bei Sky: THE GOOD LORD BIRD

Good Lord Bird 1 - Copyright SHOWTIMETHE GOOD LORD BIRD
– bei SKY Freitags Doppelfolgen
– ab 28.11.2020 komplette Serie

Wenn Henry Shackleford das erste mal auf John Brown trifft, ist er ungefähr 13 und ein schwarzer Junge. Und wie das mit Dialekten und Aussprache so ist, kann man sich schnell verhören. Aus Henry wird Henrietta, John Brown gibt ihm ein Kleid, und weil Henrietta eine Zwiebel isst, bekommt sie ihren Spitznamen ‚Onion‘. Denn John Brown fühlt sich jetzt für Onion verantwortlich, weil seinem Vater aus Versehen das Leben genommen wurde. Schuld daran war eben nun einmal Brown, der einen anderen töten musste, der den Namen des Herrn missbrauchte und nicht der Sklaverei abschwor. So war John Brown, selbstgerechter Prediger und fanatischer Abolitionist. Alles hier ist wahr. Das meiste ist passiert. Das verspricht die Einleitung. Und setzt den Ton.

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DVD/Blu-ray: DER WUNDERBARE MR. ROGERS

A Beautiful Neighbourhood 1 - Copyright SONY PICTURESA BEAUTIFUL DAY IN THE NEIGHBORHOOD
– ab 19.11.2020 DVD/Blu-ray

Aus Tom Junod wird Lloyd Vogel. Und das hat einen Grund, der sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Dies ist ein Film über Fred Rogers. Wer Fred Rogers das erste mal persönlich trifft, wird ihn nicht für real halten. Wenn man eine Biografie über einen Menschen macht, der für jeden US-Amerikaner ein bekannte Persönlichkeit darstellt, dann muss es jenseits der bekannten Figur etwas tieferes, eine andere Seite geben. Eine gelungene Biografie, legt diese unbekannten Aspekte frei und beleuchtet sie. Langweile Lebensläufe erklären einen Menschen von der Wiege bis zum letzten Geleit, das ist der Klassiker. Geniale Persönlichkeitsexkursionen hingegen, können einen Menschen anhand eines kurzen, aber prägnanten Abschnittes in seinem Leben definieren. Ein ehrfurchtsvolles Augenzwinkern geht dabei Richtung Stephen Frears THE QUEEN. Weder die erste, noch die zweite Variante wären für Fred Rogers angebracht.

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DVD/Blu-ray: YOU SHOULD HAVE LEFT

You Should Have Left 1 - Copyright UNIVERSAL PICTURESYOU SHOULD HAVE LEFT
– auf DVD / Blu-ray

Vor einigen Jahren etablierte sich der Begriff der Apatow-Schmiede. Es sind Komödien, die stark über die Stränge schlagen, immer perfekt mit den passenden Darstellern besetzt sind, ein Publikum hauptsächlich über dem Teenager-Alter ansprechen, und sich trotz aller Geschmacklosigkeiten tatsächlich durch Tiefgang und Gehalt auszeichnen. Haben sich Erwachsene oder junge Erwachsene in den letzten Jahren mit zügellosem Humor unterhalten, dann war es meist aus der Schmiede von Judd Apatow. Geschrieben, inszeniert, oder produziert, oder gleich alles zusammen. Diese Begrifflichkeit findet nun auch im Horrorgenre mit der Blumhouse-Schmiede eine angemessene Verwendung. Produzent Jason Blums Qualitätsmerkmale: Experimentierfreude, Budgets über dem Sparten-Standard, überzeugende Variationen mit Versatzstücken des Genres, und Besetzungen mit namhaften Persönlichkeiten von außerhalb der Horrorschiene.

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Netflix: THE TRIAL OF THE CHICAGO 7

