HUGOs ernüchternde Magie

Wenn Hugo Cabret durch das gläserne Ziffernblatt des Uhrenturms von Gare Montparnasse blickt, stellt er sich die Welt als eine einzige, große Maschine vor. Uhrwerke und Maschinen haben keine überflüssigen Teile, alles hat seine Bestimmung, jedes noch so gering anmutende Detail hat eine Aufgabe. Für Hugo Cabret ist es wichtig, sich die Welt als einzige Maschine vorzustellen, denn so gibt es für ihn die Gewissheit, dass auch er eine Funktion in dieser Welt erfüllt. Er weiß nur noch nicht, welche Funktion das sein wird. Als Waisenkind lebt er in den längst vergessenen Gängen und Zimmern jenseits der dicken Wände des Bahnhofs. Er hält die mächtigen Uhren instand, weil ihm sein Vater beigebracht hat, wie Uhrwerke funktionieren. Dies könnte ja seine Bestimmung sein. Oder ist es der defekte Automat in Menschengestalt, den sein Vater einst in einem Museum fand? Was passiert, wenn er es schafft, den Automaten in Gang zu setzen? Dieser wie ein Roboter anmutende Automat kann scheinbar selbstständig schreiben – und es könnte eine Nachricht von Hugos verstorbenem Vater sein.

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EXTREM LAUT will unglaublich viel

Der Schlüssel als allmächtiges Symbol. Geheimnisse, Rätsel, Selbstfindung. Doch damit längst nicht genug. Rätselhafte Orte, stumme Wegbegleiter, der schlimme Tag. Und die Vision eines fallenden Mannes. Wenn man dieses Bild auf den Kopf stellt, scheint er nach oben zu schweben. Jonathan Safran Foer hat alles in seinen zweiten Roman gepackt, was die Symbolik hergibt und als Metapher benutzt werden kann. Das macht die Geschichte überschaubar, an manchen Stellen etwas einfach, und auch nicht sonderlich tiefgründig. Was dem Autor auch herbe Kritik einbrachte, weil er seinen Diskurs über das Leben und Überleben ausgerechnet an dem Tag festmacht, der gerade in Amerika nur sehr sensibel behandelt werden kann.

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Spielberg und große Gefühle sind GEFÄHRTEN

Die Welt von Steven Spielberg ist eine Welt der Emotionen. Keinem Regisseur gesteht man im Kino so viel überhöhtes Sentiment zu wie dem Mann, der in jedem Genre zu Hause ist. Und wenn er emotional über das Ziel hinausschießt, dann nimmt man ihn das nicht übel. Bereits mit „Private Ryan“ verband er in einem Film wechselwirkend brutalste Bildsprache und die Leichtigkeit von unbeschwerter Inszenierung. Bei „War Horse“ war ein Kinderbuch die Vorlage, so bleibt das, was an Bildern möglich gewesen wäre, auf das Nötigste beschränkt. Aber Steven Spielberg ist ein Regisseur der Emotionen, somit kann er auf das Nötigste beschränkt bleiben und dennoch größtmögliche Wirkung erzielen.

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THE WALKING DEAD – die tote Folge

Noch sechs Folgen bis zum Finale der zweiten Staffel. AMC startet am 12. Februar, FOX zieht ab dem 17. in Deutschland nach. Noch sechs Folgen, doch die Begeisterung hält sich in Fankreisen genauso wie bei Kritikern in Grenzen. Man zermartert sich nicht mehr das Hirn, so scheint es. Umso erstaunlicher ist die verhaltene Ruhe um die Nachricht, was der Sender AMC bei „The Walking Dead“ angerichtet hatte. Die sonst so lebhaften, nach Vergeltung schreienden Blogs und Nachrichtenseiten schwiegen sich regelrecht aus, welcher der eventuelle Beweggrund für Frank Darabonts Ausscheiden bei der Serie sein könnte.

Anfang des Jahres wurde von der Seite „Horrorhound-Magazin“ die Antwort einer Interviewfrage an den Schauspieler Sam Witwer auf YouTube eingestellt. Und dieser antwortete sehr ausführlich und sehr verärgert darüber, wie die erste Episode der zweiten Staffel von „Walking Dead“ eigentlich gedacht war. Eric Vespe von der Seite „Ain’t it cool“ kontaktierte daraufhin Frank Darabont, der in einem Schreiben die Aussagen von Sam Witwer bestätigte. Anstatt wieder mit Rick Grimes und seiner Gruppe anzufangen, sollte die erste Episode in der Zeit zurückspringen und das Schicksal einer ganz anderen Person erzählen. Folgen, die sich vom eigentlichen Handlungsverlauf  lösen, werden Wild-Card-Episoden genannt, und Frank Darabont hatte für jede Staffel eine angedacht.

