{"id":9803,"date":"2015-09-28T06:00:56","date_gmt":"2015-09-28T05:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=9803"},"modified":"2015-09-27T22:05:02","modified_gmt":"2015-09-27T21:05:02","slug":"the-visit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/the-visit\/","title":{"rendered":"THE VISIT"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/the-visit\/druck\/\" rel=\"attachment wp-att-9805\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-9805\" alt=\"Visit-1, Copyright  Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Visit-1.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Visit-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Visit-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Visit-1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>THE VISIT &#8211; Bundesstart 24.09.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Wunderkind des modernen Kinos. Hat M. Night Shyamalan mit zwei eher bescheidenen Filmen seine Karriere begonnen, war sein Durchbruch mit SIXTH SENSE h\u00f6chstens mit dem Aufstieg eines Steven Spielbergs vergleichbar. Ein Gruselfilm, ein Film mit Superhelden, eine Invasion von Au\u00dferirdischen. Shyamalan hatte ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Gesp\u00fcr, wie man in den jeweiligen Genres ganz neue Ans\u00e4tze finden konnte. Selbst bei THE VILLAGE, dessen \u00fcberraschende Wendung viel zu fr\u00fch vorhersehbar wurde, \u00fcberzeugte das schw\u00e4chelnde Wunderkind mit sehr viel Atmosph\u00e4re und Spannung. Was folgte, ist einer traurigsten Karrieretiefs die man sich f\u00fcr Hollywood vorstellen kann, und gipfelte mit einem katastrophalen AFTER EARTH, f\u00fcr den er sich vorwerfen lassen musste, mit der Ideologie von Scientology zu sympathisieren.\u00a0 Shyamalan hat sich einmal kurz gesch\u00fcttelt, ein bisschen f\u00fcrs Fernsehen gearbeitet, und von einem zuletzt 130 Millionen Dollar Budget auf 5 Millionen abgespeckt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch wenn sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter haben, m\u00f6chten Pop Pop und Nana wenigstens ihre Enkelkinder kennenlernen. Schon ist die 15 j\u00e4hrige Becca und ihr 13 j\u00e4hriger Bruder Tyler auf dem Weg f\u00fcr eine Woche Gro\u00dfelternzeit. Ausgestattet mit zwei Kameras, m\u00f6chte Becca die Gelegenheit nutzen, eine Dokumentation \u00fcber die Wiedervereinigung zu drehen. Und Material wird sie gen\u00fcgend bekommen, denn Oma und Opa sind etwas anders, als man es sich vorstellen w\u00fcrde. Dazu kommen unheimliche, verst\u00f6rende Ger\u00e4usche in der Nacht. Eine entspannte Woche hatten sich die Kinder anders vorgestellt. Doch es wird stetig gruseliger.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man erinnert sich, wie M. Night Shyamalan den diversen Genres immer wieder neue Aspekte abgewinnen konnte. Das Reizwort ist dieses Mal Found-Footage, oder vielleicht w\u00e4re in diesem Fall Mockumentary angebrachter. Aber \u00fcberraschend ist es allemal, wenn es einen unvorbereitet trifft. Doch es macht neugierig, wie ein alter Hase im Gesch\u00e4ft mit diesem Format wohl umgehen wird. Und am Ende ist auch dies vollkommen \u00fcberraschend. THE VISIT hat sehr viel Witz, hat sehr spannende Momente, und einige wirklich gelungenen Gruselszenen. Aber auch ein Herr Shyamalan kann sich gewisser Genre-Klischees nicht erwehren. So d\u00fcrfen sich auch bei ihm kreischende Visagen ins\u00a0 ansonsten ruhige Bild schieben. Das Format der gewohnten Dokumentation wird immer wieder aufgebrochen, in dem die einzelnen Sequenzen von malerisch gestalteten atmosph\u00e4rischen Impressionen des abgelegenen Hofes getrennt werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Letztendlich geht aber Shyamalans Rechnung nicht wirklich auf. Die Mischung von Drama, Kom\u00f6die und Horror findet einfach nicht zusammen. Jeder Teil steht immer nur f\u00fcr sich, und es hat den Eindruck, als w\u00fcrde der Film immer wieder einen neuen Anfang wagen. Besonders Tylers Rap-Einlagen schlagen voll neben die eigentliche Stimmung, und