Trial of Chicago 7 a - Copyright NETFLIXTHE TRIAL OF THE CHICAGO 7
– bei Netflix

Man möchte meinen, in Anbetracht der sechs Monate welche dem Start von THE TRIAL OF THE CHICAGO 7 vorausgingen, dass emsige, Eichhörnchen ähnliche Hollywood Politologen die Schublade aufrissen und lautstark skandierten: „Ich hab da schon mal was vorbereitet!“ Nicht verwunderlich das Autor Aaron Sorkin, welcher die Geschichte bereits 2007 im Auftrag von Steven Spielberg schrieb, im Presseheft kommentiert: „Das Skript wurde nicht geändert, um die Zeiten widerzuspiegeln. Die Zeiten haben sich so geändert, um das Skript wieder zu spiegeln.“ Und das trifft es ziemlich genau. Der Film fällt genau in eine Zeit, wo er aktueller nicht sein könnte. Das der zeitliche Zufall soweit kommen konnte, ist Spielberg zu verdanken, der die Regie dann doch abgab. Als Sorkin mit MOLLY’S GAME letztendlich 2017 auch noch sein Regiedebüt gab, hatte Spielberg seinen Nachfolger gefunden. Der Film hatte seinen Macher gefunden, und unsere Zeit in Anbetracht von weltweiten Solidaritätsbekundungen und Pandemie-Ungehorsam, einen fast schon passenden Film.

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gestern – REBECCA – heute

Rebecca Motiv - Copyright NETFLIXREBECCA
– bei Netflix & DVD

Eine Neuverfilmung gegen das Original aufzuwiegen, das weiß auch der Laie, ist meist unfair. Eine subjektive Beurteilung ist schon allein durch die Gegebenheiten beeinflusst. Kann es die unvoreingenommene Unterhaltung geben, oder dominiert die analytische Auseinandersetzung. Analyse hätte etwas wissenschaftliches, bloße Unterhaltung eine gewisse Ignoranz. Beides muss nicht sein, kann aber genauso viel Spannung erzeugen.

„Ich habe geträumt, dass dort wo einst unsere Zufahrt war, ein dunkler unnatürliche Dschungel wuchs. Die Natur hatte sich ihre Recht zurück geholt, und doch, das Haus stand noch da. Manderley.“ – Mrs. de Winter 2020

Der verwitwete Maxim de Winter lernt in Monte Carlo eine junge Gesellschafterin kennen, die namenlos bleiben wird. Schon sehr bald kommt sie als frisch vermählte Mrs. de Winter mit ihrem hingebungsvollen, aber nach wie vor geheimnisumwitterten Gatten auf dessen englischen Landsitz Manderley. Was wie ein wahr gewordenes Märchen beginnt, wird bald zu einem psychologischen Albtraum. Überall auf Manderley hängt der Schatten der verstorbenen ersten Mrs. de Winter, Rebecca. Besonders die Haushälterin Mrs. Danvers scheint besessen davon, die Erinnerung an Rebecca aufrecht zu halten.

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DVD / Blu-ray: ARCHIVE

Ab sofort ist der Fantasy Filmfest-Beitrag

ARCHIVE auch in Deutschland auf Scheibe

erhältlich. Und die passende Besprechung hier!

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Apple TV+: ON THE ROCKS

On The Rocks 1 - Coypright A24 - APPLE TV+ON THE ROCKS
– Bundesstart limited 01.10.2020
– APPLE TV+ 23.10.2020

„Er ist ein Mann. Es ist seine Natur. Er ist gezwungen zu kämpfen, zu dominieren, und alle Frauen zu befruchten.“ – Felix
So wie Felix denkt, denken alle Männer. Alle. Denkt Felix. Es hat kaum eine sexistischere Hauptrolle in einem massenkompatiblen Film gegeben, wie Bill Murrays Figur, dem ihn Sofia Coppola auf den Leib geschrieben hat. Aber es ist schwer auszumachen, was diesen Typ dennoch so… ja, liebenswert macht. Für die junge Coppola war es ganz klar, weil sie sonst nicht damit durchgekommen wäre. Felix ist Bill Murray. Doch trotz aller Stärken mit denen sich ON THE ROCKS erzählerisch behaupten kann, mutet es dennoch sehr eigenartig an, wie fokussiert hier Buch, Film, und Publikum auf einen Charakter sein kann.

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– THE EMPTY MAN –

Empty Man 1 - Copyright 20th CENTURY FOXTHE EMPTY MAN
– Bundesstart 29.10.2020
nur bis 01.11.2020 im Kino

Er war der Hoffnungsträger für alle Genre-Freunde des gepflegten Unbehagens. Verständlich in einem Kinojahr, in welchem es, bescheiden ausgedrückt, ziemlich homöopathisch mit Veröffentlichungen zuging. Die Mainstream-Freaks hatten ihren TENET, die Arthouse-Intelligenz wollte ihren BERLIN ALEXANDERPLATZ, und der Horror-Junkie des gehobenen Anspruchs setzte seine Hoffnung auf THE EMPTY MAN. Die von Cullen Bunn geschriebene und Vanesa R. Del Rey gezeichnete Reihe an Graphic Novels hatte Begehrlichkeiten geweckt. Die filmische Umsetzung hatte, wie viele erfolgreiche Publikationen in diesem Genre, bereits im Vorfeld einen gesicherten Publikumsstamm. Dann noch etwas Mundpropaganda und Social-Media-Wirbel, es hätte ein vielversprechender Filmherbst werden sollen.