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Ungewöhnliches Spiel mit DAME KÖNIG AS SPION

Es gibt eine kurze, unspektakuläre Szene in „Dame König As Spion“, die in einer einzigen Einstellung aufgelöst ist. Drei Agenten sitzen in einem Fahrzeug und werden von einer umherschwirrenden Biene belästigt. Die zwei vorne sitzenden Agenten schlagen genervt und erfolglos nach dem Insekt. Als die Biene zum Rücksitz fliegt, öffnet George Smiley einfach das Fenster, macht einen Wischer mit der Hand und draußen ist der Störenfried. Sie ist wirklich kurz, diese Szene, kein Wort wird gesprochen, eigentlich fällt sie kaum auf. Doch in ihr spiegelt sich der gesamte Film wieder. Die Art seiner Inszenierung, die Atmosphäre der Zeit und die Wesenszüge seiner Figuren.

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THE ARTIST blamiert amerikanische Studios

Die Begeisterung für „The Artist“ kennt keine Grenzen. Keine Preisverleihung, die ohne dieses strahlende Juwel in schwarz-weiß auskommen könnte. Ein Film, der aufhorchen lässt, der bewegt, der die Möglichkeiten des modernen Kinos auszureizen versteht, um die Vergangenheit begreifbar zu machen. Und wer „The Artist“ gesehen hat, verfällt seinem Charme, ist hingerissen von seiner Konsequenz und zeigt sich begeistert vom Spiel mit den Techniken der filmischen Erzählkunst. Doch wenngleich „The Artist“ auch keine Mogelpackung ist, sollte er auch nicht als das Meisterwerk missverstanden werden, welches man ihm als Attribut anheften möchte.

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MONEYBALL – guter Abschlag, kein Home Run

Dieser Film ist typisches Oscar-Futter. Oh, wie dieser Film nach Oscars schreit. „Moneyball“ hat Überlänge, es geht um Sport, die Handlung ist reduziert, die Darsteller sind nur sehr oberflächlich gesehen gegen ihren Typ besetzt, er führt den uramerikanischen Anspruch, dass der Glaube ans sich selbst zum Erfolg führt, und der Aufbau des Films ist so alt wie das Kino selbst. Das sind Kriterien für gute Chancen bei den Academy Awards, durchaus. Doch was macht ihn letztendlich auch noch zu einem wirklichen Gewinner-Kandidaten? Weil „Moneyball“ trotz platter Produktions-Klischees, trotz seiner absehbaren Abhandlung oder vielleicht gerade wegen dieser Attribute sehr gut funktioniert.

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DRIVE gibt richtig Gas

Einen Führerschein hat Nicolas Winding Refn nicht, er soll sogar mehrmals durch die Prüfung gerasselt sein. Für jemanden, der bei einem Film mit dem Titel „Drive“ Regie führen soll, kein besonders gutes Vorzeichen. Überhaupt stand das ganze Projekt unter keinem guten Stern. Weder Darsteller noch Regisseur waren Wunschkandidaten. Der Charakter Irene sollte hispanischer Herkunft sein, und Komponist Martinez stand zu Drehbeginn noch gar nicht fest. Alles keine guten Vorzeichen.

Wer von einem Film hört, in dem ein namenloser Protagonist tagsüber Stunt-Fahrer beim Film ist und abends Fluchtwagen lenkt, und wer dann hört, dass der Film noch dazu den Titel „Drive“ trägt, der erwartet auch Entsprechendes. „Drive“ wird allerdings den wenigsten Erwartungen gerecht, denn er ist eigentlich alles, was man nicht erwartet.

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Hinreißend: THE DESCENDANTS

Besprechung erfolgt aufgrund der englischsprachigen Preview

Seit der Heirat eines amerikanischen Missionars mit einer hawaiianischen Prinzessin im Jahre 1860, war die Familie King der größte Landeigner auf den Inseln von Hawaii. Durch geschickte Spekulationen und Verkäufe, musste kein Mitglied der Familie King je wirklich arbeiten, und dennoch konnten alle in Saus und Braus leben. Matthew King ist der einzige der das anders sieht, und möchte seiner Frau und den beiden Kindern beibringen, dass man Geld auch erst verdienen muss, bevor man es gedankenlos auf den Kopf hauen kann. Matthew ist als Anwalt für Liegenschaftsrecht gleichzeitig Verwalter der King’schen Ländereien, von denen nur noch 10.000 Hektar übrig sind. Die gesamte Sippschaft ist sich über einen kompletten Verkauf einig, der unverschämt viele Millionen Dollar einbringen würde.

