MINIONS & MONSTERS

Minions Monsters - (c) UNIVERSAL STUDIOS– Bundesstart 02.07.2026
– First-Release 24.06.2026 (FR)

Preview 28.06.2026, Cineplex Fürth

Nach vier „Ich, einfach unverbesserlich“ und zwei „Minions“ Filmen, sind die gelben Nervtöter endlich angekommen wo sie schon lange hingehören: Beim Film. Dem geht natürlich auch eine laute und chaotische Geschichte voran. Denn seit Ur-Zeiten (im wahrsten Sinne des Wortes) sind die Minions auf der Suche nach dem perfekten Bösewicht, um diesem zu dienen. In den ersten beiden Minion-Ablegern waren das Kevin, Stuart und Bob – die letztendlich auch mit dem Schurken Gru fündig wurden. Aber zu jener Zeit der Suche nach dem Glück, hat sich wegen besseren Erfolgschancen eine Gruppe abgespalten. Geführt von James, Henry und Ed. Die Zuschauenden lernen daraus: Die amerikanische Namensgebung hatte ihren Ursprung in grauer Vorzeit.

Nach einem Cyclop-Riesen und einem Zauberer im Mittelalter, glaubt die gelbe Horde in einem Bankräuber zu Pferd ihren Meister gefunden zu haben. Der entpuppt sich als Schauspieler für einen Western, der in der aufblühenden Filmstadt Hollywoodland gedreht wird. Die aufwendige Szene ist geschmissen, doch anstatt den hysterischen Regisseur (Christoph Waltz) zu feuern, zeigen sich die beiden Studiomogule Frank und Elwood (beide Jeff Bridges) begeistert. Es ist Mitte der 1920er, und der naturgegebene Slapstick der Minions ist genau das, was der Stummfilm braucht.

Der Film beginnt bereits mit dem Universal-Logo von 1920. Der Titelvorspann ist den alten umrahmten Texttafeln nachempfunden. Es folgen die ersten kinematografischen Originalaufnahmen von Lumière, Muybridges, und Méliès, in denen natürlich Minions zu sehen sind. Regisseur und Autor Pierre Coffin nimmt das Thema und die Historie des Films in seiner chaotischen Umsetzung sehr ernst. Es ist Coffins fünfte Regiearbeit im Gru-Universum, aber sein erstes Drehbuch für die Reihe – bei dem er von Brian Lynch unterstützt wurde, Autor des ersten Minion-Films.

Dieser wilde Streich der Minions ist sicherlich nicht der Beste in der Reihe. Irgendwann ist eben einmal ein Bruch, alles andere wäre nicht von dieser Welt. Dennoch ist es ganz sicher kein schlechter Film. Die Überraschung ist eigentlich, wie gut er dennoch unterhält, und ausgelassene Freude bereitet. Bei den Minions sind die besten Szenen auch jene, die keinen Sinn ergeben, und dem Unsinn einfach nur freien Lauf lassen. Der Lego-Stein-Gag ist so vorhersehbar, und trotzdem brüllend komisch. Aber zurück zur sogenannten Handlung, in welcher die Minions in der Stummfilmära zu Superstars aufsteigen. Doch dann kommt der Tonfilm – ganz schlecht für Minions.

Minions Monsters a - (c) UNIVERSAL STUDIOS

Der längste von den sieben Filmen der Gru-Welt ist 98 Minuten („Unverbesserlich 2“), ansonsten gibt es einen Durchschnitt von 91 Minuten. Die perfekte Zeit für Komödien, und erst Recht für Familienfilme. „Minions & Monsters“ geht 90 Minuten, und das macht es relativ erträglich, dass am Wendepunkt und dann im dritten Akt zwei andere Akteure die Geschichte bestimmen. Goomi, ein Chtulhu-ähnliches Monster aus H.P. Lovecrafts Fantasien (inklusive einer Szene mit den ‚Bergen des Wahnsinns‘). Und Roboter Dort, der an „Der Tag, an dem die Erde still stand“ erinnern soll. Das nimmt viel von der vorangegangenen Energie, welche rein von den Minions ausging. Goomi und Dort, sind interessante Figuren, stehen aber viel zu stark im Vordergrund.

Alles in allem bleibt der Film aber kurzweilig. Und wenn er auch nicht der Beste der Reihe ist, bleibt er unglaublich unterhaltsam. Regisseur Pierre Coffin hat sich mit seinem Co-Autor auch mächtig ins Zeug gelegt, um keine Gelegenheit für einen filmhistorischen Bezug, für Filmzitate oder das Leben in Hollywood zu verpassen. Kaum ein Bild ohne eine Anspielung, nicht eine Szene ohne Querverweis. Das betrifft nicht nur die Anfänge des Films, sondern auch unzählige Klassiker. Ob im Dialog, versteckt im Hintergrund, im Szenenbild oder einfach nachgespielt – in dieser Fülle können selbst die größten Filmfreaks beim Zählen nicht mithalten. Pierre Coffin geht sogar soweit, dass auch der verknotete Flieger vom „verrückten Flugzeug“ zu sehen ist.

Technisch ist „Minions & Monsters“ tadellos, mit einer herrlichen Montage, die den Film richtig vorantreibt, und einer stimmigen Bildführung, welche die endlose Energie der gelben Chaoten unterstreicht. Zudem spielt die Kameraperspektive auch wundervoll mit überraschenden Momenten, oder zeichnet zur Freude aller Cineasten bekannte Filmmotive nach (‚Rosebud…‘). Die musikalische Untermalung hat dieses Mal John Powell übernommen, der nach sechs Filmen Heitor Pereira ablöst.

Und Powell nutzt die Gelegenheit mit einem sehr stimmigen und durchaus ironischem ‚Hooray for Hollywood‘-Score, den glamourösen Swing vergangener Zeiten ausleben zu können. Wenn Pierre Coffin auch nicht das Spaß-Niveau vorheriger Minions erreicht, ist ihm eine fantastische Hommage auf den Film und die gesamte Hollywood-Maschinerie gelungen. Garniert mit sehr viel effektiven und bösen Spitzen gegen das Establishment. Die Monster bremsen das Spektakel an unsinniger Anarchie etwas aus. Doch wirklich uninteressant oder öde wird es mit diesem Familienspaß nie. Für keine Altersgruppe. Als ob es mit den Minions jemals langweilig werden könnte…

Minions Monsters b - (c) UNIVERSAL STUDIOS


Darsteller: James, Ed, Henry
Mit den Stimmen im Original:
Pierre Coffin – Minions
Trey Parker – Goomi
Allsion Janney – Olivia
Jeff Bridges – Frank / Elwood
Jesse Eisenberg – Dort
Christoph Waltz – Max
Zoey Deutch – Debbie
u.a.

Regie: Pierre Coffin
Drehbuch: Pierre Coffin, Brian Lynch
Bildschnitt: Gregory Perler
Musik: John Powell
Art Dircetion: Charlotte Hutchinson
USA / 2026
90 Minuten

Bildrechte: UNIVERSAL STUDIOS
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