ANNIE – Bundesstart 15.01.2015
Musicals sind ja wirklich eine Seltenheit im Kino geworden. Lediglich Disney-Filme wagen es noch immer, immer wieder spontan und unmotiviert in Gesang auszubrechen. Und genau das erklärt aber auch den Schwund in diesem Genre, weil selbst die schönsten Lieder den dramatischen Fluss eines Filmes eigentlich nur aufhalten. Eine Arie in der Oper bedeutet ja auch, das die Handlung ruht. Man muss sich also einiges einfallen lassen, um den Stillstand nicht als solchen zu vermitteln, weil diese Stücke dann doch eine erklärende Bedeutung haben. Robert Wise schaffte das bei WEST SIDE STORY mit atemberaubenden Bildkompositionen und herausragenden Choreografien. Und wie schafft das Will Gluck bei ANNIE? In dem er das Genre Musical erst einmal genau durchleuchtet hat, ganz offensichtlich mit dem Anspruch, sich so weit wie möglich von den Genre-Standards fern zu halten. Heraus gekommen ist eine vergnügliche Neuinterpretation eines fast 40 Jahre alten Bühnenstückes, und einem über 30 Jahre alten Filmes. Ein Film des Meisters John Houston im Übrigen, bei dem noch vor 1982 ein frohlockendes Musical über ein Waisenkind mit ungetrübter Lebensfreude in der Vita kaum vorstellbar gewesen wäre.





Hauptdarsteller – Drama 