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Oscar-Rally 2012 – Die Nominierungen

Schauspielerin Jennifer Lawrence und AMPAS-Präsident Tom Sherak verkünden die Nomminierungen für die 84ten Academy Awards – Reuters

FILM

“The Artist” Thomas Langmann, Producer
“The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten” Jim Burke, Alexander Payne and Jim Taylor, Producers
“Extremely Loud & Incredibly Close – Extrem laut und unglaublich nah” Scott Rudin, Producer
“The Help” Brunson Green, Chris Columbus and Michael Barnathan, Producers
“Hugo” Graham King and Martin Scorsese, Producers
“Midnight in Paris” Letty Aronson and Stephen Tenenbaum, Producers
“Moneyball – Die Kunst zu gewinnen” Michael De Luca, Rachael Horovitz and Brad Pitt, Producers
“The Tree of Life” Nominees to be determined
“War Horse – Gefährten” Steven Spielberg and Kathleen Kennedy, Producers

ANIMIERTER FILM

“A Cat in Paris” Alain Gagnol and Jean-Loup Felicioli
“Chico & Rita” Fernando Trueba and Javier Mariscal
“Kung Fu Panda 2″ Jennifer Yuh Nelson
“Puss in Boots – Der gestiefelte Kater” Chris Miller
“Rango” Gore Verbinski

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DIE MUPPETS im Kampf gegen die Nostalgie

 

„Jetzt tanzen alle Puppen
macht auf der Bühne Licht,
macht Musik bis der Schuppen
wackelt und zusammenbricht.“

Gary und Walter sind Brüder. Sie teilen alles, machen alles gemeinsam und verstehen sich prima. Ihr Leben scheint perfekt, bis Walter die alte Fernsehserie „The Muppet Show“ für sich entdeckt. Aus der anfänglichen Begeisterung für den Frosch Kermit und seine Gesellen wird eine manische Leidenschaft. Der aus Fleisch und Blut bestehende Gary steht seinem Bruder Walter bei. Doch was bindet Walter so fanatisch an diese längst vergangene Zeit und ihre schrillen Figuren? Ist es nur deshalb, weil Walter selbst irgendwie nach Filz und Schaumstoff aussieht?

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Bleibt unter Verschluss: J. EDGAR

Die Geschichte eines Mannes, der jedes noch so gut gehütete Geheimnis der mächtigsten Männer Amerikas in den Händen hielt. Eines Mannes, der es verstand, über sein eigenes Leben nur Spekulationen zurückzulassen. Clint Eastwood hat mit seiner Biografie über John Edgar Hoover einen sehr schönen, sehr interessanten Film gemacht. Eastwood arbeitete allerdings mit einem von Dustin Lance Black verfassten Drehbuch, das kontinuierlich ohne Stimmungseinbrüche erzählt, aber zu keinem Zeitpunkt Spannungsbögen aufbaut. Das wirft den Zuschauer in die Position eines unbeteiligten Beobachters, der sehr genau beobachten, aber nicht wirklich teilnehmen darf.

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GOLDEN GLOBES Gewinner 2012 für 2011

BESTER FILM – DRAMA
THE  DESCENDANTS – FAMILIE UND ANDERE ANGELEGENHEITEN – Ad Hominem Enterprises; Fox Searchlight Pictures

HAUPTDARSTELLERIN – DRAMA
Meryl Streep – THE IRON LADY

HAUPTDARSTELLER – DRAMA
George Clooney – THE DESCENDANTS – FAMILIE UND ANDERE ANGELEGENHEITEN

BESTER FILM – COMEDY / MUSICAL
THE ARTIST – La Petite Reine, Studio 37, La Classe Americaine, JD Prod, France3 Cinema, Jouror Production, uFilms; The Weinstein Company

HAUPTDARSTELLERIN – COMEDY / MUSICAL
Michelle Williams – MY WEEK WITH MARILYN

HAUPTDARSTELLER – COMEDY / MUSICAL
Jean Dujardin – THE ARTIST

ANIMIERTER FILM
TIM UND STRUPPI – THE ADVENTURES OF TINTIN – Paramount/Columbia/Hemisphere Capital/Amblin/Wingnut Films/Kennedy/Marshall Production

NICHT ENGLISCHSPRACHIGER FILM
A SEPARATION (IRAN) (Jodaeiye Nader az Simin) – Asghar Farhadi; Sony Pictures Classics

NEBENDARSTELLERIN
Octavia Spencer – THE HELP

NEBENDARSTELLER
Christopher Plummer – BEGINNERS

REGIE
Martin Scorsese – HUGO

DREHBUCH
Woody Allen – MIDNIGHT IN PARIS

MUSIK
Ludovic Bource – THE ARTIST

SONG
“MASTERPIECE” — W.E.
Music & Lyrics by: Madonna, Julie Frost, Jimmy Harry

Fernsehen

BESTE SERIE – DRAMA
HOMELAND - SHOWTIME Presents, Teakwood Lane Productions, Cherry Pie Productions, Keshet, Fox 21

HAUPTDARSTELLERIN – SERIE / DRAMA
Claire Danes – HOMELAND

HAUPTDARSTELLER – SERIE / DRAMA
Kelsey Grammer – BOSS

BESTE SERIE – COMEDY / MUSICAL
MODERN FAMILY – ABC – Levitan-Lloyd Productions in association with Twentieth Century Fox Television

HAUPTDARSTELLERIN – COMEDY / MUSICAL
Laura Dern – ENLIGHTENED

HAUPTDARSTELLER – COMEDY / MUSICAL
Matt LeBlanc – EPISODES

MINISERIE / FERNSEHFILM
DOWNTON ABBEY (MASTERPIECE) – PBS – A Carnival/Masterpiece Co-production

HAUPTDARSTELLERIN – MINISERIE / FERNSEHFILM
Kate Winslet – MILDRED PIERCE

HAUPTDARSTELLER – MINISERIE / FERNSEHFILM
Idris Elba – LUTHER

NEBENDARSTELLERIN – SERIE / MINISERIE / FERNSEHFILM
Jessica Lange – AMERICAN HORROR STORY

NEBENDARSTELLER – SERIE / MINISERIE / FERNSEHFILM
Peter Dinklage – GAME OF THRONES

Die komplette Liste ist hier

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Finchers Stil sorgt für VERBLENDUNG

Als ich um einen persönlichen Kommentar über die Neuverfilmung von “Verblendung” gebeten wurde, lehnte ich ab. Zunächst. Persönliche Meinungen haben in Rezensionen gewöhnlich nichts verloren. Man verschafft sich einen persönlichen Eindruck und analysiert diesen zu einer weitgehend objektiven Betrachtung. Doch je mehr man über David Finchers Version des Stieg Larson Thrillers nachdenkt, desto weniger gibt es tatsächlich zu sagen. Der Visionär Fincher hat ein Meisterwerk geschaffen. Und er ist damit gescheitert.

In markigen Marketing-Worten hat Daniel Craig heraufbeschworen, wie das nur zwei Jahre nach der schwedischen Produktion erscheinende Remake eine Aufwärtsspirale für alle Produkte sein kann. Selbstverständlich werden diese Wechselwirkungen greifen. Fincher wird Menschen zum Lesen bringen, die Leser werden auf die schwedische Fassung neugierig, die Schweden-Fraktion wird neugierig auf die Amerikaner. Hin und her. Als jemand, der den Roman gelesen hat und vor Erregung gleich zwei Stunden später die ungekürzte TV-Fassung sehen musste, war schon der Trailer zu der neuen „Verblendung“ eine Offenbarung. Aber was für eine. Jedes Bild war handlungsbedingt leicht zuzuordnen, jeder Schnipsel verriet den Kontext der Szene. Meiner persönlichen Meinung nach war ich sicher, einen exzellenten Film erwarten zu dürfen. Und einen sehr überflüssigen dazu.

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SHERLOCK HOLMES: Spiel im Schatten

Hat sich eine Filmreihe jetzt schon den eigenen Wind aus den Segeln genommen? Man dürfte niemanden damit überraschen, wenn man erwähnt, dass in „Spiel im Schatten“ Sherlock Holmes‘ legendärer Rivale Professor Moriarty eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Nach einem furiosen Auftakt vor 2 Jahren mussten die Macher nach den Regeln der Fortsetzung selbstverständlich das Tagwerk großzügiger ausstatten. Und bis zu einem gewissen Grad hat es auch funktioniert. Alles ist vorhanden, was Teil 1 so extravagant, kühn und provozierend machte.

Natürlich schrien Puristen auf, die einen Basil Rathbone oder Peter Cushing erwarteten, aber einen abgehalfterten Action-Helden bekamen. Sogar der selbstgefällig unsympathische Benedict Cumberbatch traf den Nerv der Holmes-Fangemeinde viel eher als die Interpretation eines Downey Jr.. Dabei ist die Umsetzung der Figur, wie sie 2009 von Lionel Wigram und Michael Robert Johnson ersonnen und von Guy Ritchie umgesetzt wurde, viel näher an dem von Arthur Conan-Doyle geschriebenen Charakter als die bisherigen Verfilmungen. Die erklärten Vorahnungen, die Freude an Verkleidungen, die Depression ohne Arbeit, seine asiatischen Kampfkünste, es ist alles da, was Conan-Doyle vorgegeben hat. Und nach den Regeln der Fortsetzung eben dieses Mal alles eine Schlagzahl höher angelegt.

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