THE OWNERS

Beitrag FANTASY FILMFEST – 17.06. bis 27.06.2021

FFN21-XLOwners - Copyright RLJ EntertainmentAmazon Prime
DVD – Blu-ray
nur über
Vereinigte Staaten

Der Plan ist einfach: Wenn die Besitzer das Haus verlassen, schnell rein, einsammeln, was man in fünfzehn Minuten findet, und wieder weg. Man kennt die Gruppe: Nathan ist der Kopf, aber doch nicht ganz obenauf. Gaz wird schon durch das definiert, was man nicht einmal Frisur nennen kann. Der unberechenbare Durchgeknallte. Und Terry, der herzensgute Blödmann im unpassenden Sportanzug. Der Schwenk vom prachtvollen Herrensitz im Grünen, über die blühenden Wiesen zu einem entfernt stehenden altersschwachen Auto. Das weckt unweigerlich und vollkommen zu Recht Assoziationen an Guy Ritchies erste Filme. Die drei abgehalfterten Typen darin, bestärken diesen Vergleich. Ritchie war ja irgendwie Vorreiter im modernen Kino, Verlierertypen salonfähig zu machen. Nicht so unbarmherzig und nüchtern wie Danny Boyle, sondern mit Augenzwinkern und viel schwarzem Humor. Und hätte Guy Ritchie THE OWNERS gedreht, sähe einiges wirklich anders aus.

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MALASAÑA 32 – Haus des Bösen

Malasana - Copyright StudioCanalMalasaña 32
bereits in ausgewählten Kinos
– Bundesstart 17.06.2021

Als 1927 SPUK IM SCHLOSS – THE CAT AND THE CANARY in den Kinos lief, war die Horror und Komödien Mischung ein großartige Erfolg. Im Lauf der Jahre wurde der Kassenschlager, nach einem Theaterstück von John Willard, noch fünf Mal verfilmt. Ein schauriger Nebeneffekt, SPUK IM SCHLOSS war gleichzeitige Begründer des Geisterhaus-Subgenres, laut Filmhistoriker Leonard Maltin. Seither ist die Flut an gescheiterten oder grandiosen Filmen um und in Spukhäusern unüberschaubar geworden. Aber die Faszination für das Sujet ist ungebrochen. Der Gruselfreund mag es, und angehende Filmemacher erproben sich daran. Kein Sub-Genre des Horrors lässt sich einfacher bedienen. Möchte man meinen. Dachte sich scheinbar auch Alberto Pintó, der wohl mit der Annahme an die Inszenierung ging, dass gleich vier Autoren auch eine Steigerung der Drehbuchqualität bedeuten würden.

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WHAT LIES BELOW

What Lies - Copyright FALCOM INVESTMENT AG– Bundesstart 10.06.2021

Als Kameramann hat Braden R. Duemmler an mehr Filmen gearbeitet, als bei Filmen Regie geführt. Ein paar TV-Episoden, eine Dokumentation, einige Kurzfilme. Dem steht eine einzige Inszenierung an einem Spielfilm gegenüber. In der visuellen Branche ist Duemmler nicht sonderlich aufgefallen. Und bei dieser einen Regiearbeit unter dem Titel WHAT LIES BELOW hat er sich wahrlich keine Fleißsternchen verdient. Aber wie so vieles, liegt Unterhaltung im Auge des Betrachters. Jetzt hat Braden Duemmler zudem auch noch das Drehbuch verfasst, und da wird es bei Erstlingswerken meist schwierig. Netflix hat WHAT LIES BELOW auf Staatenseite ins Programm genommen. In Deutschland versuchen die Schweizer von Falcom Media diesen als Horror deklarierten Film in die Kinos zu bringen.

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DER MAURETANIER

Mauritanian - Copyright TOBIS FILMTHE MAURITANIAN
– Bundesstart 10.06.2021

Zwei Monate nach den Anschlägen in New York und Washington wird 2001 Mohamedou Ould Slahi in seiner Heimat Mauretanien für eine Aussage auf ein Polizeirevier gebeten. Er wird entführt, verhört, gefoltert und im August 2002 nach Guantanamo gebracht. Jener zweifelhafte Ort, den die us-amerikanische Regierung als rechtsfreien Raum ansieht. Erst drei Jahre später wird Rechtsanwältin Nancy Hollander auf Slahi aufmerksam, und übernimmt seinen Rechtsbeistand. Mit einem Verfahren soll das Gericht gezwungen werden, endlich Anklage gegen ihren Mandanten zu erheben. Denn ohne Anklageerhebung könnte Mohamedou Ould Slahi nach Belieben interniert, verhört und weiter gefoltert werden.

