HITCHCOCK verliert gegen THE GIRL

HITCHCOCK – Bundesstart 14.03.2013

Entweder war es wieder einmal purer Zufall, oder es gab wieder einen ganz Schlauen bei HBO. Da die Studio-Mühlen merklich langsamer malen, und bei Fernsehproduktionen wesentlich schneller reagiert werden kann, ist Letzteres zu vermuten. Von HITCHCOCKs Drehbuchänderungen ist soviel bekannt, dass der Schwerpunkt schließlich auf die Beziehung von Hitchcock und seiner Frau Alma Reville verlegt wurde. THE GIRL hingegen thematisiert ganz klar die pathologische Fixierung des Regisseurs auf seine bevorzugt blonden Darstellerinnen. Da Stephen Rebellos Buch bereits seit 2005 zur Verfilmung anstand, könnte BBC und HBO-Films bei Donald Spotos umstrittenen Buch von 2009 entsprechend reagiert haben, um Fox letztendlich eine lange Nase zu zeigen. Sollte erwähnte Änderung bei der Fox-Verfilmung tatsächlich auf HBOs Produktion zurückzuführen sein, dann haben die Gewaltigen äußerst geschickt reagiert. Denn Rebellos Buch thematisiert eigentlich die Entstehung und Dreharbeiten von PSYCHO selbst, während Gwyneth Hughes‘ Drehbuch die besagten Dreharbeiten dazu nutzt, um die Beziehung des Paares Hitchcock zu betrachten.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Fernsehen gesehen, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

IMMER ÄRGER MIT 40 ist erfreulich

THIS IS 40 – Bundesstart 14.03.2013

Hier ist die Geschichte von Debbie und Pete. Beide werden in der selben Woche ihren vierzigsten Geburtstag  feiern. Allerdings wird Debbie zum wiederholten Male behaupten, das es ihr Achtunddreißigster ist. Sie hat eben ihre Schwierigkeiten mit dem Alter. Pete weniger, weil er glaubt, das ihn seine Retro-Plattenfirma ewige Jugend verleiht. Im Laufe der Handlung werden beide eines Besseren belehrt. Allerdings wird es auch ihre Ehe auf eine harte Probe stellen.

Im Grunde ist es eine geniale Idee. Man besucht nach ein paar Jahren die sympathische Nebenrollen eines beliebten Streifens, und beobachtet, was aus ihnen geworden ist. Judd Apatow hatte diese Idee, jener lustige Autor, Regisseur und Produzent, der die Raunchy-Comedy gesellschaftsfähig machte. Er hat Debbie und Pete als Nebenfiguren für KNOCKED UP – BEIM ERSTEN MAL geschrieben und inszeniert. Er ist immer auf Suche nach neuen Ideen, um auch weiterhin seine in Fankreisen benannte Apatow-Schmiede an der Spitze der Komödien-Lieferanten zu halten.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

SHOOT OUT – OHNE GNADE aber mit Wucht

BULLET TO THE HEAD – Bundesstart 07.03.2013

Falls jemand im Film SHOOT OUT das Shoot-Out vermissen sollte, dann liegt das nur an dem eingedeutschten Titel. Halt, der ist ja englisch, was wieder einmal einiges erklärt. Aber für das deutsche Publikum ist es eh nur der neue Film mit Sylvester Stallone. Und Stallone geht immer. Ist bestimmt so gut wie die EXPENDABLES-Filme. Nein, ist er nicht. Denn BULLET ist nicht der neue Film mit Stallone, sondern der neue Film von WALTER HILL. Einer, der sich eigentlich häufiger auf dem Regiestuhl einfinden sollte. Wer RED HEAT gesehen hat, sich bei beiden 48 HOURS amüsierte, oder bei CROSSROADS die Musik genoss, der weiß, dass Walter Hill genau der richtige für das Sub-Genre Buddy-Movie ist. Ein bisschen auch der Mann fürs Grobe. Sein Film WARRIORS provozierte Tode in den Zuschauerräumen, und als Produzent für die HBO-Serie DEADWOOD ließ er die Sprache von Fernsehserien revolutionieren. Mit ALIEN braucht man dabei gar nicht erst anfangen. BULLET TO THE HEAD ist ein Film von Walter Hill. Mit Sylvester Stallone.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

