SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK
– Bundesstart 31.10.2019
Dieser Film wurde bereits im Rahmen des
Fantasy Filmfest 2019 besprochen. (drück mich)
THE ADDAMS FAMILY
– Bundesstart 24.10.2019
Es ist erstaunlich. Erst führt Greg Tiernan über Jahre hinweg Regie bei der Kinder-Serie THOMAS – DIE KLEINE LOKOMOTIVE. Und dann mit einem Paukenschlag, übernimmt er die Führung bei SAUSAGE PARTY, dem unanständigsten Zeichentrickfilm seit FRITZ THE CAT. Genau genommen ist FRITZ ein kastrierter Kater zu SAUSAGE PARTY. Trommelwirbel, schon der Nachfolger bringt Greg Tiernan zurück in die gemäßigte Kinderunterhaltung. Da ein angedachter dritter Addams-Film von Barry Sonnenfeld ohne des verblichenen Raul Julia eine Travestie gewesen wäre, mussten neue Wege gefunden werden. Der naheliegendste Weg scheiterte daran, dass der 1998 gedrehte TV-Film wie ein offener Beinbruch aufgenommen wurde. Erst weitere 21 Jahre später kommt Greg Tiernan, mit Unterstützung von Conrad Vernon, zum Einsatz. Ihr Ergebnis ist weniger drastisch, vielleicht ein Papierschnitt.
MALEFICENT: MISTRESS OF EVIL
– Bundesstart 17.10.2019
Fünf Jahre sind ins Land gezogen. Die jungfräuliche Aurora hat sich zu einer beliebten Herrscherin über die Moore gemausert, wenngleich die Moore eher den Eindruck von berstender Farbenkunde erwecken. Aber das argwöhnische Auge der Fee Maleficent ist allgegenwärtig. Nicht dass sie ihrer Tochter misstrauen würde, es liegt einfach in ihrer Natur. Da ist man nachsichtig. Barsch wird sie nur, wenn es um Töchterleins Liebschaft Prinz Philip geht, Thronfolger des Nachbarkönigreiches Ulstead. Da wird Maleficent mit einem ‚Nein‘ ziemlich laut, noch bevor überhaupt eine angedachte Vermählung Erwähnung findet. Man sollte den Menschen eben nicht trauen, oder wie man des Öfteren im Film hören wird, „dies ist kein Märchen.“
GISAENGCHUNG – Bundesstart 17.10.2019
Der vielgepriesene Macher dieses preisgekrönten Films lässt vollkommen offen, ob seine im Zentrum stehende Familie nur alle dekadent faule Windbeutel sind, oder von anhaltendem Pech verfolgte Sozialfälle. Sicher ist, dass sich die Kims an ihr Leben gewöhnt haben, und den Müßiggang eher pflegen, während niedrigst bezahlten Nebenjobs ein lästiges Übel sind. Filmemacher Bong Joon-ho zeigt vier Hauptdarsteller, deren abenteuerlichen Weg man gleich von der erste Szene an unbedingt bis zu Ende sehen will. Was Bong auf diesem Weg alles in den Mix von Genre und Genre übergreifenden Sequenzen wirft, hört sich in der Theorie nach dramaturgischen Alptraum an. Als filmisches Erlebnis, wird PARASITE zum cineastischen Feuerwerk.
AFTER THE WEDDING – Bundesstart 17.10.2019
Die Amerikanerin Isabel ist Leiterin eines Waisenhauses in Indien. Als möglicher Wohltäter für dringend benötigte finanzielle Unterstützung meldet sich ein Medienunternehmen aus New York. Bedingung ist, dass ausschließlich Isabel persönlich an der Ostküste vorstellig wird. Hier trifft sie auf Theresa, treusorgende Mutter und knallharte Geschäftsfrau des in Frage kommenden Konzerns, die wegen der anstehenden Hochzeit ihrer Tochter keine Zeit für Isabel findet. Kurzerhand lädt Theresa die irritierte Isabel zur Hochzeit ein, um sich besser kennen zu lernen, und am folgenden Montag die Benefiz-Gespräche weiter zu führen. Doch bereits das Wochenende, der Titel nimmt es schon vorweg, wird Isabels Leben drastisch verändern.
DORA AND THE LOST CITY OF GOLD
– Bundesstart 10.10.2019
Auf 176 Folgen hat es die Zeichentrickserie DORA THE EXPLORER auf dem Sender Nickelodeon gebracht. Sie stellte ein kleines Novum in der Fernsehlandschaft dar, weil die Hauptfiguren in der Serie, die von 2000 bis 2019 produziert wurde, allesamt Lateinamerikaner verkörperten und von solchen auch gesprochen wurden. Nebenher verfolgten die Episoden natürlich auch lehrreiche Ziele. Im Original war es zum Beispiel der Umgang mit Zahlen und die spanische Sprache, in Deutschland konzentrierte man sich auf englische Worte und Begrifflichkeiten. Die Animationsabenteuer um das siebenjährige Kind eines Forscher- und Archäologenpärchens, dass in Sachen Wissensdurst und Draufgängertum seinen Eltern in nichts nachstehen wollte, wurde mit der Kinopremiere der Live-Action-Filmadaption eingestellt.