Wer noch nie etwas von Slahi gehört hat wird überrascht sein. Es ist eine Tour de Force an Emotionen, die nicht nur auf der Leinwand von seiner Hauptfigur entfacht wird. Es überträgt sich ebenso stark, wenngleich nicht sehr differenziert, mit aller Wucht auf den Zuschauer. Denn auch wenn sich die Inszenierung von Kevin Macdonald alle Mühe gibt, Anfangs eine eventuelle Schuldfrage noch im Ungewissen zu lassen, fokussiert sich die emotionale Zuneigung klar auf Mohamedou Ould Slahi.

Allerdings wurde Guantanamo in der Vergangenheit als Begriff und in seiner Bedeutung weltweit zur Kenntnis genommen. Dabei hat sich der Armee-Stützpunkt als Synonym für drastische Beugung von Rechtsstaatlichkeit ins Gedächtnis gebrannt. Dadurch bekommt DER MAURETANIER diese Aura, als wäre er bereits aus der Zeit gefallen. Obwohl Slahis Guantanamo-Tagebücher erst 2015 veröffentlicht wurden, schleicht immer das Gefühl mit, Kevin Macdonald könnte nichts Neues erzählen.

Aus dieser Perspektive ist ein Blick auf das Martyrium aus diesem Lager vielleicht nichts Neues, aber selten so überzeugend vermittelt worden. Tahar Rahim als Mohamedou bildet einen beindruckenden, sehr unangenehmen Kern. Durch seine sehr intensive Interpretation der Figur, verkörpert Rahim auch die Seele der Menschlichkeit als solche, die an diesem Ort geschunden und gequält wurde. Wer die Geschichte Slahis nicht kennt, wird als Beobachter auch immer versucht bleiben ihn zu durchschauen. Es ist schließlich kein überholtes, ungerechtes Vorurteil, dass Terroristen für viele Eventualitäten gut trainiert sind.

Um dieses Camp, an dem jeglicher Humanismus verloren scheint, tobt ein kalter, pragmatischer Krieg aus Prinzipien, Engstirnigkeit und Opportunismus. Verteidigerin Hollander bekommt von der Regierung Bush im Rahmen der nationalen Sicherheit natürlich nur zensierte Akten. Doch ebenso ergeht es dem Rechtsvertreter des Staates Marine-Offizier Stuart Couch, der Slahi im Falle eines Verfahrens zur Verurteilung bringen soll. Mohamedou Ould Slahi wurde ein einziges Mal vom Telefon Osama Bin Ladens angerufen. Und ein Attentäter von 9/11 hatte auf der Durchreise lediglich ein paar Stunden bei Slahi übernachtet.

Zu keinem Zeitpunkt hat Slahi das verschwiegen, geschweige denn bestritten. Doch es genügt, um ihn als einen der Organisatoren für die Anschläge zu internieren, und zu versuchen von ihm weiterführende Informationen zu erhalten. Es entspinnt sich eine vollkommen absurde Situation. Mit den zurückgehaltenen Beweisen würde Hollander eine Anklageerhebung erreichen, und damit mit wahrscheinlich einen Freispruch für Slahi. Würde sich Couch hingegen in seiner Anklage auf diese Beweise stützen müssen, wäre der Fall für die Vereinigten Staaten so gut wie verloren.