SAFE HAVEN – kein Licht in der Kinonacht

SAFE HAVEN – Bundesstart 07.03.2013

Nach dem LEUCHTEN DER STILLE vor noch nicht einmal drei Jahren ist dies Lasse Hallströms zweite Verfilmung eines Romans von Nicholas Sparks. Das ist der Mann, der Irving kongenial umsetzte und Annie Proulx zum Leben erweckte. Warum es Hallström zuerst und dann erneut in die Untiefen von Sparks drängt, bleibt deswegen ein Rätsel. SAFE HAVEN – WIE EIN LICHT IN DER NACHT beginnt wie ein Thriller, entwickelt sich zu einer Romanze und wird dann zu etwas Undefinierbarem, das man nicht versuchen sollte zu beschreiben, wenn man nichts vorwegnehmen will. Des Rätsels Lösung und der Weg dahin sind in der Geschichte dann doch etwas zu einfach gestrickt, was in den Händen dieses eigentlich hervorragenden Schauspieler-Regisseurs kein Thema sein sollte. Aber die Figuren der vor einer dunklen Vergangenheit fliehenden Katie und des ihren Weg kreuzenden Witwer-Vaters Alex sind keine schrulligen Charakteren eines GOTTES WERK UND TEUFELS BEITRAG oder tiefenpsychologische Realitäten aus SCHIFFSMELDUNGEN. Zudem sind Julianne Hough und Josh Duhamel einfach nur zu schön, um real zu sein. Sie sind zu perfekt, um glaubhaft zu werden. Was sich wie eine Wiederholung der ersten Hallström-Verfilmung von Sparks LEUCHTEN DER STILLE mit den gehypten Neulingen Channing Tatum und Amanda Seyfried ausnimmt.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

EDITORIAL: Ein guter Tag zum Ärgern

Erst war es ein verbarrikadiertes Hochhaus. Es folgte der in sich geschlossene Kosmos eines Flughafens. Dann kam der verdammte Steven Seagal, der auf diesen Zug aufsprang und einen Terroristen abschlachtenden Einzelkämpfer auf einem von der Außenwelt abgeschnittenen Schiff gab. Eine Idee, an der die DIE-HARD-Produzenten als zweite Fortsetzung arbeiteten, und die sie dann in die Tonne treten konnten. Schmarotzer Seagal roch den Braten und sprang erneut auf den Zug auf, um in einem fahrenden Zug Terroristen zu töten. Die DIE-HARD-Produzenten warfen daraufhin ein neues Konzept ins Spiel, in dem man den abgehalfterten Cop John McClane auf terroristische Schnitzeljagd durch den Großstadtdschungel jagt. Im fünften Teil ist es jetzt Moskau, und es macht den Film auch nicht besser.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Editorial, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

GET THE GRINGO

GET THE GRINGO – Bundesstart 28.02.2013

Gute Rollen sind für Mel Gibson nicht schwer zu finden. Hingegen ein gutes Publikum zu finden, das Mel Gibson sehen möchte, ist kaum noch möglich. Kein anderer Superstar der Traumfabrik hat sich in jüngster Zeit selbst so brutal aus dem Orbit geschossen, wie der Überheld des Buddy-Films. DER BIEBER hat Gibson als ernsthaften Mimen erneut bestätigt, und bei GET THE GRINGO hat er seinen Charme als liebenswert verschmitzter Halunke nicht verlernt. Aber davor, dazwischen und danach war dann eben doch zu viel Alkohol, Gewalt gegen Frauen und Antisemitismus. Irgendwo auf dieser Strecke wäre er noch entschuldigt gewesen, aber die eine oder andere Fahrzeugkontrolle war dann doch zu viel.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

