ARCO – Eine fantastische Reise durch die Zeiten

Arco - © Remembers - MountainA– Bundesstart 09.04.2026
– First Release 22.10.25 (FR)

Nach der französischen Blu-ray Fassung:
Es ist eine hoffungsvolle, strahlend blühende Welt die Ugo Bienvenu in seinem ebenso farbenfrohen Zukunftsmärchen „Arco“ zeichnet. Die Menschen leben im Jahr 2932 zwischen den Wolken auf riesigen Plattformen welche wie botanischen Gärten anmuten. In regenbogenfarbenen Umhängen und einem besonderen Kristall an der Kopfbedeckung können die Menschen durch die Zeit reisen. Außer Arco, der ist erst zehn Jahre alt. Das Gesetz erlaubt Zeitreisen erst ab Zwölf. Aber Arco ist eben ein normales Kind und somit unzufrieden: Er will endlich Dinosaurier sehen. Also nimmt sich Arco in einer Nacht einfach den Anzug seiner Schwester, und verschwindet als Regenbogen in die Vergangenheit. Es hat seinen Grund, warum Zehnjährige noch nicht reisen sollen, also passiert was passieren muss – Arco stürzt ab und landet verletzt im Jahr 2075 auf der Erde.

Spielfilmdebütant Ugo Bienvenu hat das Drehbuch mit Félix de Givry ausgearbeitet. Der Regisseur hat Skizzen gezeichnet und diese immer weiter verfeinert. Givry hat diese Bilder schließlich zu einem Script verfasst. Eigentlich ist es eine düstere Geschichte einer finsteren Zukunft. Aber Bienvenu will dies nicht als negative Vision erzählen. Es ist ein lebensbejahender Ausblick voller Möglichkeiten und Wunder. Selbst im Jahr 2075, in dem Arco landet und von der gleichaltrigen Iris gefunden wird. Wildfeuer und sintflutartige Regenfälle sind Alltag. Im Notfall wird jedes Haus und Grundstück von einem Schutzschirm umgeben. Katastrophen als vertrautes Tagesgeschäft.

Iris und ihr kleiner Bruder werden von Mikki dem Hausroboter versorgt. Die Eltern sind ständig auf Dienstreise, und nach Feierabend nur als Hologramme anwesend. Der verunglückte Arco wird für Iris zu einer abenteuerlichen Abwechslung, aus der sich natürlich eine Freundschaft entwickelt. Es gibt noch drei Verschwörungstheoretiker, die glauben das Regenbögen Hinweise auf Zeitreisende sind, und deshalb Arco nachstellen. Dabei geraden Iris und Arco aber in noch viel spektakulärere Erlebnisse, und offenbaren für sich und den Zuschauenden fantastische Erkenntnisse.

Wie sorgsam und bewusst Bienvenu und de Givry die Erzählung aufgebaut haben, zeigt sich schon an den Namen Arco und Iris, die zusammen das spanische Wort Arcoiris für Regenbogen bilden. Erstaunlich ist aber auch, dass der Film die Facetten der einzelnen Handlungselemente nicht für Erwachsene und auf kindgerechte Themen aufgeteilt hat. Bienvenu lässt hier keine Unterschiede zu, und hält die komplette Erzählung auf einem ansprechenden Niveau für alle Altersklassen gleichermaßen.

Arco 2 - © Remembers - MountainA

Temporeich, allerdings auch mit angemessenem Raum für seine philosophischen oder auch erkenntnisreichen Momente, und unkonventionell fantasievoll. „Arco“ kommt nicht umhin mit den Produktionen von Studio Ghibli verglichen zu werden. Das ist auf der emotionalen Ebene aber auch durchaus gerechtfertigt. Während die kräftigen und farbenfrohen Szenenbilder oft mit ihrer Räumlichkeit überwältigen, verliert der Film ein wenig mit der auffällig strikten zweidimensionalen Animation der Figuren. Aber nur ein wenig – denn die emotionale Bindung zwischen den Figuren und den Zuschauenden bleibt wertvollste Bestand dieses altersunabhängigen Abenteuers.

Es ist eine nur scheinbar düstere Welt, mit der Ugo Bienvenue seine Geschichte beginnt. Diese wird aber durch seine Charaktere sehr schnell mit viel Hoffnung, Zuneigung und Fantasie aufgebrochen. Eine spektakuläre Reise, in der die Unschuld von Arco und Iris nicht mit Dummheit verwechselt wird, sondern die Möglichkeit auf eine strahlende Zukunft offenbart. Umweltkatastrophen, Technikwahn, Verschwörungstheorien, und viele Denkanstöße mehr. Die Zukunft kann düster aussehen, muss sich aber nicht unbedingt negativ entwickeln. Schließlich wissen wir ja auch nicht, wohin uns der leuchtende Regenbogenführen wird.

Arco 1 - © Remembers - MountainA


Sprecherdarsteller
original / englisch:

Iris: Margot Ringard Oldra / Romy Fay
Arco: Oscar Tresanini / Juliano Krue Valdi
Frankie: William Lebghil / Flea
Idris’ Mutter: Alma Jodorowsky / Natalie Portman
Idris’ Vater: Swann Arlaud / Mark Ruffalo
Dougie: Vincent Macaigne / Will Ferrell
Stewie: Louis Garrell / Andy Samberg
Mikki: Ugo Bienvenu / Natalie Portman & Mark Ruffalo
g

u.a.

Regie: Ugo Bienvenu
Drehbuch: Ugo Bienvenu & Félix de Givry
Bildschnitt: Nathan Jacquard
Musik: Arnaud Toulon
Frankreich, Großbritannien, USA / 2025
89 Minuten

Bildrechte: REMEMBERS / MOUNTAIN A
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Im Kino gesehen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar