{"id":9739,"date":"2015-09-10T06:00:56","date_gmt":"2015-09-10T05:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=9739"},"modified":"2015-09-08T21:42:09","modified_gmt":"2015-09-08T20:42:09","slug":"kill-the-messenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/kill-the-messenger\/","title":{"rendered":"KILL THE MESSENGER"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=9734\" rel=\"attachment wp-att-9734\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-9734\" title=\"Copyright  Universal Pictures Germany\" alt=\"Kill-Messenger-1, Copyright  Universal Pictures Germany\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Kill-Messenger-1.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Kill-Messenger-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Kill-Messenger-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Kill-Messenger-1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>KILL THE MESSENGER &#8211; 10.09.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #800000;\">Die Besprechung beruht auf der amerikanischen BluRay-Fassung<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Am 10. Dezember 2004 wird der Journalist Gary Webb tot aufgefunden. Die Beh\u00f6rden stellen noch vor Beendigung der Untersuchung klar Selbstmord fest. Webb hatte sich zweimal in den Kopf geschossen. Der ehemalige Reporter der San Jose Mercury News h\u00e4tte vielleicht sogar gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr gehabt. \u00dcber Jahre hinweg fand Gary Webb keine Anstellung mehr, seine Frau hatte sich von ihm getrennt, und die Hypotheken konnte er nicht mehr bezahlen. Zudem war er in psychiatrischer Behandlung. Aber Webb hatte gerade zu diesem Zeitpunkt noch Gro\u00dfes vor. Er arbeitete an einem Buch und einer Dokumentation, die seine Arbeit bei Mercury News untermauern und beweisen sollten. 1996 machte der investigative Journalist auf sich aufmerksam, als er in einer Artikel-Serie beweisen wollte, dass die CIA mit Drogengeldern den Kampf der Contras gegen die Regierung in Nicaragua finanzierte.\u00a0 <!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auf eine Gerichtsverhandlung gegen Danilo Blandon wegen Drogenhandels aufmerksam geworden, beginnt Gary Webb selbst zu recherchieren. Erst sp\u00e4ter wird Webb bewusst, dass Blandon durch seine journalistische T\u00e4tigkeit einen Freispruch bekam, und er nur vor den Karren gespannt worden war. Und dennoch ist etwas faul an der Sache, was Webb umtriebig werden l\u00e4sst. Er findet merkw\u00fcrdige Verbindungen, welche den amerikanischen Geheimdienst und die Drogenproblematik in Los Angeles zusammen bringen. Sp\u00e4ter findet er noch Spuren, die nach Nicaragua f\u00fchren. Webb kann seine Chefin \u00fcberreden eine Artikelserie zu bringen, welche als Dark Alliance bekannt werden wird. Anstatt die Geschichte aufzugreifen, gehen die gro\u00dfen Zeitungen gegen die Enth\u00fcllungen an. Federf\u00fchrend New York Times, Washington Post und Los Angeles Times, zweifeln an dem f\u00fcr sie unbedeuteten Journalisten wie Gary Webb und einem minderen Blatt wie den Mercury News, und einer Geschichte in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung. Webb sieht sich nicht nur dem Druck der Staatsm\u00e4chte ausgesetzt, die auch unverhohlen seine Familie bedrohen, sondern seine gesamte Arbeit wird von anderen Zeitungen und Medien in Frage gestellt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit KILL THE MESSENGER kann sich Jeremy Renner ausgezeichnet aus dem Schatten der Marvel-Verfilmungen heraus spielen, der ihn bisher trotz THE HURT LOCKER fest im Griff hatte. Das man weitgehend darauf verzichtet hat, Renner dem Aussehen von Gary Webb anzugleichen, ist dabei die kl\u00fcgste Entscheidung gewesen. So kann sich der Schauspieler einen sehr eigenen Charakter aneignen, ohne sich der bei solchen Gelegenheiten leider immer wieder laut werdenden Kritik bez\u00fcglich der faktischen Darstellung aussetzen zu m\u00fcssen. Inwieweit Renners Spiel an Webb wirkliches Wesen heranreicht, m\u00fcssen andere entscheiden. F\u00fcr den Film selbst, ist er ein sehr \u00fcberzeugender, sehr realistischer Charakter, der seinen manischen Eifer auch sichtbar macht. Aber Webb ist hier nicht der \u00fcber allem stehende Held. Er ist verletzlich, und oftmals zeigt er auch Angst. Mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Kameraeinstellungen, kann Sean Bobbitt die Gem\u00fctsverfassung der Hauptfigur sehr deutlich machen, was eine erweiterte Dramatik mit sich bringt. Allein die Motorradsequenzen sind