Mauritanian 2 - Copyright TOBIS FILM

 

In seiner Arbeit ging Kevin Macdonald keine Risiko ein, und inszenierte den MAURETANIER nach dem Vorlagenbuch für Thriller und Psychodramas. Die Grenzen zwischen vermeintlich Gut und Böse sind klar gesteckt, und beginnen sich nach dem Regelwerk der Dramaturgie erkenntlich aufzuweichen. Worunter ganz stark die Darsteller leiden, mit Ausnahme von Tahar Rahim, der sehr beeindruckend in allen Facetten überzeugt. Aber Foster, Woodley und Cumberbatch verlieren sich leider als Erklärbären für die juristischen Feinheiten und Fallstricke. Wobei es lediglich Cumberbatch schafft, mit seiner zurückhaltenden, aber nuancierten Körpersprache wesentlich mehr glaubwürdige Tiefe für seine Figur des Couch zu schaffen. Und für den Engländer kommt der tiefe Südstaaten-Akzent beeindruckend ehrlich über die Lippen. Nicht immer ganz sattelfest, aber eine Bereicherung für den Charakter, der ansonsten viel zu wenig gefordert wird.

Wirklich verunglückt scheint die ausgedehnte Sequenz der ‚erweiterten Verhörtechniken‘ an Mohamedou Slahi. Da ist definitiv zu viel von allem. Kameraeinstellungen, überzeichnete Farben, Geräuschuntermalung, Schnittfolge. Es ist nachvollziehbar, das die Macher mit vielen überfordernden Steigerungen ein nachfühlbares Schreckensszenario schaffen wollten. Allerdings hat es eher die Anmutung von Show und Effekthascherei.

Man kann dem MAURENTANIER aber nicht nehmen, dass er ein sehenswerter, aber vor allem wichtiger Film ist. Einer auf Wikileaks veröffentlichten internen Statistik, war Mohamedou Ould Slahi der am häufigste und stärksten gefolterte Insasse in Guantanamo Bay. 2009 wurde er per Gerichtsentscheid frei gesprochen. Die Titel im Abspann geben an, dass diesem Entscheid unter der Obama-Regierung nicht Folge geleistet wurde. Erst 2016 wurde Slahi aus Guantanamo entlassen und zurück nach Mauretanien gebracht. Allerdings verschweigt der Film, dass die Freilassung auf Barack Obamas persönliches Engagement erfolgte.

Mauritanian 1 - Copyright TOBIS FILM

 

Darsteller: Tahar Rahim, Benedict Cumberbatch, Jodie Foster, Shailene Woodley, Zachary Levi, Alaa Safi, Stevel Marc, Adam Rothenberg, Corey Johnson u.a.
Regie: Kevin Macdonald
Drehbuch: Michael Bronner und Rory Haines & Sohrab Noshirvani
nach dem Buch von Mohamedou Ould Slahi
Kamera: Alwin H. Küchler
Bildschnitt: Justine Wright
Musik: Tom Hodge
Produktionsdesign: Michael Carlin
Großbritannien – USA / 2021
129 Minuten

Bildrechte: TOBIS Film
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FANTASY FILMFEST – XL 2021

FFF - Xl 2021 - Copyright ROSEBUD ENTERTAINMENTNÜRNBERG
17.–20.06.2021
CINECITTA’

MÜNCHEN
17.–20.06.202
CINEMA

STUTTGART
24.–27.06.2021
GLORIA

BERLIN
24.–27.06.2021
ASTOR FILM LOUNGE

HAMBURG
24.–27.06.202
SAVOY FILMTHEATER

KÖLN
24.–27.06.2021
RESIDENZ-ASTOR FILM LOUNGE

K L I C K –  M I C H

Bildrechte: ROSEBUD ENTERTAINMENT

 

 

 

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PALM SPRINGS

Palm Springs 1 - Copyright HULU via IMDbStreaming bei AMAZON & SKY etc.
DVD / Blu-ray ab 9. Juli 2021

Die Besprechung wurde bereits im September 2020 im Rahmen des Fantasy Filmfest veröffentlicht.

Nicht ein einziger Film der sich mit Zeitschleifen und sich unendlich wiederholenden Tagen befasst, kommt um den einen, den unvermeidlichen Vergleich herum. MURMELTIERTAG! Dabei war Punxsantawney-Phil schon viel länger bekannt, das Ereignis gibt es schließlich schon seit 1887. Und 1993 war sicherlich nicht das Jahr, wo das erste mal ein Film zu dem sonderlichen Thema der besonderen Zeitreise ins Kino kam. Aber er kam, sah und siegte. Und das zu Recht. Und so zieht man, ähnlich wie alljährlich Murmeltier Phil aus seinem Bau, jedes mal die Harold-Ramis-Komödie heran, wenn sich wieder Filmemacher an diesem schon als Murmeltiertag etablierten Sub-Genre vergehen. Und was soll man über PALM SPRINGS sagen – er besteht.

