BIRDMAN (oder die unerhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

BIRDMAN: or (The Unexpected Virtue Of Ignorance) – Bundesstart 29.01.2015

Birdman-1, Copyright  20th Century Fox of GermanyAlles an BIRDMAN ist irgendwie verdreht, aber nichts davon verkehrt. Ein eigenartiger Film, von dem man nicht weiß, was man erwarten soll, und am Ende zur Erkenntnis kommt, alles kam unerwartet. Ein eigenartiger Film, weil er tatsächlich seine ganz eigene Art hat. Alejandro González Iñárritu hat noch nie einfache Filme gemacht, aber stets extrem komplexe Reflexionen über das menschliche Individuum. Eine Komödie ist dabei bisher noch nicht entstanden. Doch bei BIRDMAN ist eben alles irgendwie verdreht. Aber wer dieser Komödie den eigentlichen Witz absprechen will, liegt damit auch nicht so fern, denn der Film hat keinerlei pointierten Humor. Aber für ein Drama ist er wiederrum viel zu witzig. BIRDMAN ist eine Weiterentwicklung in Alejandro González Iñárritus Schaffenskraft. Und weil er noch nie einfache Filme gemacht hat, ändert sich das auch nicht mit BIRDMAN. Am Ende des Films lautet die Schlagzeile einer Zeitung über die Hauptfigur: Die unerwartete Macht von Ignoranz. Wo die Deutschen wieder die ‚Ahnungslosigkeit‘ im Titel hernehmen bleibt ein Rätsel. Gleichzeitig ist diese unerwartete Macht von Ignoranz auch auf den Film selbst übertragbar. Aber dazu muss man sich erst einmal auf BIRDMAN einlassen, man muss dafür bereit sein. Und das ist nicht sehr einfach.

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BAYMAX – Riesiges Robowabohu

BIG HERO 6 – Bundesstart 22.01.15

Big-Hero-6-1, Copyright  Walt Disney Studios Motion PicturesDas Marvel-Universum ist groß, und auch sehr vielschichtig. Jetzt wo das Maus-Haus die Hand auf den größten Teil der Rechte hat, muss es doch in dem unermesslichen Schätzen dieses Universums etwas geben, das Disney tatsächlich für sich filmisch umsetzen kann. Sie tun weiße, wirklich die Finger von Marvels selbst produzierten Cinematic-Universe zu lassen. Die um die AVENGERS gruppierten Filme sind einfach eine zu perfekt geölte Maschinerie, als dass sie eine wechselnde Führung vertragen würden. Aber das Marvel-Universum ist groß. Und so dauerte es auch nicht lange bis die Produzenten auf die kaum bekannten BIG HERO 6 des Autoren-Kollektivs Man of Action stießen. Mit einem knuffigen Roboter. Genau Disneys Ding. Eigentlich sind alle Roboter bei Disney knuffig, weil Disney eine kindliche Verantwortung trägt. Aber ein aufblasbarer Roboter? Das ist neu, das ist innovativ, und es ist eine bereits in der Entwicklung befindliche Technologie. Dazu ein etwas einfältiges Aussehen, ein wenig schusseliges Benehmen, kauzig in seiner Art. Und dann wächst er über sich hinaus. Nicht nur er allein, sondern zusammen mit seinem menschlichen Freund, wo beide noch nicht wissen, dass sie Freunde sind. Das ist der Stoff, mit dem Disney sein Imperium finanziert.  

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Auf DVD / BluRay: SPUREN

Im Zusammenhang mit DER GROßE TRIP – WILD

TRACKS – Bundesstart 10.04.2014 – DVD/BluRay 28.10.14

Tracks-1, Copyright The Weinstein Company / Ascot Elite Entertainment Group1977 machte sich Robyn Davidson mit ihrem Hund Diggity und vier Kamelen auf eine 1700 Meilen lange Wanderung vom australischen Alice Springs an die Westküste. Warum Davidson die strapaziöse Reise durch das Outback wagte, wird im Film selbst nie wirklich schlüssig. Oftmals antwortet der Charakter mit einem „warum nicht?“. Irgendwann meint sie in ihren inneren Monologen, dass wahrscheinlich ihr Vater Inspiration dafür gewesen sei, der früher viel durch Afrika gereist war. Aber auch hier scheint sich Davidson im Film nicht wirklich sicher zu sein. Jeder rät ihr von dem Vorhaben ab. Zu lang, zu gefährlich, als Frau allein unverantwortlich. Etwas, dass Robyn Davidson erst recht anzutreiben scheint. Um sich die Reise finanzieren zu können, verkauft sie ihre Geschichte im Voraus an das National Geographic Magazine. Das sie allerdings an verschiedenen Punkten entlang der Strecke, immer wieder von einem Fotograf abgelichtet werden wird, passt überhaupt nicht in Robyns Vorstellung. Nur widerwillig lässt sie sich darauf ein. Und gegen jede Vernunft, beginnt sie ihre neun Monate dauernde Wanderung.

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DER GROßE TRIP – Wild

In Zusammenhang mit SPUREN – TRACKS

WILD – Bundesstart 15.01.2015

Wild-1,  Copyright Twentieth Century Fox of GermanyMit zweiundzwanzig Jahren verliert Cheryl Strayed ihre Mutter. Nichts ahnend, wie viel ihr diese Frau tatsächlich bedeutete, und wie wichtig sie für Cheryl eigentlich war. Mit 26 ist sie ganz unten angekommen, und sie weiß, dass sie nur mit einem ganz drastischen Schritt dem Teufelskreis von Heroin und Promiskuität entfliehen kann. Dieser drastische Schritt kommt mit einem zufälligen Blick auf einen Wanderführer für den Pacific Crest Trail. Cheryl muss weg aus ihrem selbstzerstörerischen Umfeld, und sie muss zu sich selbst finden, was nur in Einsamkeit gelingen kann. Und so eine Geschichte ist auch für den Zuschauer nicht wirklich neu. Bleibt man im Kino, denkt man bei Cheryls Ausstieg schon allein wegen des Titels an Sean Penns INTO THE WILD, die Selbstfindung einer Frau ist bei EAT PRAY LOVE ja am populärsten vertreten, und die unglaublichen Strapazen dieser Reise, gepaart mit der Konfrontation des eigenen Selbst, vermitteln einen Hauch von 127 HOURS. Eigentlich ist Reese Witherspoons WILD auch eine Mischung von allem, und doch hat er nichts mit diesen Filmen gemein. Es ist Witherspoons Film, auch wenn DALLAS BUYERS CLUB Regisseur Jean-Marc Vallée die Inszenierung übernahm. Aber das Sunny-Girl, das bisher nur selten ernste Rollen spielte, hat bereits die Rechte an der Geschichte von Cheryl Strayed für ihre Firma Pacific Standard erworben, noch bevor das Buch überhaupt veröffentlicht wurde. Sich selbst für die Hauptrolle besetzend, zeigt sich WILD zweifellos als eine Herzensangelegenheit.

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OUIJA – Spiel nicht mit dem Teufel

OUIJA – Bundesstart 22.01.2015

Ouija-1, Copyright Universal Pictures InternationalErfunden wurde das später auch Hexenbrett benannte Ouija als launiges Gesellschaftsspiel. Wenn im Film von einem antiken Ouija die Rede ist, sollte es eher antiquarisch heißen, denn erst 1890 wurde es zum Patent angemeldet. Und da hatte es noch keinerlei paranormalen Bezug. Als die zehnjährigen Laine und Debbie im Kinderzimmer mit einem alten Brett spielen, glauben sie durch das zum Brett gehörende Planchette tatsächlich einen Geist zu sehen, der sich allerdings als Laines Schwester heraus stellt. Aber genau so funktioniert eigentlich das Spiel, dass man sich in einer Art kollektiven Unterbewusstsein die Botschaften selbst schreibt, ohne es zu bemerken. Erst Jahre nach seiner Erfindung brachte man das Ouija mit dem Übersinnlichen in Verbindung, was sich über die Zeit nicht nur verstärkte, sondern das Spiel als eine Art Verbindung zu der Welt der Geister und Dämonen regelrecht manifestierte. Wie auch Debbie sechs Jahre später in Erfahrung bringen muss, als sie das schon vergessene Brett beim Putzen auf dem Dachboden findet. Denn was die Mädchen vor Jahren aus Jux und Tollerei begannen, fordert nun seinen Tribut.

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UNBROKEN – Überleben. Mut. Vergebung.

UNBROKEN – Bundesstart 15.01.2015

Unbroken-1, Copyright Universal Pictures InternationalDies ist die Geschichte von Louis Zamperini, der sich als kleiner Junge aufmüpfig und unkonventionell gebar. Im Amerika Mitte der Zwanzigerjahre als italienischer Migrantensohn kein angebrachtes Verhalten in einem kleinen Kaff wie Olean, im Staate New York, wo die Zamperini Familie als vermeintliche Ausländer ohnehin unter kritischer Beobachtung standen. Und wenn Louis bei seinen alltäglichen Anfeindungen fürs kämpfen zu schwächlich war, dann konnte laufen helfen. Sein älterer Bruder Pete erkennt sofort Louis‘ Potential, und beginnt ihn zu trainieren. Was Louis Zamperini schließlich 1936 zu den Olympischen Spielen nach Berlin bringt. Dies ist seine wahre Geschichte. Und wie das mit Filmen nach wahren Geschichten so ist, bekommen sie immer Schwierigkeiten. Nichts neues, wenn es während der Oscar-Kampagnen um biografische Filme geht. Da wird gerne mit Dreck geworfen, um auf einen eventuellen Oscar-Kandidaten ein schlechtes Licht zu werfen. Eine Praxis die mittlerweile nur all zu auffällig geworden ist, aber auch UNBROKEN nicht verschont. So werden plötzlich viele Handlungspunkte in Frage gestellt, die das Drehbuch aus diversen Biografien, aber besonders Laura Hillenbrands Buch übernommen hat. Zum Beispiel Zamperinis Überlebenskampf auf See, oder die Verhältnisse im japanischen Gefangenenlager. Kritikpunkte, die man ignorieren könnte. Das Problem ist Angelina Jolies zweite Kino-Inszenierung, die genau diesen Eindruck unterstützt, dass einige Eckpunkte tatsächlich sehr zu Gunsten einer ausschweifenden Dramatik verdreht wurden.

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96 HOURS – Taken 3

TAKEN 3 – Bundesstart 08.01.2015

Taken3-1, Copyright Universum Film (UFA)Wenn sich Luc Besson und Robert Mark Kamen zusammen setzen und ein Drehbuch verfassen, dann kann man was erleben. Immerhin war Kamen der Mann, dem die Welt KARATE KID zu verdanken hat, ja leider auch die Fortsetzungen und das Remake, aber dann entschädigt doch wieder LETHAL WEAPON 3. Was Robert Mark Kamen in Kollaboration mit Besson zu Papier bringt, ist dann schon wieder eine ganz andere Liga. Da gibt es die komplette TRANSPORTER-Reihe, von der ein neuer Film in Post-Produktion ist, und zwei weitere bereits angekündigt sind. Die anfänglich ansprechende Idee mit ihrer rasanten Umsetzung konnte allerdings kein bisschen Aufwertung in seiner Weiterführung erfahren, wenn man es so großzügig ausdrücken darf. Auch mit 96 HOURS – TAKEN überzeugten sie anfänglich durch die kaltblütige Geradlinigkeit der Handlung, die auf das Wesentlichste reduziert, mit einem verbissenen Liam Neeson verdiente Aufmerksamkeit erhielt. Was sich bereits mit dem zweiten Teil verflüchtigt hatte, wo sich Besson und Kamen bemüßigt sahen, eine haarsträubende Handlung, als ernsthaft filmisches Konstrukt verkaufen zu wollen. Vielleicht bestand eine eherne Absicht, die kurze Reihe wenigstens würdevoll zu Ende zu bringen. Groß prangt auf den Plakaten: Alles endet hier. Und das ist auch gut so.

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ANNIE

ANNIE – Bundesstart 15.01.2015

Annie-1, Copyright Sony Pictures ReleasingMusicals sind ja wirklich eine Seltenheit im Kino geworden. Lediglich Disney-Filme wagen es noch immer, immer wieder spontan und unmotiviert in Gesang auszubrechen. Und genau das erklärt aber auch den Schwund in diesem Genre, weil selbst die schönsten Lieder den dramatischen Fluss eines Filmes eigentlich nur aufhalten. Eine Arie in der Oper bedeutet ja auch, das die Handlung ruht. Man muss sich also einiges einfallen lassen, um den Stillstand nicht als solchen zu vermitteln, weil diese Stücke dann doch eine erklärende Bedeutung haben. Robert Wise schaffte das bei WEST SIDE STORY mit atemberaubenden Bildkompositionen und herausragenden Choreografien. Und wie schafft das Will Gluck bei ANNIE? In dem er das Genre Musical erst einmal genau durchleuchtet hat, ganz offensichtlich mit dem Anspruch, sich so weit wie möglich von den Genre-Standards fern zu halten. Heraus gekommen ist eine vergnügliche Neuinterpretation eines fast 40 Jahre alten Bühnenstückes, und einem über 30 Jahre alten Filmes. Ein Film des Meisters John Houston im Übrigen, bei dem noch vor 1982 ein frohlockendes Musical über ein Waisenkind mit ungetrübter Lebensfreude in der Vita kaum vorstellbar gewesen wäre.

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THE OSCARS: Nominierungen 2015

THE ACADEMY AWARDS OF MERIT 2015 for 2014

oscars14-a, Copyright A.M.P.A.S.BESTER FILM

American Sniper – 6 – Hauptdarsteller, Bildschnitt, Film, Toneffekte, Tonmischung, adaptiertes Drehbuch
Birdman – 9 – Hauptdarsteller, Nebendarsteller, Nebendarstellerin, Film, Kamera, Regie, Toneffekte, Tonmischung, Original-Drehbuch
Boyhood -6 – Nebendarsteller, Nebendarstellerin, Regie, Film, Bildschnitt, Original-Drehbuch
The Grand Budapest Hotel 9 – Kamera, Kostüm, Regie, Film, Bildschnitt, Makeup, Musik, Produktionsdesign, Original-Drehbuch
The Imitation Game 8 – Hauptdarsteller, Nebendarstellerin, Regie, Bildschnitt, Musik, Film, Produktionsdesign, adaptiertes Drehbuch
Selma – 2 – Film, Song
The Theory of Everything Die Entdeckung der Unendlichkeit 5 – Hauptdarsteller, Hauptdarstellerin, Musik, Film, adaptiertes Drehbuch
Whiplash – 5 – Nebendarsteller, Bildschnitt, Film, Tonmischung, adaptiertes Drehbuch

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THE GAMBLER

THE GAMBLER – Bundesstart 15.01.2015

Gambler-1, Copyright Paramount PicturesBereits 1867 schrieb Dostojewski den Roman DER SPIELER. Als über hundert Jahre später James Toback ein Drehbuch verfasste, welches die Geschichte in die Neuzeit versetzte, konnte natürlich nur ein Grundgerüst davon bleiben, was Fjodor Dostojewski einst geschrieben hatte. Geblieben ist eine klare Vorstellung, was der Schriftsteller mit seiner Geschichte vermitteln wollte. Ein strenger Blick auf die gesellschaftliche Toleranz gegenüber dem Glückspiel, und dem sittlichen Verfall von Spielsüchtigen. Und das in einer Zeit, wo man noch Jahrzehnte davon entfernt war, dass die Gesellschaft eine Sucht als Krankheitsbild anerkennen sollte. Mit Rupert Wyatts jetzt erschienen Filmfassung, gibt es mindestens zwölf Verfilmungen von Dostojewskis Roman. In diesem Zusammenhang ist allerdings lediglich Karel Reisz‘ Interpretation nach James Tobacks Drehbuch von 1974 interessant. Denn hier setzt William Monahan seine Neuausrichtung der Geschichte an. Aus den langsam in die Spielsucht abrutschenden Figuren, wird ein einziger, bereits unhaltbar süchtiger Charakter. Das Toback aus Dostojewskis General, ausgerechnet einen Literatur Professor macht, ist dann schon wieder ein bewundernswerter Kniff in Anbetracht einer Buchvorlage. Das für Monahan gerade darin der besondere Reiz für ein Remake lag, merkt man umgehend an den stets ans Existenzielle gehenden Dialogen.

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EDITORIAL: Golden Globes – Die Show

