BIG WEDDING geplatzt

THE BIG WEDDING – Bundesstart 30.05.2013

Man hat die bestmöglichen Zutaten für einen Kuchen, dazu die perfekte Rezeptur, und dann lässt man ihn doppelt so lange im Ofen. Oder man baut sich als kinderloses Pärchen eine 12 Zimmer Villa, und zieht dann ins Gartenhaus, weil die Heizkosten nicht bezahlbar sind. Man kann aber auch als Filmemacher unheimlich populäre Schauspieler zusammenbringen, ihnen dann ein lahmes Drehbuch vorlegen, und den Film noch viel uninspirierter  inszenieren. Es ist ganz offensichtlich, das sich Justin Zackham ganz einfach auf seine Darsteller verlassen hat. Vielleicht hat er tatsächlich geglaubt, das es ein Selbstläufer werden müsste. Oder mit irgendetwas Verborgenem musste das französische Original WIE EINE RICHTIGE FAMILIE gelockt haben, dass man es fünf Jahre später für den amerikanischen Markt erneut aufarbeiten wollte.

Eigentlich hätte ja auch nichts daneben gehen können. Man hat De Niro, Sarandon, Williams und Keaton, die bei einem jungen Publikum durchaus akzeptiert sind, aber in erster Linie eine etwas ältere Generation ansprechen. Dann gibt es Seyfried, Grace und Barnes für das junge Volk. Heigl spricht dann schon wieder für ein ganz eigenes spezielles Klientel, sofern sie dies noch hat. Es gibt haufenweise derbe Sprüche und viel Klamauk. Ein bisschen Romantik ist auch dabei, eine anstehende Hochzeit sowieso. Was sollte also schief gehen? Missy und Alejandro stehen kurz vor ihrer Hochzeit. Im Vorfeld versammelt sich schon die nähere Verwandtschaft. Jeder trägt so seine eigenen kleinen Probleme vor sich her, die zusammen genommen zu einem heillosen Durcheinander führen, inklusive verzwickter Verwechslungen. Die Zutaten sind also allesamt hervorragend, nur ist das Problem mit der Rezeptur, das es einfach nicht witzig ist. Regisseur Zackham zeigt kein Gespür für eine straffe und pointierte Inszenierung. Jeder Gag und jede komische Situation scheint um ihrer selbst willen. Davon abgesehen, dass das Drehbuch ohnehin nicht eines der Originellsten ist, wäre unter erfahrenerer Federführung zumindest ein kurzweiliger Spaß herausgekommen.

Das Einzige, was den Zuschauer bei Laune hält, sind die sichtlich gut aufgelegten  Darsteller, angeführt von De Niro und Sarandon. Sie lassen die 89 Minuten voll altbekannter Klischees und leicht erzwungener Frivolität etwas weniger langweilig wirken. Doch selbst wenn der ein oder andere Lacher herausrutschen sollte, macht das BIG WEDDING lange nicht zu einer guten Komödie.

Darsteller: Robert De Niro, Susan Sarandon, Diane Keaton, Katherine Heigl, Amanda Seyfried, Topher Grace, Robin Williams, Ben Barnes u.v.a.
Regie & Drehbuch: Justin Zackham nach dem Film MON FRÈRE SE MARIE – WIE EINE RICHTIGE FAMILIE von Jean-Stéphane Bron & Karine Sudan
Kamera: Jonathan Brown
Bildschnitt: Jon Corn
Musik: Nathan Barr
Produktionsdesign: Andrew Jackness
USA / 2013
zirka 89 Minuten

Bildquelle:  Lionsgate / Concorde Filmverleih
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