nerven eher, auch wenn Ed Oxenbould zugegebenerma\u00dfen sehr gut rappen kann. Kamerafrau Maryse Alberti hat einen grandiosen Job gemacht, wie sie alle Sets so ausgeleuchtet hat, das alles nach nat\u00fcrlichen Lichtquellen aussieht, aber dennoch jede noch so spontane Kameraeinstellung ein klares Bild bekommt, und auch keine Darsteller zu schwarzen Silhouetten verkommen. Der Zuschauer h\u00e4tte es gedankt, w\u00e4re man bei der Bildkatrierung \u00e4hnlich sensibel vorgegangen. Aber da gibt es Szenen, wo sich K\u00f6pfe ins Bild dr\u00e4ngen, die den kompletten Bildausschnitt f\u00fcllen. Und das ist bei einer sechs Meter hohen Leinwand einfach kein sch\u00f6nes Bild, und auch keiner sch\u00f6ner Anblick.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nat\u00fcrlich hat sich ein M. Night Shyamalan etwas dabei gedacht, wenn er eine Geschichte entwirft. Trotz all der Gruselm\u00e4r, geht es hintergr\u00fcndig um Familie, und wie pers\u00f6nliche Befindlichkeiten dieses zerbrechliche Umfeld beeinflussen k\u00f6nnen. Die Oma wird zu einem Negativ-Abzug von Becca, w\u00e4hrend Tyler eine gegens\u00e4tzliche Auffassung von gewissen Dingen hat, als sein Gro\u00dfvater. Am Ende wird es einen vollkommen unvorhersehbaren Showdown geben, der noch einmal \u00fcberrascht. Hier entscheiden die Eigenarten, aber auch Psychosen der einzelnen Charakter einen Kampf, den die Figuren ansonsten gegen sich selbst f\u00fchren. Hier beweist sich wieder einmal das Geschick des ehemaligen Wunderkindes, und das irgendwo in ihm noch etwas schlummert. Der Film selbst wird den Anf\u00e4ngen der Karriere des M. Night Shyamalan aber nicht gerecht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Rannten die Ma\u00dfen bei SIXTH SENSE noch einmal ins Kino, um erfolglos Fehler in der Erz\u00e4hlung zu finden, entlarven sich bei THE VISIT viele Eckpunkte der Geschichte, als angestrengtes Konstrukt. Die Verweigerung der Mutter, mit ihren Eltern zu sprechen, zum Beispiel. Das macht solange Sinn, wie es nat\u00fcrlich wirkt. Doch wenn man die dahinter versteckte Absicht begreift, zerplatzt diese Blase der Homogenit\u00e4t. Aber eine komplette Bombe hat Shyamalan nicht inszeniert. Letztendlich konnte auch er dem Found-Footage-Thriller keine neuen Aspekte entlocken, aber man kann THE VISIT durchaus einen gewissen Unterhaltungswert zusprechen. Zumindest kann man sagen, wer sich durch diesen Film angesprochen f\u00fchlt, wenn der Film f\u00fcr jemanden funktioniert, dann ist es dem Format geschuldet. Und das k\u00f6nnen kaum irgendwelche Found-Footage-Thriller von sich behaupten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/the-visit\/visit-2\/\" rel=\"attachment wp-att-9806\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9806\" title=\"Copyright  Universal Pictures International\" alt=\"Visit-2, Copyright  Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Visit-2.jpg\" width=\"640\" height=\"389\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Visit-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Visit-2-200x121.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Visit-2-300x182.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Deanna Dunagan, Peter McRobbie, Kathryn Hahn u.a.<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch &amp; Regie: M. Night Shyamalan<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Maryse Alberti<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Luke Franco Ciarrocchi<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Naaman Marshall<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2015<\/em><br \/>\n<em> 94 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte:<strong> Universal Pictures International<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE VISIT &#8211; Bundesstart 24.09.2015 Das Wunderkind des modernen Kinos. Hat M. Night Shyamalan mit zwei eher bescheidenen Filmen seine Karriere begonnen, war sein Durchbruch mit SIXTH SENSE h\u00f6chstens mit dem Aufstieg eines Steven Spielbergs vergleichbar. 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