THE CRIME – ein Fuchs an Thriller

THE SWEENEY – Bundesstart 28.02.2013

Nick Loves’ Version von THE SWEENEY ist ganz offensichtlich ein Kind, das aus dem Schatten von Michael Manns HEAT erwachsen ist. Mit der populären britischen Serie DIE FÜCHSE hat der Film hingegen kaum noch zu tun, welche das eigentlich Vorbild von THE SWEENEY sein sollte. Was blieb, sind die Namen und Ränge der Charaktere dieser “fliegenden Einheit”, die sich wegen ihrer hohen Aufklärungsrate so manche Auswüchse leisten kann, die anderen Sondereinheiten längst den Polizeidienst gekostet hätten. Witzige Anekdote bei diesem Remake ist, dass eine von Ray Winstons ersten Rollen ein winziger Auftritt bei DIE FÜCHSE 1976 war. 36 Jahre später spielt er selbst den charismatischen Führer Detective Inspector Jack Regan.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

HYDE PARK ON HUDSON

HYDE PARK ON HUDSON – Bundesstart 28.02.2013

Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges erwartet Franklin Delano Roosevelt als 32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ganz besondere Gäste auf seinem Landsitz, welcher ausgerechnet Hyde Park genannt wird, am malerischen Flüsschen Hudson. König George VI. aus Großbritannien hat sich mit Gattin Elizabeth zum Staatsbesuch angekündigt. Die Vorbereitungen sind entsprechend turbulent und hektisch, zur Ruhe kommt der Präsident auf dem Landsitz kaum. Da kann etwas Ablenkung durchaus nicht schaden. Zum Beispiel mit der Cousine fünften Grades Daisy, nach welcher Roosevelt schicken lässt. Und dies, obwohl seine Gattin Eleanor ebenso anwesend ist wie seine Geliebte Missy.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

the Oscars went to … – OSCARS 2013

BESTER FILM
„Argo“ Grant Heslov, Ben Affleck and George Clooney, Producers

BESTER ANIMATIONSFILM
„Merida -Brave“ Mark Andrews and Brenda Chapman

HAUPTDARSTELLER
Daniel Day-Lewis in „Lincoln“

HAUPTDARSTELLERIN
Jennifer Lawrence in „Silver Linings Playbook“

NEBENDARSTELLER
Christoph Waltz in „Django Unchained“

NEBENDARSTELLERIN
Anne Hathaway in „Les Misérables“

REGIE
„Life of Pi“ Ang Lee

KAMERA – BILDGESTALTUNG
„Life of Pi“ Claudio Miranda

BILDSCHNITT
„Argo“ William Goldenberg

ORIGINAL DREHBUCH
„Django Unchained“ Written by Quentin Tarantino

ADAPTIERTES DREHBUCH
„Argo“ Screenplay by Chris Terrio

ORIGINAL MUSIK
„Life of Pi“ Mychael Danna

ORIGINAL SONG
„Skyfall“ from „Skyfall“ – Music and Lyric by Adele Adkins and Paul Epworth

NICHT ENGLISCHSPRACHIGER FILM
„Liebe – Amour“ Austria

PRODUKTIONSDESIGN
„Lincoln“ Production Design: Rick Carter; Set Decoration: Jim Erickson

KOSTÜME
„Anna Karenina“ Jacqueline Durran

MAKEUP
„Les Misérables“ – Lisa Westcott and Julie Dartnell

TONMISCHUNG
„Les Misérables“ – Andy Nelson, Mark Paterson and Simon Hayes

TONEFFEKTE
„Skyfall“ Per Hallberg and Karen Baker Landers
„Zero Dark Thirty“ Paul N.J. Ottosson