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THE SECRETS WE KEEP

Secrets-We-Keep-1-Copyright-LEONINE Entertainment– Bundesstart 27.05.2021

Was man von SECRETS WE KEEP erfährt, weckt umgehend Erinnerung an Roman Polanskis Verfilmung des Theaterstückes DER TOD UND DAS MÄDCHEN. Es ist eine verlockende Verheißung, die verspricht ebenso intensiv und tiefsinnig zu sein. Eine Frau glaubt ihren Peiniger wieder zu erkennen, der sie vergewaltig und ihre Schwester umgebracht hat. Das war vor fünfzehn Jahren, im Krieg, auf der anderen Seite des Ozeans. Eine lange Zeit ist vergangen, aber bei Maja sind die seelischen Wunden noch lange nicht verheilt. In ihrer traumatischen Wut entführt sie den verdächtigen Mann, und hält ihn gefesselt im Keller ihres Einfamilienhauses gefangen, um ihn zu einem Geständnis zu zwingen. Für Majas Ehemann Lewis ist es in dem Moment schon zu spät, er muss sich mit der Situation arrangieren. Der vermeintliche Kriegsverbrecher Thomas ist genau wie Maja, nach Kriegsende aus Europa nach Amerika gekommen. Das ist für Lewis noch lange nicht genug Beweis. Zwischen den Dreien entbrennt ein Kampf um Gewissen, Vernunft und Gerechtigkeit.

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THEY WISH ME DEAD

THOSE WWMD - Copyright WARNER BROSTHOSE WHO WISH ME DEAD
– ab 04.06.2021 bei SKY Cinema

Taylor Sheridan hat als Drehbuchautor mit seinem Debut SICARIO einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nur ein Jahr später bewies er sich als kreative Konstante, indem er den vollkommen unterschätzten und kaum beachteten HELL OR HIGH WATER folgen ließ. Ein unglaublich intensives Script, dass etwas heraus hob, was man als etwas wie Sheridans Markenzeichen bezeichnen kann. Die Charaktere geben Handlung und Handlungsverlauf vor. Die Geschichte ist gleichzeitig vielschichtige Milieustudie aus der sie erwächst. Die Figuren sind Helden die keine sein wollen, und Übeltäter die nichts dafür können. Das Gefühl eines Actionfilms ist nur oberflächlich, es intensiviert sich durch Charaktere um die wir uns sorgen, für die wir etwas empfinden, die zu uns eine Beziehung aufgebaut haben. Krönend dafür ist die in Europa sträflich vernachlässigte Serie YELLOWSTONE, die bereits in drei Staffeln die Geschichte einer Viehzüchterdynastie im Heute erzählt, und dies im Cowboy und Western Ambiente. Nach VILE und WIND RIVER, ist THOSE WHO WISH ME DEAD erst die dritte Spielfilmregie für Sheridan. Und was wir bei ihm an Gespür für Charakterzeichnung und Erzählstruktur schätzen und lieben gelernt haben, findet sich in diesem Film kaum noch.

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MARE OF EASTTOWN

MARE of E - Copyright HBO– bei HBOmax via VPN
– oder SKY Atlantic

Es ist immer ein trügerisches Idyll. Ein behütetes Umfeld in einer verpflichtenden Gemeinschaft. Alles umgeben mit unterschwelliger Trostlosigkeit aus starren Strukturen. Die reale Atmosphäre einer Kleinstadt. Jeder kennt irgendwie jeden, nicht nur vom Namen her. Wenige schaffen, oder wollen den Ausstieg. Andere zieht es wieder zurück. Beziehungen bestehen seit der High School. Großfamilien über Generationen gewachsen, oder durch Heirat untereinander. Privatsphäre ist relativ, wird aber vorgegaukelt. Geheimnisse sind hinter vorgehaltener Hand längst keine mehr. Es verhindert zumindest weitgehend fragwürdige Auswüchse, wie in einer anonymen Großstadtgesellschaft. Stephen King nutzt dieses Kleinstadt-Idyll gerne, um dieses mit dem Einfall des Bösen in seinen Grundfesten zu erschüttern. Zuletzt hat dieses Horror-Szenario mit der Verfilmung seines Romans THE OUTSIDER für Furore gesorgt. Selbst die übernatürlichen Aspekte haben dieser Faszination für die Demontage einer aufrichtigen Gemeinschaft keinen Abbruch getan. Zuvor gab es ein ähnlich intensives Phänomen mit BIG LITTLE LIES, wo die heile Welt einer integeren Gemeinschaft so brutal erschüttert wurde, dass aus der konzipierten Mini-Serie eine zweite Staffel erwachsen musste.

