22 JUMP STREET

22 JUMP STREET – 31.07.2014
22-Jump-Street-1, Copyright Sony Pictures ReleasingWenn Hollywood nicht mehr weiter weis, dann machen sie Remakes, Reboots, und Sequels. Aber niemand hat es bisher so dreist gemacht, wie die Produzenten der Kino-Überraschung 21 JUMP STREET. Denn an der Geschichte zum zweiten Teil haben sie nicht das Geringste geändert, der Plot bleibt absolut identisch. Eigentlich wieder ein Grund sich über die Ideenlosigkeit der Industrie richtig zu ärgern. Aber leider macht es einem 22 JUMP STREET mit dem Ärgernis nicht so leicht. Gleich drei Autoren haben daran herum geschrieben, und, man möchte es kaum sagen, einen eigentlich cleveren Film entworfen. Brüllen wird niemand vor Lachen, und auf echte Schenkelklopfer wartet man vergeblich, doch angenehm unterhaltsam bleibt Phil Lords und Christopher Millers vierte gemeinsame Kino-Regie durchweg. Ob Slapstick, krude Dialoge, überdrehte Action, oder auf den Punkt gebrachter Schlagabtausch. Lord und Miller halten mit genau dem richtigen Tempo die perfekte Waage zwischen den Sequenzen, und gestalten somit ihren Film überraschend kurzweilig.

Egal wie ausgefuchst das Drehbuch sein mag, oder wie genial die Regisseure inszenieren. 22 JUMP STREET steht und fällt mit seinen Darstellern Jonah Hill und Channing Tatum, die an ihrer Zusammenarbeit am ersten Teil tatsächlich gewachsen und zusammengewachsen sind. Es gibt viele Schauspieler im großen Getriebe, und es gibt auch viele die bestimmt besser sind, allerdings gerade auf diesen zweiten Teil bezogen, hätte kein anderes Duo seine Chemie so eindringlich umsetzen können. Die Figuren Schmidt und Jenko haben ihre Partnerschaft so verinnerlicht, dass für Hill und Tatum eine weitere emotionale Ebene hinzugekommen ist, die für dieses Genre recht ungewöhnlich ist, aber perfekt funktioniert. Es ist Eifersucht und Neid. Natürlich ist das nicht bierernst umgesetzt, doch das dynamische Gespann findet hier genau den richtigen Weg real zu bleiben, ohne aber den Fluss des Films zu unterbrechen.

Angereichert ist der Film mit einer uninspirierten Auswahl von Pop- und Hip-Hop-Klängen. Doch auch die anderen künstlerischen Abteilungen fallen nicht durch Originalität auf, aber zeigen sich auf zu erwartendem Niveau. Lediglich Barry Peterson an der Kamera, hat sich mit Split-Screen-Sequenzen, die dann zu einem Gesamtbild verschmelzen, ein wunderbares Gimmick erdacht. Hat sich der erste Teil im High-School-Milieu mehr oder weniger über das Konzept der ernst gedachten Ursprungsserie ausgelassen, ist mit dieser Fortsetzung gleich das eigene Format im Visier. Dreißigjährige, die sich als  22 jährige College-Studenten ausgeben, wird hier zum Running-Gag. Das Wiederholen der Geschichte gehört zum künstlerischen Plan. Wo es angebracht wäre, sich zu ärgern, macht es einem 22 JUMP STREET tatsächlich nicht leicht. Ganz bestimmt kein Kino-Highlight, aber eine unterhaltsame Abwechslung, die durchaus zu überraschen versteht, und Spaß macht. Nicht nur für sein jugendliches Zielpublikum.

22-Jump-Street-2, 22-Jump-Street-1, Copyright Sony Pictures Releasing

Darsteller: Jonah Hill, Channing Tatum, Peter Stormare, Wyatt Russell, Amber Stevens, Jillian Bell, Ice Cube, Nick Offerman u.a.
Regie: Phil Lord, Christopher Miller
Drehbuch: Michael Bacall, Oren Uziel, Rodney Rothman
Kamera: Barry Peterson
Bildschnitt: Keith Brachman, David Rennie
Musik: Mark Mothersbaugh
Produktionsdesign: Steve Saklad
USA / 2014
112 Minuten

Bildrechte: Sony Pictures Releasing
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