50/50 als 50/50 an Unterhaltung

„Du kannst deine Situation nicht ändern. Das einzige was du ändern kannst, ist die Art damit umzugehen.“
Das ist ein wahrer Satz. Also die Diagnose Krebs ausnutzen und Frauen aufreißen? Das ist geschmacklos, aber es funktioniert. Will Reiser hat es erlebt, und Will Reiser hat überlebt. Mit Hilfe seines Kumpels Seth Rogen. Dieser überzeugte Reiser sofort davon, über das Überleben ein Drehbuch zu verfassen. Herausgekommen ist ein Film, der unterhält, stimmig ist und verdammt gute Schauspieler zeigt. Jeder Darsteller ist nach seinem Typus besetzt, was oftmals gegen die Spannung oder die überraschenden Momente arbeitet, hier allerdings geradezu als gelungen bezeichnet werden muss.

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AMERICAN REUNION als Wiedersehen mit Versatzstücken

Die Klasse von `99 ist erwachsen geworden. Sollte man meinen. 13 Jahre später laufen Jim, Oz, Kevin und auch Finch immer noch in dieselben Peinlichkeitsfallen. Nur nicht Stifler, der nach wie vor selbst so frei von Taktgefühl ist, dass er erhaben und frei von aller Scham alle anderen in die Scheiße reiten kann. Ja, als die Klasse ihren Abschluss machte, war die obszöne Welt noch in Ordnung. Nach Teil 3 von 2003 haben sich in nur 9 Jahren selbst die plattesten Humoresken und der genialste Unsinn für eine Wiederverwertung längst überholt. Jede Generation hat ihr PORKYS. Um die Jahrtausendwende war es AMERICAN PIE. Doch was ist es jetzt? Denn AMERICAN PIE ist mit seiner Zeit nicht gewachsen.

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LOVE wird nicht nur Liebe finden

„Du warst heute nicht allein. Du hast etwas gefühlt, was Tausend andere auch gefühlt haben. Und das war – Liebe.“
Der Monolog zum Schluss ist eine Erklärung, die zu spät kommt. Längst hat sich der Zuschauer verloren in einer irrationalen Bildgewaltigkeit und nur scheinbar unzusammenhängenden Weisheiten. Laut Produzenten sollte man die zwei Alben LOVE 1 und LOVE 2 der Rockband Angels & Airwaves gehört haben, um William Eubanks ambitioniertes Kunstwerk in seiner Gänze zu begreifen. In der Tat macht LOVE, der Film, den Eindruck, als käme man um Erklärhilfen  nicht herum. Trotz seiner poetisch übersteigerten Ansprüche, kann man dennoch LOVE einiges abgewinnen. Zehn Videos wollten Angels & Airwaves für ihr in zwei Teilen erscheinendes Album haben, stattdessen ließ sich die Band dann doch auf das Abenteuer ein, William Eubanks Fantasie eines auf einer Raumstation gestrandeten Mannes zu finanzieren. Mit 500.000 Dollar und großartigen Kulissen in Papas Vorgarten entstand ein Film, der eine Symbiose mit dem Erscheinen des zweiten Album-Teiles eingehen sollte. Der Film als Werbung für die Musik, und umgekehrt.

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MY WEEK WITH MARILYN

Colin Clark stammt aus einer reichen Familie voller strebsamer Karrieristen. Colin sieht in seinem Leben allerdings einen weit tieferen Sinn und beschließt zu arbeiten. Es zieht ihn zum Film, und so reist er 1956 gen London, um Sir Laurence Olivier so lange zu belästigen, bis dieser ihm einen Job gibt. Olivier beginnt gerade die Dreharbeiten zu DER PRINZ UND DIE TÄNZERIN, in dem er nicht nur spielt, sondern gleichzeitig seine erste Komödie umsetzen möchte. Als Assistent des Assistenten der Regie-Assistenz glaubt Colin Clark seinen Traum beim Film erfüllt. Bis die weibliche Hauptdarstellerin aus Amerika eintrifft und es fortan Colins Aufgabe sein wird, diese in Form und bei Laune zu halten. An seiner Aufgabe fast scheiternd, erlebt Colin seine Woche mit Marilyn.

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CHRONICLE

Starttermin 19.04.2012

Es immer so eine Sache, wenn man ein erklärtes Feindbild hat. Dann und wann muss man einfach einen Schritt zurücktreten und leise um Entschuldigung winseln. Das Josh Tranks Film CHRONICLE im Stil eines Found-Footage-Thrillers gedreht wurde, ließ Schlimmes ahnen und beschwor selbstverständlich unverzüglich die altbekannten Vorurteile herauf. Doch die Macher waren schlau und setzten einiges daran, von Anfang an gegen das Vorurteil anzufilmen. Zum einen lassen sie die die Kamera haltenden Protagonisten wissen, was sie tun, und nicht ständig panisch durch die Gegend hetzen, und schließlich nutzen sie eine aus der Handlung heraus entstandene Situation, um sogar sehr Steady-Cam-gleiche Bilder zu generieren. Plötzlich und unerwartet kann dann ein Film doch Spaß machen. Wenn man nur etwas intensiver am eigentlichen Ziel der Geschichte gearbeitet hätte.

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BATTLESHIP versenkt sich selbst

„I’ve got a bad feeling about this“. Die legendäre Harrison-Ford-Phrase ist immer wieder einen Auftritt wert. Wie der Wilhelm-Scream hallt der alte Han-Solo-Spruch als aufrichtige Verbeugung immer wieder durch die Mainstream-Kinos. Selbst wenn eigentlich Luke Skywalker den Spruch in EPISODE IV zuerst beanspruchte. Wobei George Lucas diesen Satz auch nur aus 2001: A SPACE ODYSSEY zitiert haben könnte. Das nur nebenbei, weil es über BATTLESHIP sowieso nicht viel zu sagen gibt.

Wenn bei BATTLESHIP der Satz fällt, jemand habe ein sehr ungutes Gefühl bei der Sache, nachdem eine offensichtlich außerirdische Macht zwei Kriegsschiffe in ordentlichen Explosionen in nichts aufgelöst hat, dann ist das bezeichnend für das, was der Film für den Zuschauer bereithalten wird. Als Disney PIRATES OF THE CARIBBEAN ohne jeden Bezug zu der beliebten Fahr-Attraktion aus Disneyland machte, hat das auch funktioniert. Bei BATTLESHIP gab es wenigstens noch vier karierte Blätter und zwei Bleistifte als Vorlage, und das machte das Projekt letztendlich zu einer enorm spannenden Sache. Im Übrigen auch die einzig spannende Frage während des Film überhaupt, ob es das alte Kritzel-Spiel in seiner ursprünglichen Form mit auf die Leinwand geschafft hat. Der Rest ist voraussehbares Effekte-Kino, nach allen Regeln aller bekannten und bereits x-fach abgelutschten Invasionsfilme.

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Martha Marcy May Marlene

Postkarten-Idylle. Grünes Farmland. Männer und Frauen, die versonnen und schweigend ihrer Arbeit nachgehen. Kinder spielen. Doch nach und nach werden die Bilder merkwürdiger, die Szenerie wirkt seltsam. Nach dem Tagwerk essen die wenigen Männer alleine, die vielen Frauen verzehren danach die Reste. Vermutungen, die dem Zuschauer nur anhand von Bildern kommen, möchte man aufs erste nicht akzeptieren. Zu ruhig, zu friedlich wirken die statischen Bilder. In den frühen Morgenstunden tritt Marcy May aus dem Haus, unsicher, ängstlich. Mit einem Kameraschwenk kommt Bewegung in den Film, als Marcy May über die Straße geht. Und schließlich hastet die Kamera subjektiv hinter ihr her, als sie versucht, durch den Wald vom Hof zu fliehen. Für den Rest des Films wird der Hof aber immer bei Marcy May bleiben, auch wenn sie wieder zu Martha wird, wenn ihre Schwester sie bei sich aufnimmt.

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THE GREY

Es ist eine harte Welt dort draußen. Irgendwo im Nirgendwo von Alaska gibt es diesen Mikrokosmos einer Öl-Raffinerie. Eine Welt für sich, in der es gerade nach Feierabend sehr rau und brutal zugehen kann. Es sind harte Männer, die sich in Fünf-Wochen-Schichten aufarbeiten. Die Frage nach den Alpha-Männchen wird schnell, hart und unter dem Jubel der Kollegen ausgetragen. Joe Carnahan zeigt diese Welt mehr im Hintergrund, widmet ihr scheinbar nur wenig Aufmerksamkeit. Er möchte sich mehr auf das Innenleben der Figuren konzentrieren. Und mit dem sieht es nicht sehr gut aus, wie man an den Gedanken von Ottway hören kann, dem Mann mit dem Gewehr, der Arbeiter auf dem freien Feld vor Bären und Wölfen schützt. Dieser Ottway ist ein gebrochener Mann, inmitten dieser Welt, die nur scheinbar jeglicher Zivilisation fern scheint. Unvermittelt stehen acht dieser harten Kerle auf freier Wildbahn und kämpfen um ihr Leben. Sie kämpfen gegen die Natur und erfahren, was ein fehlender Kontakt zur Zivilisation tatsächlich bedeutet.

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SPIEGLEIN, SPIEGLEIN mit blinden Flecken

Am Anfang erzählt die böse Königin, dass dies ihre Geschichte wäre und nicht die von Schneewittchen. Am Ende muss sie in ihrer lakonisch trockenen Art zugeben, dass es jetzt doch die Geschichte von Schneewittchen geworden ist. Ja, wird da der Zuschauer mit einstimmen, leider. MIRROR MIRROR ist ein Film mit Julia Roberts, und es ist ein Film, der auf Julia Roberts zugeschnitten ist. Sie ist nicht nur der perfekte Werbeträger, sondern prägt das märchenhafte Abenteuer. Wer nicht wegen der Neuinterpretation eines Märchenklassikers ins Kino geht, der kommt, weil er Julia Roberts als böse Königin sehen will. Und dafür wird er belohnt.

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Ohne Zorn in ZORN DER TITANEN

Die Besprechung zu Teil 1 KAMPF DER TITANEN findest Du hier.

Da reitet er wieder. Perseus – Halbgott, Fischer, Witwer und Vater. Seit zwei Jahren nicht mehr beim Barbier gewesen, dafür immer noch von kämpferischer Natur. Es mutet verwegen an, was sich die Produzenten mit einer Fortsetzung da erdacht haben. Das von Kritik und Fan-Gemeinschaft nicht sehr gut angenommene Remake des 1981 entstandenen Klassikers hat trotz allem stattliche 500 Millionen Dollar weltweit eingespielt. Aber eine nicht zu ertragende 3-D-Konvertierung und die hölzerne Umsetzung aller technischen und darstellerischen Künste, machten KAMPF DER TITANEN zu einem nicht sehr beliebten Film. Doch gewiefte Produzentenaugen schielen immer zuerst auf die Zahlen, und dann auf die Möglichkeiten. Und die griechische Mythologie steckt voll unzähliger Möglichkeiten. Wie um allen damaligen Kritikern eine Nase zu drehen, kommt keine zwei Jahre nach einem künstlerischen Flop eine noch aufwendigere Fortsetzung, mit denselben Darstellern, über dieselben Charaktere, und erst recht in 3-D. Und kaum zu glauben, aber man hat sich die allgemeinen Vorwürfe nicht nur zu Herzen genommen, sondern tatsächlich aus den eigenen Fehlern gelernt.

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KAMPF DER TITANEN

Diese Besprechung erschien bereits am 21. April 2010 im ZAUBERSPIEGEL

Wiederverwerten, ausschlachten, umgestalten, interpretieren. Es ist nicht der schnelle Dollar, den man in Hollywood mit einer Menge Filme sucht. Es ist eine Menge Dollars, die man mit einem schnellen Film machen kann. Wo Fahr-Attraktionen von Disney und Blatt-und-Bleistift-Spiele wie SCHIFFE VERSENKEN den Weg auf die Leinwand finden, musste die Odyssee der Einfallslosen zwangsläufig an KAMPF DER TITANEN vorbeiführen.
Desmond Davies’ Mythen- und Sandalenopus von 1981 scheint, vom augenblicklichen Status Quo der Unterhaltungsindustrie her gesehen, eines der wenigen vernünftigen Opfer zu sein, denen ein Recycling gut stehen würde.

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DIE FRAU IN SCHWARZ trifft ins Schwarze

Die Hammer-Film-Produktionen hatten zweifellos ihre Hochphase Mitte der Sechziger, mit einem kurzen Abstecher in die Siebziger des letzten Jahrtausends. Dann wurde es sehr, sehr ruhig. Bis sich Hammer 2010 wieder mehr ins Gespräch brachte, als das Remake LET ME IN produziert wurde. Ein Vampir-Film. Doch erst was James Watkins mit seiner zweiten Regiearbeit ablieferte, als er Susan Hills WOMAN IN BLACK verfilmte, lässt den Geist der besten Jahre von Hammer wieder aufleben.

1916 wird der verwitwete Anwalt Arthur Kipps nach Crythin Gifford beordert, um dort den Nachlass der verstorbenen Alice Drablow zu verwalten. Kipps wird nicht sehr herzlich aufgenommen in Crythin Gifford, wo sich Kinder immer wieder auf unerklärliche Weise selbst das Leben nehmen. Auf dem Anwesen Eel Marsh House kann Kipps nach und nach das Geheimnis um die Zusammenhänge der verstorbenen Kinder, des Dorfes und der Geschichte um Alice Drablow lüften. Nächte, die Arthur Kipps nie wieder vergessen wird, und für die er letztendlich einen hohen Preis bezahlen wird.

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Fantasy Filmfest Nights 2012

Besser spät wie nie. Wenigstens bekommen die Nürnberger und Kölner von dieser Seite aus noch eine Chance:

Cinecitta‘
Gewerbemuseumsplatz 3
90403 Nürnberg
SAMSTAG 31 MÄRZ
14.00 [REC]³ GENESIS
16.00 rosewood lane
18.00 SLEEP TIGHT
20.00 Chronicle
22.00 The theatre bizarre
SONNTAG 01 April
13.00 the prodigies 3D
15.00 LOVE
17.00 LIVID
19.00 we need to talk abot Kevin
21.15 Juan of the Dead

CINEDOM
Im Mediapark 1
50670 Köln
SAMSTAG 31 MÄRZ
14.00 rosewood lane
16.00 the prodigies 3D
18.00 SLEEP TIGHT
20.15 CHronicle
22.15 Juan of the dead

SONNTAG 01 April
13.00 we need to talk ABOUT KEVIN
15.15 LIVID
17.15 LOVE
19.30 [REC]³ GENESIS
21.30 The theatre bizarre

 

Nach dem Nürnberger Wochenende sprechen wir hier nicht nur über Kevin, sondern auch die Chronicles und Juan of the Dead, oder auch Rosewood Lane.

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DIE TRIBUTE VON PANEM fordern ihre Tribute

Besprechung am 27.03.2012 um 14 Uhr überarbeitet.

Wer die TRIBUTE VON PANEM gelesen hat, kommt an dieser werkgetreuen Verfilmung nicht vorbei. Vorausgesetzt, Suzanne Collins finstere Trilogie hat den Nerv des Lesers wie eine Bogensehne auf Spannung gehalten. Nicht nur STATE-OF-PLAY-Umsetzer Billy Ray hat an den etwas über 400 Seiten gearbeitet, sondern Regisseur Gary Ross gleich mit. Und weil Adaptionen von geliebten Büchern immer eine heikle Sache sind, wurde der Name von Autorin Suzanne Collins für dieses Spiel gleich mit aus der Lostrommel gezogen. Drei Namen, die wissen müssten, was sie tun. Drei Namen, die den heiklen Auftrag einer Adaption sehr ernst nahmen. Es ist eine werkgetreue Verfilmung. Aber es ist kein wirklich guter Film geworden. Was im gedruckten Wort funktioniert, kann in einer bildlichen Umsetzung nicht immer dasselbe Ziel treffen. DIE TRIBUTE scheitern nicht, reduzieren sich aber zu einem gewöhnlichen Film für den Massenmarkt.

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TAKE SHELTER darf sich nicht verstecken

Michael Shannon als einen gutmütigen, einfühlsamen Familienvater zu besetzen, der langsam den Verstand verliert, scheint auf den ersten Blick eine ähnlich gelagerte Fehlentscheidung zu sein, wie Jack Nicholson in SHINING zu Beginn als nicht verrückten Daddy zeigen zu wollen. Aber Shannons äußere Erscheinung wird dank seines eindringlichen Spiels und der hervorragenden Charakterisierung der Figur zu einer weiteren Ebene in seiner Dualität zwischen Rationalität und Phobie. Den bleibenden Eindruck, den Shannon in REVOLUTIONARY ROAD mit seinen sehr kurzen Auftritten hinterließ, braucht man hier nicht zu fürchten, auch wenn es die Geschichte immerfort möglich machen könnte.

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