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Roald Dahls HEXEN hexen

Witches-1-Copyright-WARNER-BROS.THE WITCHES
– Bundesstart 29.10.2020

Vorerst nur noch bis 01.11.2020 in deutschen Kinos.
Von dem Gedanken, dass wir hier ein Remake vorgesetzt bekommen, sollte man sich schleunigst verabschieden. Schon seit Jahren war es für Guillermo del Toro eine Herzensangelegenheit ‚Hexen hexen‘ von Roald Dahl zu verfilmen. Wer noch PANS LABYRINTH in Erinnerung hat, der ja auch als Jugendfilm gehandelt wurde, dem dürfte es eiskalt den Rücken hinunterlaufen, was er mit diesem Kinderbuch veranstaltet hätte. Wegen Terminproblemen hat sich del Toro also mit Robert Zemeckis und Kenya Barris zusammengesetzt, und wenigstens am Drehbuch mit gearbeitet. Und eigenartiger Weise macht HEXEN HEXEN jetzt auch den Eindruck, als wären durch die drei Autoren auch drei verschiedene Filme gleichzeitig zu sehen.

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THE MORTUARY – Jeder Tod hat eine Geschichte

Mortuary-Collection-1-Copyright-CAPELIGHT-PICTURESTHE MORTUARY COLLECTION
– Bundesstart 29.10.2020

Das Schlechte gleich einmal vorne weg. Mit seinem ersten Langfilm wollte es Ryan Spindell wohl jedem Recht machen. Das kann funktionieren, kann aber auch Fragen aufwerfen. Zum Beispiel diese: Musste ein derart hoher Blutgehalt unbedingt sein? Nichts zwangsläufig. Denn die durchaus sehr expliziten Szenen sind dünn gesät, und können ein unvorbelastetes Gemüt leicht aus der Komfortzone der angenehm schaurigen Gruselstimmung reißen. Spindell hätte gut daran getan, den Splatter-Faktor entweder behutsam anzuheben, oder in gleichmäßigen, kontinuierlichen Dosen zu verabreichen. So setzen die Blutszenen immer sehr unvermittelt ein und verebben sofort wieder, um später erneut unerwartet zuzuschlagen. Den versierten Anhänger wird es begeistern, aber nicht genügen. Zartbesaitete werden irritiert und abgeschreckt sein.

Eine Trauergesellschaft hat gerade das Beerdigungsinstitut von Raven’s End verlassen, als Bestatter Montgomery Dark die junge Sam am Sarg des kürzlich Verblichenen entdeckt. Das vorlaute Mädchen möchte sich um eine Stelle bewerben. Das verläuft allerdings anders, als andere Vorstellungsgespräche. In dessen Verlauf muss der unheimliche Mister Dark der Aspirantin einige Geschichten erzählen. Denn jeder Leichnam hat so seine Geschichte.

Da ist die Trickbetrügerin Emma, die sich in einem Badezimmer eingeschlossen, selber eine Falle gestellt hat. Oder der Mädchenschwarm Jake, der Sandra als die Neue an seiner Universität gleich zu einer Party einlädt, und am eigenen Leib erfahren muss, das Kondome wirklich schützen. Nicht zu vergessen Wendell, der daran verzweifelt sich um seine komatöse Frau zu kümmern, während er deswegen in Schulden zu ersticken droht. Sam zeigt sich sehr beeindruckt von Montgomery Darks Erzählungen, kann aber selbst mit einer Geschichte kontern. Denn die moderne Legende vom Babysitter-Mörder wird niemals alt, und wird immer wieder gern erzählt.

Es gibt ganz wenige Jump-Scares, und selbst die sind so angelegt, dass sie mehr die Protagonisten erschrecken sollen, als den Beobachter. Spindell scheint es auch nicht nötig zu haben, den einfachen, billigen Gelüsten nachgehen zu wollen. Offensichtlich und spürbar setzt er ganz auf die selten gelungene Kunst von Atmosphäre. Ganz sicher ist der Regiedebütant keiner vom schnellen Erfolg durch unoriginelles Plagiat, in irriger Meinung besser zu sein. THE MORTUARY reiht sich ein in eine sehr kurze Liste von modernen Gruselstreifen die ihr Handwerk nicht einfach nur verstehen, sondern mit innovativer Variation wirklich Laune ins Genre bringen.

