Recherchen im Internet bringen manchmal Überraschendes an den Tag. Männer wie zum Beispiel Roland, der selbst nach dreizehn Jahren noch immer dem Autokino auf seiner Homepage huldigt. In dem Fall dem Autokino Marienberg, dereinst in Nürnberg, welches 1968 als elftes Autokino in Deutschland mit LADY IN ZEMENT eröffnet wurde. Vierzig waren es einmal in der Hochphase, und hat sich heute auf noch 18 verbleibende Spielstätten gesenkt. Die immer komfortabler werdenden Multiplex mit ihren klimatisierten Sälen und ihrer besseren Vorführbedingungen wurden immer stärker bevorzug. Dabei hatten diese Zuschauer allerdings vergessen, wobei es beim Autokino, dem Drive-In, eigentlich ging. War es Anfangs die Bequemlichkeit, und die Möglichkeit auf Ausgeh-Etikette verzichten zu können, so wie die weit billigere Selbstversorgung, entwickelte das Kinovergnügen immer mehr einem Event-Charakter. Kein Event bei dem der Film hinten angestellt wurde, sondern immer noch der Hauptdarsteller blieb. Picknicks sind keine Seltenheit, Open-Air bei mitgebrachten Gartensesseln, Disco während der Filmpause. Und zum zehnjährigen Jubiläum gab es am Marienberg in Nürnberg ein ordentliches Feuerwerk, dazu einen Film, wie er klassischer nicht konnte, Sam Peckinpahs CONVOY. Und wenn Roland dagewesen wäre, dann auf seinem aufblasbaren Sofa, welches vor die Leinwand postiert war, ausgerüstet mit Thermoskanne, falls es frischer werden sollte, und einem selbst entworfenen Technikrack, für den persönlichen, vom Auto unabhängigen Ton.
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