WILLKOMMEN UM ZU BLEIBEN

Mr K a - Courtesy NEUE VISIONENMR. K
– Bundesstart 14.08.2025
– Release 16.01.25 (NDL)

Es beginnt mit einer beeindruckenden Vorführung eines Illusionisten, unser Protagonist. Aber das Publikum im Parkett ist mehr am Essen und an Konversation interessiert. Es ergibt sich, dass jemand diese einführende Sequenz als Metapher einordnet. Filme wie „Mr. K“, ihr ganzer Aufbau, die Figuren, die Dialoge, alles trägt einen vorerst unscheinbaren Teil von Bedeutung. Meistens – aber dann sind es auch keine Filme wie „Mr. K“. Der reisende Illusionist, dessen Name im Film nie genannt wird, will bis zu seinem nächsten Auftritt in einem Hotel nächtigen. Es ist ein ausladender, viktorianischer Prachtbau, der schon bessere Zeit gesehen hat, der den Illusionisten am nächsten Morgen aber nicht mehr gehen lassen will. Tatsächlich macht der Film zuerst den Eindruck des bekannten Horrors von betörenden Orten, aus denen es einfach kein Entrinnen mehr gibt. Was etwas in die Irre führt, denn die Norwegerin Tallulah Hazekamp Schwab macht es ihrem Publikum nicht so einfach.

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BRING HER BACK

Bring Her Back a - (c) SONY PICTURES– Bundesstart 14.08.2025
– Release 29.05.2025 (AUS)

Warum auf neue Pferde setzen? Spanische oder australische Horrorfilme haben schon immer mit neuen Ansätzen die Genrefreunde entzückt. Hier sind es die Australier Danny und Michael Philippou, die zuerst mit ihrem Filmdebut „Talk to me“ einen verdienten Achtungserfolg inszenierten, und jetzt mit demselben Team den künstlerischen Nachfolger „Bring her back“ realisiert haben. Vielleicht will man das Pferd am Laufen halten, bis die unausweichliche Fortsetzung „Talk to me 2“ produziert wird. Und diesen Eindruck macht auch „Bring her back“ – eine experimentelle Fingerübung. Eine Fingerübung in der das Thema von häuslicher Gewalt überraschend gut eingewoben ist, ohne das es als sozialkritischer Wink mit dem Zaunpfahl aufgedrängt wird. Denn es geht um den fast volljährigen Andy und seiner jüngeren, stark sehbehinderten Schwester Piper, die nach dem unvermittelten Tod ihres Vaters eine Pflegefamilie brauchen.

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FREAKIER FRIDAY

Freakier Friday - © 2025 Disney Enterprises– Release 06.08.2025 (world)

27 Jahre nach dem Rollentausch von Jodie Foster und Barbara Harris kam die Neuverfilmung von „Freaky Friday“ in die Kinos. Und ehrlicherweise muss man sagen, die Modernisierung hat dem Stoff richtig gut getan. Wenn jetzt fast auf den Tag 22 Jahre später eine Fortsetzung jenes Remakes ins Kino kommt, muss man ehrlicherweise sagen, dass die Aktualisierung des Stoffes dem Vorgänger nicht im Geringsten gerecht wird. „Freaky Friday“ brachte das Komiktalent von Jamie Lee Curtis endlich richtig zur Geltung, und war der endgültige Anstoß für Lindsay Lohans Qualitäten als Kassengold (was danach mit Lohan geschah entzog sich dem Einfluss des Publikums). „Freaky Friday“ ist ein erstklassiges Schaulaufen an komödiantischer Darstellung und präzisem Timing zweier bemerkenswerter Schauspielerinnen, die eine noch bemerkenswertere Chemie haben. Und 22 Jahre später beweisen sie, dass alles noch da ist.

