ZOMBIES IM ZOO

Night of Zoocpocalypse - (c) LEONINE DistributionNIGHT OF THE ZOOPOCALYPSE
– Bundesstart 11.06.2026
– First-Release 23.01.2025 (RUS)

Der Entwurf dieses Films stammt – von allen Fantastik-Autoren – ausgerechnet von Clive Barker. Angst und Vorsicht sind begründet, aber nicht mehr notwendig. Die kreative Schreibkunst der bislang kaum bekannten James Kee und Steven Hoban haben diverse Änderung im Konzept von Barker vorgenommen. Jetzt ist „Zombies im Zoo“ ein ansehnlicher und vor allem auch unbedenklicher Kinospaß – es fragt sich nur für welches Publikum. In Vancouver gibt es einen Freizeitpark mit Zoo. Die eingesperrten Tiere fristen ihr Dasein mit dem unbeirrbaren Glauben, dass ihre jetzigen Situation mit ihren eigentlich natürlichen Lebensbedingungen gleichzusetzen wäre. Eines Nachts schlägt ein winziger Meteorit ausgerechnet bei einem Hasen im Streichelzoo ein. Ohne erkennbare Gründe frisst der Hase das kosmische Gestein, und mutiert zu einem grün strahlenden Monster – wie alle anderen Tiere, die dieser Alpha-Hase beißt. Die wiederum andere beißen… und so weiter, und so weiter… wer kennt nicht die Zombie-Regeln. Mit der Ausnahme, dass hier niemand gefressen wird.

Hauptfigur ist die vorwitzige Wölfin Gracie, die in Gefangenschaft aufgewachsen ist. Gracie muss sich mit dem mürrischen Puma Dan zusammentun, der gerade direkt aus der Wildnis in den Zoo kam. Das ungleiche Paar muss noch ein paar andere, sehr seltsame Kameraden vor der Zoopocalypse retten, bevor alle Tiere hoffnungslos verloren sind. Da gibt es zum Beispiel den Lemuren Xavier, der die meiste Zeit in der Krankenstation verbringt, weil er dort im Fernsehen bis zum Abwinken alte B-Movies sehen kann. Wenn die Handlung richtig in Fahrt kommt, ist es Xavier, der mit seiner Fernseherfahrung jeden dramaturgischen Schritt in Filmsprache kommentieren kann.

Xavier ist der Charakter der in Andeutung einer Metaebene – für das erwachsene Publikum zuständig ist. Es gibt noch den extrem sarkastischen Strauß Ash, oder den nicht minder anstrengenden überheblichen Nasenaffen Felix – und andere chaotische Figuren für Kind gerechte Abwechslung. Wölfin Gracie und Puma Dan bilden in dieser Mission die moralische Komponente. Die Artengrenze überschreiten, zusammenarbeiten, für andere einzustehen, um zu helfen. Die unverrückbare Grundstruktur eines jeden Familienfilms. Bleibt immer noch die Frage: Für welches Publikum.

Night of Zoocpocalypse 1 - (c) LEONINE Distribution

Es ist dem Regie-Duo Ricardo Curtis und Rodrigo Perez-Castro nicht abzusprechen, dass sie durchaus Bilder, Situationen und Worte finden, um richtig gruselig zu unterhalten. Es gelingt ihnen aber auch hervorragend, aus jeder der zum Teil sehr intensiven Szenen mit einer humorvollen Auflösung herauszukommen. Während Erwachsene durchaus einen vergnüglichen Film mit mildem Grusel, dafür sarkastischen und metaphysischen Witz genießen können, bleibt das eigentliche Zielpublikum außen vor. Welche Altersfreigabe „Zombies im Zoo“ auch haben wird. Für Kinder unter 10 Jahren ist er definitiv zu extrem, und über Zwölfjährige finden weit anspruchsvolleres Gruselkino.

Der Grat ist schmal, was durchaus auch an der visuellen Umsetzung liegt. Bis auf Strauß Ash sind die Tier in ihrem Design nur schwer als ihre Art zu erkennen. Bei Gracie geht es sogar so weit, dass sie immer wieder an Sonic the Hedgehog erinnert. Wie die Macher selbst zur Kenntnis geben, hat die Produktion aus Kostengründen auf komplexeres und detaillierteres Charakterdesign verzichtet. Bei allen ‚infizierten‘ Tieren wurde auch auf die ohnehin spärliche Felltextur verzichtet. In Zeiten eines „Flow“, der von einem Ein-Mann-Team mit Blender realisiert wurde, wirkt „Zombies im Zoo“ in seiner schlichten Optik rundherum unzeitgemäß – der von drei Studios realisiert wurde.

Die Botschaft ist inspirierend, die Figurenzeichnungen sind geistreich bis urkomisch, und die Geschichte ist solide. Ricardo Curtis und Rodrigo Perez-Castro können durchaus etwas mit dem Stoff anfangen. Doch sie definieren weder neue moralische Ansprüche, noch erfinden sie den Familienfilm neu. Und vom Animationsfilm darf man gar nicht erst reden. Bleibt noch der Horrorfilm als solcher: Da haben sich „Coraline“, „Nightmare before Christmas“ oder auch „Monster House“ einen richtig verdienten Kultstatus erworben. Dieser bleibt hier sicherlich aus. Wer es dennoch wagt, darf sich wenigstens auf originelle Figuren und rasante Handlung freuen. Und Spuren von Clive Barker – wie ihm sein Ruf vorauseilt – muss man nicht fürchten.

Night of Zoocpocalypse 2 - (c) LEONINE Distribution


Original Stimmentalente:
Timberwolf Gracie: Gabbi Kosmidis
Puma Dan: David Harbour
Lemur Xavier: Pierre Simpson
Nasenaffe Felix: Paul Sun-Hyung Lee
Strauß Ash: Scott Thompson
Zwergnilpferd Poot: Christina Nova
Capybara Frida: Heather Loreto
u.a.

Regie: Ricardo Curtis, Rodrigo Perez-Castro
Drehbuch: James Kee, Steven Hoban
nach einem Entwurf von Clive Barker

Charakter Design: Hadi Tabasi
Bildschnitt: Matt Ahrens, Gilad Carmel
Musik: Dan Levy
Art Director: Kevin R. Adams
Kanada, Belgien, Frankreich / 2024
91 Minuten

Bildrechte: LEONINE DISTRIBUTION
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