Der Film überzeugt erst einmal mit einer ganzen Reihe größtenteils frischer Gesichter, die perfekt nach dem Stereotyp der zu erzählenden Geschichte besetzt sind. Die forsch vorlaute Caitlin Custer führt dabei natürlich mit ihrem einnehmenden Wesen die Riege an. Den besten Eindruck hinterlässt allerdings Mike C. Nelson als unter extremen emotionalen Druck stehender Ehemann, der immer tiefer in die Misere rutscht, je verzweifelter er versucht daraus zu entkommen. Man leidet richtig gehend mit diesem Mann, den man am liebsten nur drücken möchte, egal welch schrecklichen Dinge er tut.

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Zeit seiner Karriere ist Clancy Brown auf den Widerling festgelegt. Hier darf er endlich einmal, mit sichtlichem Genuss und spielerischer Freude mit seinem Typus brechen. In bester Tradition des klassischen Horrorfilms gibt er den undurchsichtigen und mit allem Formaldehyd gedrängten Bestatter, der den Spagat zwischen gestrengem Freund und abgründigen Fiesling mit Esprit meistert. Brown und Custer spielen die Rahmenhandlung zu den drei geschichtlich voneinander getrennten Episoden. Wobei die vierte und letzte Geschichte ebenso eigenständig gesehen werden kann, aber als Brücke zum abschließenden Teil der Rahmenhandlung dient.

Eine wesentlicher Teil der Besonderheiten nimmt das Produktionsdesign für sich in Anspruch. Mit Bravour mischt es anachronistisch Set Design, Ausstattung und sogar gesellschaftliche Normen zwischen den 1950er und ’80ern. Dieser wilde Mix trägt auch einiges zur schaurig, gruseligen Atmosphäre bei. Denn der begierige Betrachter kann sich anhand der optischen Einflüsse mit seinen Gefühlen nie richtig behütet fühlen. Dazu zählt natürlich auch das hervorragend schräge Farbkonzept, bei dem die Kolorierungen immer etwas leicht von den normalen Grundtönen abweichen.

Auch wenn MORTUARY viel mehr bietet, machen diese künstlerischen Entscheidungen schon sehr viel Freude. Da alle Geschichten in dem Küstenstädtchen Raven’s End spielen, gibt es auch hin und wieder Figuren, die außer in ihrer eigenen Geschichte, auch Statistenrollen in den anderen, unabhängig voneinander handelten Episoden inne haben. Ryan Spindell hat tatsächlich einen der ganz wenigen, kaum noch inszenierten Horrorfilme geschaffen, der mit seiner verspielten Lust am Genre jeden Fan Spaß bereiten dürfte.

Wie sein Produktionsdesign, deckt auch die Inszenierung weitgehend die ganze Palette an Klischees, Innovationsfreude, Grusel- und Schreckensmomenten ab. Einschließlich vom absehbaren bis überraschenden Entsetzen, zwischen grausamer Ironie und vergnüglichen Horror. Das sollte an gönnerhaften Worten genug sein, denn da ist immer noch die Frage nach dem Splatter-Faktor, und ob der so explizit sein musste. – Mal ehrlich, es tut arg weh hinzusehen, aber auch das findet seine Berechtigung.

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Darsteller: Clancy Brown, Caitlin Custer, Mike C. Nelson, Christine Kilmer, Jacob Elordi, Barak Hardley, Ema Horvath, Sarah Hay, Jennifer Irwin, James Bachman u.a.
Regie & Drehbuch: Ryan Spindell
Kamera: Caleb Heymann, Elie Smolkin
Bildschnitt: Eric Ekman, Joseph Shahood
Musik: Mondo Boys
Produktionsdesign: Lauren Fitzsimmons
USA / 2019
109 Minuten

Bildrechte: CAPELIGHT PICTURES
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vom FANTASY FILMFEST zur Blu-ray

 

Seit 20. Oktober, beziehungsweise ab 30. Oktober sind die hier besprochenen Beiträge des Fantasy Filmfest 2020 in Deutschland auf DVD / Blu-ray erhältlich.

Besprechungen können mit Klick auf das jeweilige Motiv nachgelesen werden.

