War Pierce Brosnan jemals James Bond?

Erster Blick auf den neuen Brosnan-Bond

Erster Blick auf den neuen Bond

 

Als Pierce Brosnan 1986 seinen Vertrag als James-Bond-Darsteller beim Produzenten Albert „Cubby“ Broccoli unterschrieb, war ich aufgeregt. Brosnan, bekannt aus der TV-Serie „Remington Steele“, galt schon lange als heißer Anwärter auf die Rolle und schien dank seines Aussehens und seines Charmes prädestiniert für die Rolle. Doch das war nur die halbe Wahrheit.

Auch für mich war er der einzige Darsteller, der den nach dem Abgang von Roger Moore vakanten Platz des James Bond einnehmen konnte. Nun also sollte es soweit sein. Doch das Blatt wendete sich schnell. Weil Pierce Brosnan plötzlich so wertvoll war, verlängerten die Produzenten von „Remington Steele“ kurzerhand ihre Serie und machten es so Pierce Brosnan unmöglich, James Bond zu werden. Paradoxerweise war er dadurch gleichzeitig wieder weniger wert, weswegen aus der Verlängerung der Serie nur ein Jahr wurde. Aber die Rolle war erst einmal futsch. Und ich wie viele andere Fans enttäuscht. Wer konnte ihn ersetzen? Bekannterweise wurde es Timothy Dalton, und ich konnte nicht ahnen, welch noch größere Enttäuschung mir dadurch vorerst erspart wurde. Vorerst.

Wenn ich bekannterweise schreibe, muss ich mir bewusst sein, dass ich dabei nur eine bestimmte Generation von Bondfans anspreche. Denn die Zeiten von Roger Moore und Timothy Dalton liegen so weit zurück, dass viele Fans nur die Zeit ab den 90er-Jahren aktiv miterlebt haben. Und das war für viele Jahre die Zeit von … – Pierce Brosnan.

Ja, er ist es dann doch noch geworden. Anders als erwartet machte sein Ersatzmann nur zwei Filme, was hauptsächlich an rechtlichen Problemen lag. Denn über die bald 50 Jahre James Bond war es hauptsächlich der Gegenspieler des Juristen, der neben den Produzenten den größten Einfluss auf Bond nahm. Es gab ein juristisches Gerangel, aus dem nach sechs Jahren Pause ein neuer Film mit einem neuen Hauptdarsteller hervorging. Und der hieß dann doch noch Pierce Brosnan. Denn, es war ja immer noch so, es gab niemanden, der geeigneter war. Tatsächlich? Brosnan schien alles mitzubringen, der erste Film mit ihm, Golden Eye, bekam so viele James-Bond-Elemente, wie es nur möglich war, und eine goldene Zukunft schien bevorzustehen. Tatsächlich?

Nun, wie man es sieht. Tatsächlich wurden die Filme immer größer, Nummer drei und vier auch immer erfolgreicher. Und weil viele nur noch Pierce Brosnan live als James Bond erlebt haben, wurde er für sehr viele zum Inbegriff der Rolle. Wie gesagt, niemand schien so viel für James Bond mitzubringen. Als er plötzlich 2003, nach vier sehr erfolgreichen Filmen unerwartet abgesägt wurde, war sein Schock und der der Kinozuschauer groß. Wieso nur, wieso, fragten sie sich. Das war doch mehr als unlogisch. Nein, das war es leider nicht. Es war der logischste Schritt, den die Produzenten je bei einer Neubesetzung der Rolle gegangen waren. Denn zum ersten Mal hatten sie erkannt, dass sie aktiv werden mussten. Dass sie nicht warten durften, bis der Hauptdarsteller zu alt geworden war oder nicht mehr wollte. Sie erkannten, dass es so nicht weiterging. Und als ich mir über den Grund meiner schleichenden Enttäuschung, die mit dem vierten Brosnan-Bond schlagartig ihren Höhepunkt erreicht hatte, bewusst wurde, konnte ich erkennen, wie hellsichtig die Produzenten waren und wie genial ihre Schlussfolgerung. Und dass wahrscheinlich kein Bondfan der Welt zu jenem Zeitpunkt diese Entscheidung hätte treffen können.

Fortsetzung folgt

Bildquelle: MGM / UA
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