VISUELLE EFFEKTE
„Life of Pi“   Bill Westenhofer, Guillaume Rocheron, Erik-Jan De Boer and Donald R. Elliott

ANIMIERTER KURZFILM
„Paperman“ John Kahrs

LIVE ACTION KURZFILM
„Curfew“ Shawn Christensen

DOKUMENTATION LANGFILM
„Searching for Sugar Man“

DOKUMENTATION KURZFILM
„Inocente“ – Sean Fine and Andrea Nix Fine

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Rund ums Kino | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

THE RAZZIES 2013

Leider übersieht man sie immer wieder jedes Jahr. Die RAZZIE-AWARDS, die 1980 als notwendiger Gegenpol zu den unüberschaubaren Preisverleihungen ins Leben gerufen wurden. Nicht in irgendeinem hochtrabenden Ballsaal, sondern im Continental Breakfast Room des Holiday Inn wurden sie nun im Schatten der Oscars erneut verliehen.

Die 657 Stimmberechtigten aus 47 US- Staaten und 19 anderen Ländern scheinen keine Sympathie für den abschließenden Teil der TWILIGHT-SAGA gehegt zu haben. Von elf Nominierungen konnte BREAKING DAWN #2 immerhin 7 Preise holen. Das liegt nur knapp hinter Adam Sandlers JILL & JACK, der im vorangegangenen Jahr in allen Kategorien gewonnen hat. Dafür hat Adam Sandler im zweiten Jahr in Folge den Schlechtesten Hauptdarsteller bekommen.

Besonders witzig sind die Razzies immer dann, wenn sie Nominierungen oder Gewinner haben, die auch hoch auf Oscar-Kurs laufen, was dieses Jahr leider ausblieb. Besondere Vorfälle gab es keine. Zuletzt hatte 2009 Sandra Bullock ihre Auszeichnung als „Schlechteste Hauptdarstellerin“ für ALL ABOUT STEVE persönlich entgegengenommen. Ein atemberaubender Auftritt.

SCHLECHTESTER FILM
Battleship
Oogieloves in the Big Balloon Adventure
That’s My Boy!
A Thousand Words
Twilight Saga: Breaking Dawn Part 2

SCHLECHTESTE HAUPTDARSTELLERIN
Katherine Heigl – One For The Money
Milla Jovovich – Resident Evil #5: Retribution
Tyler Perry (In Drag) – Madea’s Witless Protection
Kristen Stewart – Snow White and The Huntsman & Twilight S.B.D. #2
Barbra Streisand – Guilt Trip

SCHLECHTETSTER HAUPTDARSTELLER
Nicolas Cage – Ghost Rider 2: Spirit of Vengeance & Seeking Justice
Eddie Murphy – A Thousand Words
Robert Pattinson -Twilight S.B.D. #2
Tyler Perry (Not in Drag) – Alex Cross & Tyler Perry’s Good Deeds
Adam Sandler – That’s My Boy!

SCHLECHTESTE NEBENDARSTELLERIN
Jessica Biel – Playing For Keeps & Total Recall
Brooklyn Decker – Battleship & What To Expect When You’re Expecting
Ashley Green – Twilight S.B.D. #2
Jennifer Lopez – What to Expect When You’re Expecting
Rihanna – Battleship

SCHLECHTESTER NEBENDARSTELLER
David Hasselhoff (as „Himself“) – Pirannha 3-DD
Taylor Lautner – Twilight S.B.D. #2
Liam Neeson – Battleship & Wrath of the Titans
Nick Swardson – That’s My Boy
Vanilla Ice (as „Himself“) – That’s My Boy

SCHLECHTESTE REGIE
Sean Anders – That’s My Boy
Peter Berg – Battleship
Bill Condon – Twilight S.B.D. #2
Tyler Perry – Good Deeds & Madea’s Witless Protection
John Putch – ATLAS SHRUGGED: PART II