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Drive-In: DER RASENDE TEUFEL

Drive-In-Fast-Furious

Aus ABGESCHMINKT, Ausgabe August 1960, deutsche Sprachfassung:

Fast and Furious e - (c) AMERICAN RELEASING CORPORATIONTHE FAST AND THE FURIOUS
– Bundesstart 22.07.1960
– Release 15.02.1955 (US)

Der Lastwagenfahrer Frank Webster soll einen anderen Fahrer umgebracht haben. Doch Frank Webster gelingt die Flucht aus dem Gefängnis, bevor er dem Richter vorgeführt werden kann. Der gesamte Staat ist in Aufruhr wegen des geflohenen Mörders. In einem Straßenimbiss wird Webster erkannt, weswegen er die reizende Connie Adair als Geisel nimmt, und mit ihr in ihrem Sportwagen flüchtet. Connie Adair ist Rennfahrerin und wollte an einem Rennen teilnehmen, dessen Strecke auch über die Grenze nach Mexiko gehen soll. Für Frank Webster eine ideale Gelegenheit, dass Rennen als Tarnung zu nutzen und sich dann in Mexiko abzusetzen. Doch da hat die zauberhafte Connie dem adretten Frank bereits den Kopf verdreht. Mittlerweile hat die Polizei Franks Plan von Mexiko durchschaut. Das Rennen wird dennoch gefahren, allerdings von Frank, weil Frauen wegen der Gefährlichkeit der Strecke gesperrt worden sind.

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WEAPONS

Weapons - (c) WARNER BROS Entertainment– Release 06.08.2025 (world)

Erst als „Barbarian“ vor zwei Jahren auf den Filmfesten für Aufruhr sorgte, bemerkte man den Fehler, diesen Horrorstreifen in den meisten Ländern beim Streaming zu verschwenden. Trotz zwei missglückter Komödien, war Zach Creggers dritter Spielfilm nicht nur einfach ein Achtungserfolg, es war der Beweis, mit überholten Versatzstücken doch noch richtig originelles, eigenständiges Kino machen zu können. Jetzt mit „Weapons“ am Start, wirkt „Barbarian“ allerdings tatsächlich nur noch wie eine Fingerübung. Wobei man Creggers Film nicht einmal als perfekt bezeichnen könnte. Doch auf der anderen Seite muss man bei „Weapons“ auch in Betracht ziehen, dass eventuelle Schwächen durchaus als Stilmittel gedacht sein könnten. Denn dieser Film zieht alle Register vom Drama, zum Krimi, über Psychothriller, hin zu wirklich allen Kategorien des Horrorgenres. Jumps Scares, Spannung, Splatter, Gänsehaut, und Zach Cregger weiß wie man alles mit maximalem Effekt mischt.

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fast verpasst: Y2K

Y2K - Courtesy A24– jetzt bei Amazon Prime
– Bundesstart 27.03.2025
– Release 06.12.24 (CDN)

1973 kam AMERICAN GRAFFITI in die Kinos. Die Schlagzeile war „Wo warst Du in ’62?“. Teenager und Junge Erwachsene waren mit einem ihnen unverständlichen Krieg groß geworden. Das Land politisch und gesellschaftlich gespalten. Da zeigt der junge Filmemacher George Lucas seinem Publikum ein Erwachsenwerden, was vor zehn Jahre noch unbeschwert schien, und nur durch persönliche und hormonelle Probleme gestört wurde. Lucas weckt Erinnerungen, hält Spiegel vor, und irgendwie ermahnt er auch. AMERICAN GRAFFITI war eine greifbare Nostalgie. Und für ein Publikum das noch vor 1985 auf die Welt gekommen ist, wäre auch Kyle Mooneys Y2K ein noch nachvollziehbarer Rückblick in ein verrücktes Kapitel Menschheitsgeschichte. Dieses Publikum wäre dann aber mindestens 40 Jahre alt, noch innerhalb der demografischen Zielgruppen, aber für diese Art von Film absolut irrelevant für dessen Macher und das produzierende Studio.

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EDITORIAL: Über die nackte Kanone

Naked Gun - © 2025 Paramount PicturesTHE NAKED GUN
– Bundesstart 31.07.2025
– Release 30.07.2025 (IT)

Editor UweDie Ankündigung einer neuen „nackten Kanone“ löste bei mir große Skepsis aus. Und meine Voreingenommenheit wurde nicht enttäuscht. Die verrückten Zeiten des großartigen Leslie Nielsen sind vorbei. Die großartigen Zeiten der verrückten Zucker-Abrahams-Zucker liegen hinter uns. Wozu? Die berechtigte Frage bei jedem Remake, bei jeder Fortsetzung. Wozu? Seinerzeit zauberte die Wayans-Family mit „Scary Movie“ eine unglaublich erfolgreiche Antwort auf „Scream“ in die Kinos. Laut, respektlos, ohne Sinn, aber mit viel Verstand, und unfassbar komisch. Damit war das Thema unverschämter Filmparodien aber auch durch. Nur Aaron Seltzer und Jason Friedberg glaubten auf diesen Zug aufspringen zu müssen, und wollten mit einer ganzen Reihe an Parodien ähnlich erfolgreichen Blödsinn liefern. Auch wenn ihre Filme ungefähr das Vierfache ihres Budgets einspielten, sind es ganz miese Werke. Man kann den Erfolg anderer nicht einfach kopieren. Und erst Recht nicht Zucker-Abrahams-Zucker. Deren Humor traf den Geist einer ganz anderen Zeit, und diese Zeit ist längst vorbei.

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TOGETHER – UNZERTRENNLICH

Together - (c) LEONINE DISTRIBUTION– Bundesstart 31.07.2025
– Release 30.07.2025 (UK)

In Hollywood nennt man sie ehrfürchtig Power Couple. Im Geschäft erfolgreiche, einflussreiche und auch beliebte Paare, wie Alison Brie und Dave Franco. Vielleicht nicht ganz so erfolgreich, oder nicht ganz so einflussreich, dafür sind Brie und Franco äußerst beliebt, allein wegen ihrer borurteilsfreien Haltung auch riskante Projekte anzunehmen. Bei „Together“ hat man also dieses Power Couple, dass irgendwie wie eine Art von eigenem Überbau funktioniert. In real steht dieses seit sieben Jahren glückliche Paar genau zwischen ihrer fiktiven Rolle. Eine Beziehung, in der keiner wirklich zufrieden scheint und die jederzeit scheitern könnte. Doch am Ende sind sie inniger vereint ist als irgendjemand sonst sein könnte – oder wirklich sein möchte. Das Sub-Genre des Body Horror brachte man das erste Mal mit David Cronenberg in Umlauf. Und David Cronenberg muss bei diesem Film Tränen vor Glück vergossen haben. Es gibt extremere Filme mit radikalen und abstoßenden, körperlichen Metamorphosen. Dafür hat „Together“ aber hat seine ganz eigenen, inhaltlichen und künstlerischen Vorzüge.

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VERMIGLIO

Vermiglio - © Piffl Medien– Bundesstart 24.07.2025
– Release 19.09.2024 (ITA)

Vermiglio ist ein kleines Dorf in der italienischen Provinz Trient. Es ist 1944 in der Alpenregion, wenn der Deserteur Pietro in Vermiglio Unterschlupf findet. Es gibt unterschiedliche Meinungen zu einem Deserteur im Allgemeinen, dennoch lässt sich die Dorfgemeinschaft wegen Pietro nicht spalten. Sehr schnell findet Lucia Gefallen an dem adretten Fremden. Lucia ist eine der Töchter von Dorflehrer Cesare. Seine Frau, Lucias Mutter, ist mit Arbeit und der unüberschaubaren Anzahl von Kindern beschäftigt. Und dies definiert auch die Zeit und die Gebirgswelt in Vermiglio. Es ist eine rigoros patriarchische Welt. Es gibt keine Auseinandersetzungen in der Familie, keinen Streit in der Gemeinschaft. Alle kennen ihren Platz im Gefüge. Das ist aber nicht das Bedrückendste in Maura Delperos viertem Spielfilm. Es ist die Ruhe die damit einhergeht. Eine bedrückende Ruhe. Und die Filmemacherin, mit tiefen Wurzeln in der gezeigten Region, inszeniert ihren Film auch auf dieser Ruhe.

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MEMOIREN EINER SCHNECKE

Memoir of a Snail - (c) CAPELIGHT PICTURESMEMOIR OF A SNAIL
– Bundesstart 24.07.2025
– Release 17.10.2024 (AUS)

„Das Leben kann nur rückblickend verstanden werden, wir müssen es jedoch vorwärts leben“, sagt die lebenslustige und altersweise Pinky, die einzige Freundin die Grace Pudels hat. Die einzige menschliche Freundin. Denn es gibt noch Sylvia, die Schnecke. Eine sehr gute Zuhörerin in Anbetracht ihrer Erscheinung. Grace liebt Schnecken, und gleich alles schneckenförmig mit. Es ist Sylvia, die von Grace ihre Lebensgeschichte erzählt bekommt. Wir im Auditorium erleben das nur zufällig. Und wer die Filme des Australiers Adam Elliot kennt, kann sich ungefähr vorstellen, was wir erleben werden. Es ist melancholisch, es ist traurig, es ist düster, es ist pessimistisch, es schmerzt. Im Gegenzug ist es witzig, ironisch, voller Optimismus und unglaublich lebensbejahend. Ja, so sind die „Memoiren einer Schnecke“ tatsächlich.

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FANTASTIC FOUR: First Steps

Fantastic 4 - © 20th CENTURY STUDIOS - © MARVEL– Release 24.07.2025 (world)

Ich lehne mich jetzt einmal ganz weit in die Sphären von Nerds und Fanpeople: Dieser Film ist das Beste was dem Marvel Cinematic Universe passieren konnte. Punkt.
„The Fantastic Four: First Steps“ ist bestimmt nicht der beste Film in der Reihe von 37, aber er bringt zurück, was Marvel lange vermissen ließ. Auf dieser Seite war bereits zu „Thunderbolts*“, a.k.a. „The New Avengers“, zu lesen, dass dieser einem das Gefühl gibt, als würde man (The Old) „Avengers“ zum ersten Mal sehen. Aber „Fantastic Four“ geht noch einmal einen Schritt weiter, womit nicht der Untertitel gemeint ist. Oh, dieser Film ist weit davon entfernt perfekt zu sein. Aber er macht so einiges, was im fortgeschrittenen Kanon des MCU mittlerweile unmöglich schien, oder die Macher vielleicht sogar gewisse Skrupel davor hatten. Das eine wäre zum Beispiel, dass er ebenso ein vollkommen unbedarftes Publikum  uneingeschränkt unterhalten kann, das andere wäre eine Geburt im Weltraum.

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THE LIFE OF CHUCK

Life Of Chuck a - (c) TOBIS FILM

– Bundesstart 24.07.2025 – Release 05.06.2025 (NLD)

Preview, 14.07.2025, Cineplex Fürth
Es gibt diese Filme, die sind pure Magie. Nichts was man wirklich definieren könnte – oder gar müsste. Sie haben einfach dieses das Herz berührende. „The Life of Chuck“ ist ein Film der zuerst fasziniert, und erst rückblickend seine magische Kraft entfaltet. Mike Flanagan gilt seit den Adaptionen von „Geralds Game“ und „Doctor Sleep“ als Spezialist für Stephen King. Auch wenn diese noch lange nicht die „Green Mile“ und „Shawshank Redemption – Die Verurteilten“ Qualitäten von Frank Darabont haben. Aber mit “ The Life of Chuck“ ist Flanagan auf dieser Höhe angekommen. Noch nie war der Weltuntergang so zauberhaft, wenn in den letzten Stunden der Welt, der ambitionierte Lehrer Marty die Bedeutung seiner Ex-Frau Felicia in seinem Leben wieder entdeckt.

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ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST

I Know WYDLS a - (c) SONY PICTURES– Bundesstart 17.07.2025
– Release 16.07.2025 (BEL)

Die Ironie ist bisweilen sehr ironisch. Ein Jahr bevor Autor Kevin Williamson mit dem großartigen Wes Craven den Slasher-Film mit „Scream“ neu definiert hat, wurde Williamsons Buch für „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ vom Studio rigoros abgelehnt. Das Sub-Genre des Slashers war mit den ganzen uninspirierten Epigonen von Michael Myers, Freddy Krugers und Jason Vorhees übersättigt. Wozu aber Michael. Freddy und Jason in eigenen endlosen Inkarnationen beigetragen haben. Ein Jahr nach dem Sensationserfolg von „Scream“ erschien dann – nicht unerwartet – dann doch „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Die Studios hatten wieder Blut geleckt, und Kevin Williamson war in aller Munde. Doch Hand auf Herz, trotz der Legende und aller Heldenverehrung, muss man sich ehrlich eingestehen, warum Williamson Buch seinerzeit zuerst auf Ablehnung gestoßen war. „Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast“ von 1997, jetzt nur noch „IWWDLSGH“ genannt, ist kein wirklich guter Film.

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VIER MÜTTER FÜR EDWARD

Four Mothers - © Pandora Film / Dexter Films DACFOUR MOTHERS
– Bundesstart 10.07.2025
– Release 04.04.2025 (IRE)

Edward, Mittdreißiger und schwul, hat einen erfolgreichen Roman für Junge Erwachsene geschrieben. Der Verlag möchte ihn auf Promo-Tour durch die Vereinigten Staaten schicken. Edward kann aber Irland nicht verlassen, weil seine Mutter Alma nach einem Schlaganfall auf seine Hilfe angewiesen ist. Sich lautstark äußern kann sich Alma über ihr Tablet mit Sprachfunktion, wobei die Computerstimme Almas ohnehin scharfe und ehrliche Zunge noch um einiges giftiger wirken lässt. Es ist eine vergnügliche, aber auch nachdenklich stimmende Grundlage dieses Films, der sich als Remake der italienischen Komödie „Festmahl im August“ richtig gut emanzipiert hat. In „Festmahl“ war der Aufhänger das Essen, für „Edward“ ist es sein Leben als Homosexueller. Und weil „Vier Mütter für Edward“ in erster Linie eine Komödie ist, wird die LGBTQ-Thematik in Bezug auf Edwards Freunde auch ein klein wenig stereotyp übertrieben. Nur ein klein bisschen.

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DER SALZPFAD

Salt Path - (c) DCM FILMTHE SALT PATH
– Bundesstart 17.07.2025
– Release 01.05.2025 (NL)

DCM-Screener, OV m. d. UT, 26.6.25
Als Raynor Winn ihren zum Bestseller reifenden Roman verfasste, orientierte sie sich an den Notizen, die sie während der Wanderung in den Reiseführer schrieb. Erinnerungen an das Wetter, an die Begegnungen, an die jeweiligen Gedanken. Wie eine Sammlung an Notizen wirkt auch das Drehbuch von Rebecca Lenkiewicz (genial mit „She Said“), die Raynor Winns Roman eine filmische Struktur gegeben hat. Was sich vielleicht zuerst nach einem Fragmentmosaik anhören mag, ist die wahre Stärke in der Erzählung. Für ihr erstes Drama nach einigen Theater-Adaptionen, gibt das Regisseurin Marianne Elliott auch einen angemessenen Spielraum für großes Charakterkino ihrer Figuren. Und diese Figuren sind Raynor und Moth, die ihren Hof und gesamtes Vermögen verloren haben, und mit 40 Pfund Sozialhilfe die Woche die über tausend Kilometer des South West Coast Path wandern.

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