JOKER – Bundesstart 10.10.2019
Wenn ein Film mit soviel Wucht im Kino einschlägt, und schlagartig aus den Fugen geratene Kontroversen hervor ruft, hat das was zu bedeuten. Wenn dieser Film dennoch von den kritisierenden Moralaposteln wie begeisterten Filmkritikern gleichermaßen in höchsten Tönen gelobt wird, dann scheint die Filmwelt schon seit geraumer Zeit etwas vermisst zu haben. Wie nähert man sich einem Film an, der bei Kinogängern schon derart beliebt ist, dass sie ihn nicht erst einmal sehen müssen. Schon die allererste Szene, Phoenix in extremer Naheinstellung schminkt sich ein Clownsgesicht, und das Auditorium eruptiert in frenetischen Jubel. Augenblicklich wird der Wunsch freigesetzt, den Film als Screener in den befriedeten Wänden des eigenen Heimes sehen zu können. Dieser Wunsch wird Ad Absurdum geführt, wenn die Abspanntitel laufen.
ABOMINABLE – Bundesstart 26.09.2019
Niemand kann Familienunterhaltung so ausgeklügelt und berechnend wie Pixar. Da muss man sich einig sein. DreamWorks Animation wollte da von Anfang an in nichts nachstehen. Disney funktionierte Generationen übergreifend durch seinen Niedlichkeitsfaktor und die moralischen Ansprüche, zudem war ein heute erwachsenes Publikum schon von Kindheit an durch die Marke geprägt. Pixar hatte durch andere Ansätze seine Erfolge aufgebaut. Witz und Thematik sind gleichberechtigt geteilt und umgesetzt, um den Anforderungen an alle Altersgruppen gerecht zu werden, und zwar in einem steten Wechsel der jede Gruppe ständig bei Laune hält und bei keiner die Aufmerksamkeitsspanne abreißen lässt. Zwangsläufig ergeben sich daraus auch Schnittmengen. DreamWorks Animation hatte das Konzept für ANTZ noch leicht holprig übernommen, mit SHREK aber für sich brillant vervollkommnet. Bei EVEREST ist davon kaum mehr etwas übrig geblieben.
Mit 14 Jahren kam Bryon Widner in die Skinhead-Szene. Er wurde Mitbegründer des Vinlanders Social Club, der sich zu einem der gewalttätigsten rechtsextremen Gruppen in Amerika mauserte. Auf der FBI-Liste der meistgesuchten Rassisten stand der Name Bryon Widner. Der israelische Filmautor Guy Nattiv hat versucht, anhand Widners Abkehr vom Rassenhass ein Plädoyer zu schaffen. 16 Jahre seines Lebens war Widner von seiner Einstellung gegenüber Minderheiten überzeugt, bis er Julie Larsen und ihre drei Kinder aus erster Ehe traf. Im Film heißt sie Julie Price, weil ihr Charakter in dieser Nacherzählung aus dramaturgischen Gründen der größten Veränderung unterworfen ist.
THE ART OF RACING IN THE RAIN
– Bundesstart 03.10.2019
Es gibt nichts niedlicheres, als einen Hund, der mit großen, traurigen Augen in die Kamera schaut und einem Menschen seine Meinung kund tut. Laut ausgesprochen, in kindlicher Naivität. Katzen würden es auch tun, sind aber schwerer zu trainieren. Schriftsteller und Multitalent Gareth Stein kam die Idee für seinen bekanntesten Roman ‚Art Of Racing In The Rain‘ als er eine Dokumentation über Hunde in der Mongolei sah. Dazu brachte er seine persönliche Erfahrung als Rennfahrer in die Geschichte mit ein. Eine Profession die er aufgab, als er bei Regen einen schweren Unfall hatte. Da kam also allerhand zusammen, was Stein für eine komplexere Handlung verwenden konnte. Doch die Geschichte ging im Sinne der Absicht nicht auf. Zumindest was das Drehbuch angeht, welches Mark Bomback aus dem Roman formte.
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MIDSOMMAR – Bundesstart 26.09.2019
Nur ein Jahr ist vergangen, das Ari Aster mit seinem fulminant aufgenommenen HEREDITARY seinen Kinoeinstand feierte. Nur ein Jahr, und wieder sorgt Aster für helle Aufregung. Und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Nach seinen eigenen Aussagen, musste er mit MIDSOMMAR eine sehr schwierige Trennung verarbeiten. Mit diesen Worten im Hinterkopf, wenn man den Film ‚erfahren‘ hat und dann der Abspann auf der Leinwand läuft, da schreit es einem förmlich hinterher, was für eine Beziehung das gewesen sein muss. Die harmonischen Klänge von The Haxan Cloaks, alias Bobby Krlics abschließenden Thema verkehren sich anhand des letzten Filmbildes zu unbehaglichen Tönen. Wen Ari Aster von den Zuschauern bereits 140 Minuten im Griff hatte, bei dem drückt er mit seinem Komponisten an dieser Stelle noch einmal kräftig zu.

READY OR NOT
– Bundesstart 26.09.2019
Ist es nicht herrlich, in eine Familie einzuheiraten und so herzlich aufgenommen zu werden, dass sie sogar die Gepflogenheiten der Hochzeitsnacht sprengen. Die ehelichen Pflichten können beginnen, aber erst wenn man gemeinsam ein Spiel gespielt hat. Das ist eben Tradition. Als junge Braut macht Grace gute Miene zum bösen Spiel, ohne auch nur zu ahnen, wie böse das Spiel sein wird. Als Mädchen aus der Unterschicht, ohne Freunde oder Familie, ist sie schon froh darüber, in der schrecklich reichen Upper-Class aufgenommen worden zu sein. Das sich der neue Familienname Le Domas, verdächtig nach Dumb-Ass anhört, hätte Grace schon im Vorfeld verdächtig vorkommen müssen.