SCHLECHTESTE FILMPAARUNG
Any Combination of Two Cast Members from „Jersey Shore“
The Three Stooges
Mackenzie Foy  & Taylor Lautner – Twilight: S.B.D. #2
Robert Pattinson & Kristen Stewart – Twilight: S.B.D. #2
Tyler Perry & His Drag Get-Up – Tyler Perry’s Madea’s Witless Protection
Adam Sandler mit Leighton Meester, Andy Samberg oder Susan Sarandon – That’s My Boy

SCHLECHTESTES FILMENSEMBLE
The Entire Cast of – Battleship
The Entire Cast of – Oogieloves inThe Big Balloon Adventure
The Entire Cast of – That’s My Boy
The Entire Cast of – Twilight Saga Breaking Dawn, Part 2
The Entire Cast of – Madea’s Witless Protection

SCHLECHTESTES DREHBUCH
Atlas Shrugged: Part II
Battleship
That’s My Boy! – David Caspe
A Thousand Words
Twilight S.B.D. #2

SCHLECHTESTES REMAKE, SEQUEL oder PLAGIAT
Ghostrider 2: Spirit of Vengeance
Piranha 3-DD
Red Dawn
Twilight Saga: Breaking Dawn Part 2
Tyler Perry’s Madea’s Witless Protection

Veröffentlicht unter Allgemein, Preise & Verleihungen, Rund ums Kino | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

OSCARS 2013 – for your consideration

Wer es sich nicht entgehen lassen will und heute Nacht um 1:30 Uhr bei ProSieben vorbeischauen möchte, könnte eventuell eine kleine Gedankenstütze vertragen. Filme, die auf ABGESCHMINKT besprochen wurden, sind hier noch einmal alphabetisch zusammengefasst.

Viel Spaß beim Stöbern. Und viel Spaß allen, die sich die Freude an der Show nicht nehmen lassen, trotz all der negativen Schlagzeilen der letzten Wochen. Aber Hand aufs Herz, wer, bei klarem Verstand, nimmt diese Verleihung so ernst, wie sie sich selber gibt? Es ist die Show mit dem höchsten Unterhaltungswert in der Branche. Das ist es doch allein, was zählt.

 

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Rund ums Kino | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

THE MASTER ist kein Scheinheiliger

THE MASTER – Bundesstart 21.02.2013

Es geht nie um Schuld und Sühne, nicht um das große Ganze, niemals um Schwarz und Weiß. Wenn Paul Thomas Anderson einen Film macht, dann hat er mit der Komplexität des Individuums zu tun. So exzessiv MAGNOLIA war, so episch sich THERE WILL BE BLOOD ausnahm, was außen herum stattfindet, ist unterstützendes Beiwerk, aber niemals im Fokus. Dann hieß es, Anderson würde einen Film über Kirchengründer L. Ron Hubbard machen, und der protestierende Aufschrei war zu hören, verhielt sich aber im Vergleich zu den Erwartungen sehr minimalistisch. Weltverschwörungstheoretiker werden aber nicht müde zu behaupten, Universal hätte die Finanzierung des Filmes gestoppt, weil Scientology Einfluss genommen hätte. Anderson hingegen, der Scientologies Hubbard unumwunden als Vorlage für seine Hauptfigur angab, offerierte die Dokumentation LET THERE BE LIGHT für seine Inspiration. John Huston drehte diese verstörende Dokumentation von 1944 bis 1946 im Auftrag des Verteidigungsministeriums, um Veteranen mit Posttraumatischem Stress-Syndrom zu dokumentieren. Das Ergebnis war kein Aushängeschild für das Militär. Der Film wurde umgehend aus dem Verkehr gezogen und erst nach beherzten Bemühungen von Vertretern der Filmindustrie 1980 wieder freigegeben.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