be\u00e4ngstigend umgesetzt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Michael Cuesta hat Renner ziemlich isoliert in Szene gesetzt. Wenngleich sehr gut gespielt, ist selbst Rosemarie DeWitt als sein Frau Sue, mehr Vehikel f\u00fcr Gary selbst, und seine Geschichte. Einen wirklichen Gegenpol erh\u00e4lt die Figur lediglich von den von Webbs Enth\u00fcllungen betroffenen Institutionen. Was dadurch der Film an manchen Stellen vermissen l\u00e4sst, sind emotionale Konfrontationen mit denen sich der Hauptcharakter auseinander setzen muss. Renner selbst zeigt sich stets sehr emotional. Aber dann sind da zum Beispiel Oliver Platt und Mary Elizabeth Winstead als seine Vorgesetzten, deren Motivationen einfach unter den Tisch fallen, weil eine erkl\u00e4rende Auseinandersetzung fehlt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">KILL THE MESSENGER ist ein leidlich spannender Hybrid an Film. Zum einen ist er Biografie, zum anderen ein Politthriller. Leidlich spannende deswegen, weil der Weg des Helden schon wegen der Thematik und der geradlinigen Erz\u00e4hlung sehr genau vorgegeben ist. Selbst wenn man die Ereignisse nicht kennt, die sich um Gary Webb ereignet haben. Aber das Verschr\u00e4nken von Biografie und Politthriller gelang dem Drehbuch von Peter Landesman dennoch sehr gut. Und Regisseur Michael Cuesta hat das Beste daraus gemacht. Nicht unbedingt den besten Film zu diesem speziellen Thema. Aber der Zuschauer bekommt einen sehr guten Eindruck davon, was Gary Webb erreicht hat, und was ihm verwehrt wurde. Zu den politischen Hintergr\u00fcnden und die Verstrickungen diverser Institutionen, kann sich der Zuschauer seine eigene Meinung bilden. Da Webb im Film selbst immer wieder in Frage gestellt wird, oder seine eigentlichen Aussagen missinterpretiert werden, wird das Publikum herausgefordert. So glauben B\u00fcrgerrechtsbewegungen nach Webbs ersten Ver\u00f6ffentlichungen, dass die Drogenschwemme lediglich dazu diene, Stadtteile wie South-Central in Los Angeles auszumerzen. Die eigentlichen politischen Hintergr\u00fcnde werden dabei v\u00f6llig au\u00dfer Acht gelassen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">KILL THE MESSENGER ist kein raffiniert verzwickter Thriller, und auch kein Film mit \u00fcberraschenden Wendungen. Aber er ist allein von seiner Geschichte her ein sehr interessanter Film, der diverse Mechanismen bei Medien und staatlichen Stellen beleuchtet, und auch deren ineinandergreifen verdeutlicht. Bei allen Ungeheuerlichkeiten, die der Film aufzeigt, wird es nicht wenige Zuschauer geben, die sich diese Gegebenheiten genauso vorgestellt haben. Manchmal nennt man solche Leute Verschw\u00f6rungstheoretiker. Aber auch so ein Vorurteil muss von irgendwo her kommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=9735\" rel=\"attachment wp-att-9735\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9735\" title=\"Copyright  Universal Pictures Germany\" alt=\"Kill-The-Messenger-2, Copyright  Universal Pictures Germany\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Kill-Messenger-2.jpg\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Kill-Messenger-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Kill-Messenger-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Kill-Messenger-2-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 90px;\"><em>Darsteller: <strong>Jeremy Renner, Robert Patrick, Jena Sims, Rosemarie DeWitt, Mary Elizabeth Winstead, Paz Vega, Tim Blake Nelson, Barry Pepper, Oliver Platt, Robert Pralgo<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Michael Cuesta<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Peter Landesman<\/strong>, nach <strong>Gary Webb<\/strong> und <strong>Nick Schou<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Sean Bobbitt<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Brian A. Kates<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>Nathan Johnson<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign:<strong> John Paino<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> USA<\/strong> \/ 2014<\/em><br \/>\n<strong><em> 112 Minuten<\/em><\/strong><\/p>\n<h5>Bildrechte:<strong> Universal Pictures Germany<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KILL THE MESSENGER &#8211; 10.09.2015 Die Besprechung beruht auf der amerikanischen BluRay-Fassung Am 10. Dezember 2004 wird der Journalist Gary Webb tot aufgefunden. Die Beh\u00f6rden stellen noch vor Beendigung der Untersuchung klar Selbstmord fest. 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