugend auch identifizieren kann. Witzig dabei, dass zuerst der drei\u00dfigj\u00e4hrige Jan-Michael Vincent f\u00fcr die Rolle des STAHLHARTEN MANNes vorgesehen war. Noch witziger, dass Vincent und Bronson drei Jahre vorher zusammen als Sch\u00fcler und Mentor in KALTER HAUCH aufgetreten waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/drive-in-ein-stahlharter-mann-hard-times\/hard-times-3\/\" rel=\"attachment wp-att-9688\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9688\" title=\"Copyright Columbia Pictures\" alt=\"Hard-Times-3, Copyright Columbia Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hard-Times-3.jpg\" width=\"640\" height=\"319\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hard-Times-3.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hard-Times-3-200x99.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hard-Times-3-300x149.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller:<strong> Charles Bronson, James Coburn, Strother Martin, Margaret Blye, Jill Irland, Bruce Clover, Robert Tessier<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Walter Hill<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Walter Hill, Bryan Gindoff, Bruce Henstell<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Philip H. Lathrop<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt:<strong> Roger Spottiswoode<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>Barry De Vorzon<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Trevor Williams, Dennis Peeples<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> USA<\/strong> \/ 1975<\/em><br \/>\n<strong><em> 93 Minuten<\/em><\/strong><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Columbia Pictures<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden werden hier Filme f\u00fcr das Wochenende vorgestellt, die vielleicht die ein oder andere Erinnerung wecken, oder als Inspiration f\u00fcr einen gem\u00fctlichen Abend dienen k\u00f6nnen. 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