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– KAJILLIONAIRE –

Kajillionaire 1 - Copyright FOCUS FEATURESKAJILLIONAIRE
– Bundesstart 22.10.2020

Die viel zu weiten Klamotten können zweierlei bedeuten. Das die Familie Dyne ihre Kleidung aus dem Spendencontainer bezieht, oder das sie mit ihrem Aussehen und Auftreten nicht auffallen wollen. Ersteres ist wahrscheinlich, und mit zweitem ist das kaum möglich. Was aber nicht lange auf sich warten lässt, ist die Erkenntnis, dass die Dynes als Individuen in ihrer Kleidung verschwinden. Man nimmt sie nicht als Persönlichkeiten wahr, sondern lediglich als weitere Gestalten die sich in den Randbezirken von Los Angeles tummeln. Aber es sind keine verwahrlosten, keiner heruntergekommenen Menschen. Sie fallen nur auf, weil sie glauben so nicht aufzufallen. Tochter, Mutter und Vater sind Trickser, Betrüger und Diebe. Ihre Ausbeuten sind meist geringer, als wenn sie die Geschädigten vielleicht direkt angeschnorrt hätten.

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Gerard Butler in GREENLAND

Greenland 4, Copyright TOBIS FilmGREENLAND
– Bundesstart 22.10.2020

Dieser Film hat wirklich alles, was ein altbekanntes und bewährtes Katastrophenszenario braucht. Der unbedarfte Vater, der mit Gott gegebener Selbstverständlichkeit den Helden gibt. Dazugehörig die zerrüttete Beziehung zu seiner Frau, wo die Ehe ohne Katastrophe nicht mehr zu retten gewesen wäre. Da ist natürlich auch der Sohn, welcher die ungebrochene Liebe beider Elternteile genießt. Und es gibt jenes ominöse Ziel, welches man unter schwierigsten Bedingungen erreichen muss, um dem Ende der Zivilisation zu entkommen. Nicht vergessen sind die vielen Nebencharaktere, die entweder verständnisvoll hilfsbereit sind, oder kaltherzig brutal. Nicht wie es die Figuren erfordern, sondern der dramaturgisch überspitzte Handlungsverlauf.

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THE BEACH HOUSE

Beach House 1 - Copyright KOCH FILMSTHE BEACH HOUSE
– Bundesstart 22.10.2020

Die Besprechung liegt der Amzon Prime / Shudder Fassung zugrunde.

Sieht man sich die Spielfilmdebuts der letzten Jahre so an, definieren sich die meisten über Horrorfilme. Es mag den Anschein haben, dass es das am leichteste zu stemmende Genre wäre, und dies aus trefflichen Gründen. Der Horrorfilm verzeiht am ehesten. Das könnte man nun so stehen lassen, und könnte oberflächlich betrachtet vielleicht sogar Recht zugesprochen bekommen. Dabei ist es grundlegend falsch. Banalitäten und Belanglosigkeit werden schon geraume Zeit nicht mehr verziehen. Die Ausrede vom puren Popcorn-Kino ist an andere Genre weiter gereicht. Originalität in der Handlung und Raffinesse in der Inszenierung sind nun unerbittliche Gradmesser. Und Jeffrey A. Brown hat offensichtlich alles daran gesetzt, diese Erwartungen zu erfüllen.

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Richard Dreyfuss in ASTRONAUT

ASTRONAUT 1 - Copyright JETS Filmverleih und VertriebASTRONAUT
– Bundesstart 15.10.2020

Angus Stewart ist nicht alleine. Jedes Kind träumt davon ins Weltall zu fliegen. Junge Menschen würden einen Flug in die unendlichen Weiten als Herausforderung empfinden. Für Erwachsene wäre es eine Bestätigung ihrer Frau- und Männlichkeit. Angus Stewart ist 72, etwas übergewichtig, und trinkt recht gerne. Der pensionierte Straßenbauingenieur war einer der Besten. Jetzt sollte er seinen Ruhestand genießen, doch seine Frau ist auch schon verstorben. Angus fühlt sich einsam und nicht mehr gebraucht, obwohl ihn die Tochter zu sich und ihrer Familie ins Haus geholt hat. Es ist ein Lebensabschnitt den wohl sehr viele auf diese Weise empfinden. Auf einmal ist man alleine und wird nicht mehr gebraucht, auch wenn man im Kreis der eigenen Familie lebt und geliebt wird.

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