WARM BODIES eher lauwarm

WARM BODIES – Bundesstart 21.02.2013

Auch wenn nur zwei der elf Produzenten tatsächlich mit der TWILIGHT-SAGA zu tun hatten, hält die Werbung mit „von den Machern von …“ was sie verspricht. Kameramann Javier Aguirresarobe und Cutterin Nancy Richardson waren auch noch bei TWILIGHT beschäftigt, das verspricht dann auch erhofften Ton und Tempo einer erprobten fünfteiligen Vampirgeschichte mit Herz. Jetzt sind es Zombies, und die Idee dahinter scheint gar nicht so verkehrt. Denn was könnte man anstellen mit einer Geschichte, in der sich ein Untoter und eine Lebende ineinander vergucken? Aber was hat Jonathan Levine daraus gemacht? Selbst die Hauptdarsteller Palmer und Hoult sind erwünschte Duplikate der Twilight-Protagonisten. In vielen Einstellungen von Teresa Palmer kann man glauben Kristen Stewart zu erkennen, und mit den hohen Wangenknochen und tiefliegenden Augen ist Nicholas Hoult ganz der Robert-Pattison-Typ. Isaac Marion hat eine Geschichte geschrieben die sehr lose an Romeo und Julia angelehnt ist, dementsprechend hat Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion Jonathan Levine WARM BODIES auch gemacht. So ist dieser Film für Splatter-Freaks genauso interessant geraden, wie TWILIGHT für Liebhaber des Horrorfilms.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

LES MISÉRABLES dreamed a dream

LES MISÉRABLES – Bundesstart: 21.02.2013

Wenn man sich fragen sollte, wen man mit einer unendlich wiederholten Verfilmung von Victor Hugos Stoff jetzt eigentlich noch in den Kinosessel locken will, dann genügen die ersten Minuten von Tom Hoopers Inszenierung. Ganz offensichtlich wollte der KINGS SPEECH Regisseur einmal von den leisen, aber großen Filmen Abstand gewinnen. Herausgekommen ist ein nur großer Film, ein sehr großer, der Kinofans und Musical-Liebhaber gleichermaßen in den Kinosessel zu locken versteht. Wenn der laxe Vergleich vom „ganz großen Kino“ einmal unbestreitbar zutrifft, dann bei dieser x-ten Verfilmung von Victor Hugos LES MISÉRABLES, das sich als Musical zu den drei meist gespielten und populärsten Bühnenshows der Welt zählen darf.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Vier kurze OSCARS 2013

Hinter ShortsHD verbergen sich die Leute, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem interessierten Cineasten jene Filme näherzubringen, die kaum Aufmerksamkeit erregen, geschweige denn einfach zu sehen sind. John Kahrs PAPERMAN wurde zum Beispiel für den „Besten Kurzfilm“ in der Kategorie Animation für den Oscar nominiert, hatte aber gleichzeitig das Glück, als Vorprogramm für RALPH REICHTS zu laufen. Die restlichen 14 nominierten Kurzfilme in den Kategorien Animation, Live-Action und Dokumentation haben es da etwas schwieriger, wahrgenommen zu werden. ShortsHDs nobles Ansinnen schlägt 2013 etwas fehl, da sie die für den Oscar nominierten Kurzfilme erst fünf Tage vor der Preisverleihung auf verschiedenen Plattformen wie iTunes anbieten. Man darf nicht außer Acht lassen, dass ShortsHD hauptsächlich daran interessiert ist, die besagten Filme als Paket in ordentlichen Filmtheatern zu präsentieren. Allerdings sind Vorführungen in ihrer Anzahl extrem gering und finden laut deren Internetauftritt in Deutschland zum Beispiel überhaupt nicht statt. Wer sich also ernsthaft mit diesen Kategorien auseinandersetzen möchte und keine Möglichkeit hatte, an einer der wenigen international ausgewählten Kinovorführungen teilzunehmen, für den sind diese fünf Tage einfach ein viel zu eng geschnürtes Korsett, um wirklich entspannte Freude daran empfinden zu können.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Fernsehen gesehen, Rund ums Kino | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen