ONE NIGHT ONLY

One Night Only - (c) UNIVERSAL STUDIOS– Bundesstart 27.08.2026
– Release 07.08.2026 (US)

Allie ist jung und gut aussehend, und eine blühende Romantikerin – weswegen es ihr schwer fällt, den Richtigen für Sex zu finden. Owen ist jung und gut aussehend, und wird von seiner Freundin sitzengelassen – weswegen er sich schwer tut, jemanden für Sex zu finden. Auf ihrer triebhaften Suche nach einem Partner begegnen sich Allie und Owen nur zufällig, und von da an immer wieder im Laufe der Nacht. Es ist das Szenario jeder zweiten RomCom – und derer gibt es unzählige – in der sich zwei sympathische und gut aussehende Menschen auf der Suche nach dem Glück ständig und immerfort umkreisen, bis sie feststellen, sich schon längst gefunden zu haben. Und weil dieser Stoff so alt wie das Kino selbst ist, hat sich der vom Kinder-Fernsehen kommende Schreiber Travis Braun auch etwas ganz besonderes einfallen lassen: In den U.S.A. verbietet das sogenannte ‚Mandat‘ vorehelichen Sex. Nur einmal im Jahr wird für zwölf Stunden das ‚Mandat‘ aufgehoben, und es darf nach Herzens Lust gevögelt werden.

Will Gluck ist der Regisseur der unter anderem „Wo die Lüge hinfällt“ oder „Leicht zu haben“ inszeniert hat. Also Komödien, die mit einem ausgefallenem Konzept überzeugen.  Und Travis Braun liefert für Gluck tatsächlich auch eine abgefahrene Idee. Es ist „The Purge“, nur in die andere Richtung. Mit zwei Hauptdarstellern, die auch halten, was das Konzept verspricht. Das ist fast schon eine sichere Sache. „A Complete Unknown“- Actrice Monica Barbaro und „Fantastic Beasts“-Mime Callum Turner erfüllen nicht nur die Äußerlichkeiten, sie haben auch eine zielsichere Chemie, die sich durch ihre wundervolle Natürlichkeit ergibt. Ein Traumpaar, wie man es sehen will.

…wäre da nicht der vielversprechende Hintergrund und seine aberwitzigen Möglichkeiten. Natürlich ist die Voraussetzung des ‚Mandat’s eine vollkommen absurde Idee, darum muss auch die darin eingebettete Geschichte ebenbürtig verrückt oder unsinnig sein – am Besten beides. Doch was der Film versucht, ist eine völlig gewöhnliche romantische Komödie in eine aberwitzige Welt zu setzen. Wo es verruchten Schlagabtausch geben sollte, gibt es harmlose Dialog, denen anzumerken ist, dass sie nicht natürlich kommen. Das Reden über Sex will angestrengt der Grundidee folgen. Anstatt angemessen nackte Haut zu zeigen, ist die Kamera auffallend bemüht, abstinent zu bleiben. 

One Night Only 1 - (c) UNIVERSAL STUDIOS

Grundsätzlich müssen frivole Themen nicht auch zwangsweise in provokante oder derbe28 Sauereien ausarten. Doch das eine sollte mit dem anderen im Einklang sein. Und in „One Night Only“ passt das eine eben überhaupt nicht zum anderen. Eine leichte und dynamische RomCom, mit trefflich wundervollen Darstellern, zerbricht an ihrem eigenen Konzept. Das Buch gibt sich nicht einmal die Mühe, die absonderlichen Zufälle ein klein wenig plausibel zu machen. So, wie sich in einer Stadt wie New York, Allie und Owen unbeabsichtigt mehrmals über den Weg laufen.

Buch und Inszenierung zeigen Schwächen, die Dank der perfekt besetzten Darsteller und den flotten – wenngleich gemäßigten – Dialoge nicht wirklich stören würden. Doch es ist nun einmal der Sex, um den es geht, und darum wie ein ganzes Land dem liebestollen Wahnsinn verfällt. Und wenn schon die Idee an sich nicht wirklich stimmig ist, sollte doch wenigstens die eigentliche Geschichte darin angemessen offenherzig sein. Callum Turner und Monica Barbaro sind mit Molly Ringwald, LeVar Burton, und besonders Elle Loudon ein sehenswertes Ensemble. Aber allesamt viel zu brav.

One Night Only 2 - (c) UNIVERSAL STUDIOS


Darsteller: Callum Turner, Monica Barbaro, Molly Ringwald, LeVar Burton, Ella Loudon, Maya Hawke u.a.

Regie: Will Gluck
Drehbuch: Travis Braun
Kamera: Yaron Orbach
Bildschnitt: Robert Nassau, Tia Nolan
Musik: Christopher Stracey, mit Este Haim
Produktionsdesign: Scott Kuzio
USA / 2026
102 Minuten

Bildrechte: UNIVERSAL STUDIOS
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