MainstreamWie jedes Jahr beginnen diese Zeilen traditionell mit: Es war eine rauschende Ballnacht. Und das war sie ganz gewiss, obwohl in dieser vergangenen Nacht merklich wenig Künstler wegen Trinkaktivitäten auffällig waren. Nun, bei Ricky Gervais konnte man sich da nicht so sicher sein. Aber seine Präsentation machte auch deutlich, dass während der Show selbst immer wieder der Biss fehlte, diese kleinen Unverschämtheiten, die dann doch ihre Wahrheiten bargen. Gastgeber Tina Fey und Amy Poehler gaben bei ihrem Eingangsdialog erst einmal Gas, und ließen nichts aus, was in den letzten Wochen die Filmwelt bewegte, einschließlich eines gewagten Schusses gegen Bill Cosby. Doch von da an ließ die Dynamik und der Unterhaltungswert merklich nach. Völlig daneben waren gleich drei Auftritte von Stand-Up-Komikerin Margaret Cho als Vertreterin Nordkoreas, wo einer schon überflüssig gewesen wäre. Schon die Preisträger geizten in ihren Dankesreden nicht an Mahnungen gegen Terror und für Redefreiheit. Und als Hollywood Foreign Press Association PräsidentGlobes15-2, Copyright Hollywood Foreign Press Association Theo Kingma seine kurze Ansprache beendete, indem er eine Brück von Nordkorea zu Charlie Hebdo schlug, da war der Ballsaal mit einem Mal für Ovationen auf den Beinen. Worte, die man eher von George Clooney erwartet hätte. Der Cecil B. DeMille Award Empfänger gab sich allerdings lieber erstaunlich persönlich. Schon auf dem roten Teppich zeigten sich die affektierten Mode-Kritiker schockiert, dass Clooney den selben Anzug wie zu seiner Hochzeit trug. Mit seiner Dankensrede wurde auch klar warum, richtete er sich dabei hauptsächlich an seine frisch getraute Frau Amal, und wie glücklich er sich schätzen könnte. Eine der bewegenderen Reden an diesem Abend.

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GOLDEN GLOBES 2015: Die Gewinner

golden-globe-01, Copyright HFPAGEWINNER-LISTE MIT ALLEN NOMINIERTEN, hier lang.

Der Cecil B. DeMille Award für humanitäre Verdienste ging an GEORGE CLOONEY

Film – Drama Boyhood

Hauptdarsteller – Drama Eddie Redmayne – The Theory of Everything / Die Entdeckung der Unendlichkeit

Hauptdarstellerin – Drama Julianne Moore – Still Alice

Film – Comedy / Musical The Grand Budapest Hotel

Hauptdarsteller – Comedy / Musical Michael Keaton – Birdman

Hauptdarstellerin – Comedy / Musical Amy Adams – Big Eyes

Regisseur Richard Linklater – Boyhood

Nebendarsteller J.K. Simmons – Whiplash

Nebendarstellerin Patricia Arquette – Boyhood

Drehbuch Alejandro Gonzalez Inarritu, Nicolas Giacobone, Alexander Dinelaris, Armando Bo – Birdman

Animationsfilm How to Train Your Dragon 2 – Drachenzähmen leicht gemacht

Nicht englischsprachiger Film Leviathan, Russia

Original Song Glory – Selma (John Legend, Common)

Original Score Johann Johannsson – The Theory of Everything / Die Entdeckung der Unendlichkeit

FERNSEHEN

Serie – Drama The Affair

Hauptdarsteller – Drama Kevin Spacey – House of Cards

Hauptdarstellerin – Drama Ruth Wilson – The Affair

Miniserie / TV-Film Fargo

Hauptdarsteller – Miniserie / TV-Film Billy Bob Thornton – Fargo

Hauptdarstellerin – Miniserie / TV-Film Maggie Gyllenhaal – The Honorable Woman

Serie – Komödie Transparent

Hauptdarsteller – Komödie Jeffrey Tambor – Transparent

Hauptdarstellerin – Komödie Gina Rodriguez – Jane the Virgin

Nebendarsteller – Serie / Miniserie / TV-Film Matt Bomer – The Normal Heart

Nebendarstellerin – Serie / Miniserie / TV-Film Joanne Froggatt – Downton Abbey

LISTE MIT ALLEN NOMINIERTEN, hier lang

Bildrechte: HFPA
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ST. VINCENT

ST. VINCENT – Bundesstart 08.01.2015

St-Vincent-1, Copyright Polyband / Sony Pictures FilmverleihVincent MacKenna ist laut, ungehobelt, und egozentrisch. Vincent hält nicht viel von Hygiene, ignoriert seine Schulden, und lässt bestimmt nicht die Finger vom Alkohol. Und wenn er einen Apfel am Obststand klaut, dann nur, um ihn irgendwo gegen die Wand zu schmeißen. Vincent ist offen und direkt, und nimmt nie ein Blatt vor den Mund. Vincent regt sich nicht auf, sagt dafür was und wie er es denkt. Er ist ein sehr unangenehmer Mensch. Für seinen kaputten Zaun, den er selbst im Suff überfuhr, macht er gleich einmal seine neue Nachbarin verantwortlich, die von Vincents Charakter so perplex ist, dass sie bereitwillig für den Schaden aufkommt. Wenn man also diese Figur mit dem verheißungsvollen Namen Bill Murray in Zusammenhang bringt, dann ist das eine sichere Wette. Keine Wette die Vincent gefallen würde, weil die Quote sehr niedrig wäre. Früher, da hätte Walter Matthau so eine Rolle treffsicher verkörpert, den Unsympath, den man einfach liebhaben möchte. Und Walter Matthau hat solche Rollen gespielt, sogar meisterlich, wie in EIN REIZENDER FRATZ. Irgendwie muss Filmautor Theodore Melfi genau diese Art von Film und Darsteller im Sinn gehabt haben, als er das Drehbuch verfasste. Und wenn man den Film etwas eingehender betrachtet, dann hat er tatsächlich diese Atmosphäre des altbekannten, nichts, was man nicht schon des Öfteren gesehen hätte.

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THE BEST OF ME – Mein Weg zu dir

THE BEST OF ME – Bundesstart 08.01.2015

Best-of-me-1, Copyright Senator Filmverleih / CentralNach 18 Jahren treffen sich Amanda und Dawson wieder. Einst war es Liebe auf den ersten Blick, innig und vertraut. Nun stehen sie sich wieder gegenüber, unsicher und eingeschüchtert. Sie ist unbehaglich berührt, er planlos und nervös. Was diese Liebe so unvermittelt auseinandergerissen haben könnte, weiß man nicht. Doch als ein väterlicher Freund beiden zu gleichen Teilen sein Erbe vermacht, kommen Amanda und Dawson nicht umhin, ihre Vergangenheit Revue passieren zu lassen, und diese aufzuarbeiten. Auch BEST OF ME kontert, wie viele voran gegangenen Nicholas-Sparks-Verfilmungen, mit überraschenden atmosphärischen Wechseln. Und Nicholas Sparks ist nicht Rosamunde Pilcher, auch wenn sich Sparks in seinen Geschichten anfänglich immer so zuckersüß und wild romantisch präsentiert. Wenn man so frech sein darf, um Sparks-Verfilmungen als Frauenfilme bezeichnen zu dürfen, so haben sie den üblichen Chick-Flicks einiges voraus. Sie nehmen ihr männliches Publikum auf, wo es sich noch augenrollend über „solche Frauen Sachen“ lustig machen wird. Aber stets überraschen sie in der zweiten Hälfte mit einem dramaturgischen Faustschlag. Und BEST OF ME ist in dieser Beziehung besonders intensiv und überraschend.

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DIE PARTY BULLEN – let’s be Cops

LET’S BE COPS – Bundesstart 08.01.2015

LetsBeCops-1, Copyright  Twentieth Century Fox of GermanyAufmerksame Fernsehfreunde werden bei der ersten Ankündigung von LET’S BE COPS staunend Hoppla gerufen haben. Wollen die Macher der Zooey Deschanel Serie NEW GIRL etwa das Kino erobern? Oder war es purer Zufall, dass zwei der fünf Hauptprotagonisten zusammen in einer albernen Komödie die führenden Positionen übernehmen? Natürlich nur Zufall. Jake Johnson und Damon Wayans Jr., kommen aus der Stand-Up-Comedy. Genau wie ihre Mitspieler Rob Riggle, Keegan-Michael Key und Jonathan Lajoie, womit man zumindest wieder bei einem Fünfergespann wäre. Wobei man in den ersten fünfzehn Minuten von LET’S BE COPS durchaus das Gefühl bekommt bei einer längeren Episode von NEW GIRL gelandet zu sein. Zwei Verlierer, die noch nichts im Leben erreicht haben. Der eine will es nicht wahrhaben, der andere kapituliert frustriert. Gegenseitiges Schulterklopfen, Trost spendende Worte, hier ein Witz, da ein Wortspiel. Das ist nicht unwitzig, mit seinen sympathischen Darstellern sogar hübsch anzuschauen, aber die Vorschau versprach da wesentlich mehr. Wenn zwei Anfangsdreißiger, die vom eigenen Leben enttäuscht sind, mit ausgeliehenen Polizeiuniformen alle Konventionen in den Rinnstein werfen, und richtig Gas geben können, dann hat das anarchisches Potential höchster Geschmacklosigkeitsstufe. Die Macher von NEW GIRL hätten das vielleicht sogar hinbekommen, aber die haben tatsächlich nichts mit dieser Produktion zu tun.

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