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Disneys CRUELLA

Cruella 2 - Copyright DISNEY ENTERPRISES– Bundesstart 28.05.2021
oder DISNEY+ extra Zugang

Das Broadway-Musical WICKED hatte als Origin-Story einen unglaublich guten Ansatz gefunden, der Geschichte des Zauberers von Oz eine originelle Wendung zu geben. Todd Phillips und Scott Silver wollte für ihren JOKER keine überraschende Wendung, aber eine plausible psychologische Verortung. Das hat wunderbar funktioniert, und in beiden Fällen das Ursprungsmaterial sogar noch intensiviert. In der Liste des American Film Institute steht Schwester Ratched aus KUCKUCKSNEST noch immer auf Rang fünf der meist gefürchtetsten und gehassten Filmschurken. In der Netflix-Serie RATCHED hat Evan Romanskys Blick zurück dieser Reputation nicht geschadet. Aber es hat überhaupt nichts dazu beigetragen, wie ich Mildred Ratched aus dem KUCKUCKSNEST sehe oder verstehe. Ich muss das auch nicht wissen. Warum und wie oder womit ein Bösewicht so wurde. Nicht wenn er so gut geschrieben und gespielt ist, dass alleine seine Verderblichkeit den Charakter rechtfertigt. Vader oder Michael Myers, nicht ihre verdrehte Menschlichkeit bestimmt die Faszination, sondern ihr Wesen als Essenz des Bösen.

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KINGS OF HOLLYWOOD

Comeback Trail - Copyright TELEPOOLTHE COMBACK TRAIL
bereits in ausgewählten KINOS
– Bundesstart 24.06.2021

Selbst im gereiften Alter steht bei Filmproduzent Max Barber immer noch der Erfolg aus. Mit seinem Partner Walter Creason hat er gerade einen Film beendet, der so mies läuft, dass der finanzierende Gangster Reggie Fontaine umgehend seine Investition von 35o.ooo Dollar zurückverlangt. Durch einen absurden Zufall kommt Max auf eine geniale Idee, nicht nur seine Schulden zu bezahlen, sondern gleichzeitig an Geld für sein Jahrzehnte altes Traumprojekt zu kommen. Walter und Max engagieren die altersschwache und ausgewaschene Hollywood-Legende Duke Montana für ein spektakuläres Comeback. Der ehemalige Western-Star soll dabei alle seine Stunts selber machen. Und Max wie Walter haben sich dafür einiges an Action ausgedacht, schließlich wollen die betrügerischen Produzenten keinen Oscar-Anwärter drehen, sondern Duke Montana ins Grab bringen. Die Versicherung würde ein Vermögen ausschütten.

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im Kino NOMADLAND

Nomadland - Copyright DISNEY ENTERPRISESBABYLON Fürth
MANHATTAN
Erlangen
CINECITTA
Nürnberg
und ausgewählten Kinos
-Bundesstart 01.07.2021

Es gibt Filme, die man einfach auf sich wirken lassen muss. Manchmal möchte man nachschlagen, ein bisschen nachhaken, inwieweit die Geschichte wahr ist, was echt im Film, oder was inszeniert wurde. Aber so wie sich NOMADLAND zeigt, wirkt alles wie aus dem Leben gegriffen, es muss wahr sein. Und dann spielt es keine Rolle mehr zu wissen, wo die Grenze zwischen Realität und Inszenierung verläuft. Chloé Zhaos Film wirkt, man nimmt auf, und möchte dann gar nicht mehr hinterfragen.
Und dann kommen solche, die keine Leidenschaft für das Wesentliche entwickeln wollen. Das sind auch oft wirkliche Nomaden. Menschen denen das Schicksal übel mitgespielt hat, denen alles genommen wurde, die nicht aus freien Stücken auf die Straße gegangen sind. Sie beschuldigen die Filmemacherin Zhao naiv zu sein, das harte Leben auf der Straße und im mobilen Heim zu romantisieren. Der Film wäre nicht realistisch.

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ARMY OF THE DEAD

Army Dead - Copyright NETFLIXNetflix seit 21.05.2021

Die Ironie ist nicht von der Hand zu weisen. Jack Snyder lehnte 2004 das Angebot ab, ARMY OF THE DEAD als sein Spielfilmdebut zu inszenieren. Er übernahm die Regie des Remakes von DAWN OF THE DEAD. In Hollywood sind Projekte geduldig. Und es hat den Anschein, dass es selbst von allen Seiten betrachtet, für ARMY OF THE DEAD nur von Vorteil war. Nach einigen gescheiterten Versuchen, nahm nach 15 Jahren endlich Netflix Geld in die Hand. Was ist für einen Künstler verlockender, als die absolute Selbstbestimmung bei einer Produktion? Man darf Netflix durchaus vorwerfen, dass bei ihren Eigenproduktionen die Quantität weit vor der Qualität steht. Das ist verständlich, das ist wirtschaftlich nachvollziehbar, und bei ARMY OF THE DEAD ist es schlichtweg notwendig gewesen. Eine bunt gewürfelte Söldnertruppe wird angeheuert, in Las Vegas 200 Millionen Dollar aus einem Casino-Safe zu holen. Es gibt zwei Probleme: Eine riesige Horde von Untoten überfüllt das hermetisch abgeriegelte Spielerparadies. Und, die Regierung wird in nur wenigen Stunden die Stadt der lebenden Toten mit einem Nuklearsprengkopf auslöschen.

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Drive-In: GORGO

GORGO – Bundesstart 1. Juni 1961

Gorgo 1 - Copyright METRO-GOLDWYN-MAYERDie britischen Wracktaucher Joe Ryan und Sam Slade entdecken auf einem Beutezug vor der kleinen, irischen Insel Nara einen Schatz. Die Insel ansässigen Fisch sind von den Freibeutern nicht begeistert, und bald zeigt sich auch warum. Durch ein Seebeben, wird ein Meeresungeheuer aufgeschreckt, dass Nara Island angreift. Die Abenteurer Ryan und Slade wittern mit der mythologisch anmutenden Kreatur sofort ein Geschäft. Nun Gorgo genannt, wird die Mischung zwischen Seeschlange und Drache gefangen genommen und nach London gebracht. Die Ausstellung wird zur Sensation. Doch Ryan plagen bald Gewissensbisse, ob man dem Wesen nicht Unrecht tue, während Slade nur den Unmengen von Geld hinterher eifert. Dann machen Wissenschaftler des Naturkundemuseums eine noch beängstigendere Entdeckung: Der gefangene Gorgo ist noch ein Junges, das wahrscheinlich von seiner Mutter getrennt wurde.

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THE WOMAN IN THE WINDOW

Woman ITW - Copyright NETFLIXNetflix seit 14.05.2021

Am Vergleich zu Hitchcocks FENSTER ZUM HOF und der Anlehnung des Schicksals der Protagonistin zur Pandemie kam bisher keine Besprechung von WOMAN IN THE WINDOW vorbei. Das kann an dieser Stelle gar nicht anders sein, weil der erste Punkt förmlich danach verlangt, und der zweite Punkt vollkommener Quatsch ist, und das einmal gesagt werden muss. Der zweite Punkt wäre damit schon abgearbeitet, und zum Ersten muss man schlicht sagen, dass die Anlehnung an den Hitchcock Klassiker wirklich gelungen ist. Allerdings war die Romanvorlage für WOMAN IN THE WINDOW von A.J. Finn wesentlich komplexer und vielschichtiger als John Michael Hayes Drehbuch zu FENSTER ZUM HOF. Und der sonst so geschliffene Tracy Lett konnte es nicht wirklich so umsetzen, wie Zuschauer es von den filmischen Adaptionen seiner eigenen Stücke gewohnt sind.

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