DRITTE PERSON

THIRD PERSON – Bundesstart 04.12.2014

Third-Person-1, Copyright  Sony Pictures ReleasingPaul Haggis wird noch viele Filme machen und schreiben müssen, bis ihn die Welt nicht immer nur mit L.A. CRASH in Verbindung bringen wird. Immerhin ersann er nicht nur die Neugeburt des britischen Agenten Bond, sondern schrieb für Clint Eastwood auch den genialen Zweiteiler der Schlacht um Iwo Jima. Kaum ein Autor ist so vielfältig unterwegs wie Paul Haggis. Serien für die er schrieb und schreibt umfassen alle Genres, und kaum ein Schreiber gelingt die Umstellung vom Heimkino zur großen Leinwand so radikal konsequent. Doch Paul Haggis wird weiterhin der Mann bleiben, der L.A. CRASH gemacht hat. Und sein fünfter Kinofilm als Regisseur wird das Publikum nicht unbedingt davon abbringen. DRITTE PERSON ist ein sehr eigener Film, der es den Zuschauern alles andere als leicht macht. Drei Paare bewegen sich durch die Handlung. Die in Paris machen den ausgelassenen Eindruck von frisch Verliebten. Das Paar in Rom lernt sich erst kennen, umkreisen sich dabei verunsichert und misstrauisch. Während es für die Zwei in New York keinerlei Hoffnung mehr zu geben scheint, die offensichtlich heillos zerstritten sind. Was die Paare letztendlich miteinander verbindet bleibt lange Zeit unklar. Bis eine Notizblatt, in einem New Yorker Hotel geschrieben, von einem Schreibtisch in Paris genommen, und weggeworfen wird, um schließlich von einer Putzfrau in New York im Abfalleimer gefunden zu werden.

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MAGIC IN THE MOONLIGHT

MAGIC IN THE MOONLIGHT – Bundesstart 04.12.14

Magic-Moonlight-1,  Copyright Warner Bros.Seit 1966 hat Woody Allen in fünf seiner Schaffensjahren keinen Film heraus gebracht. Das mag nach einem Skandal klingen, allerdings gab es genauso viele Jahre, wo er zwei Filme inszenierte. Unverschämt ist aber, dass er selbst mit fast achtzig Jahren nicht die Energie für diese Leistung zu verlieren scheint. Schließlich sind seine Filme keine mit Handkamera gefilmten Familientreffen. Im Gegenteil, meistens sogar opulent ausgestattete Reisen in der Zeit. RADIO DAYS, PURPLE ROSE OF CAIRO, oder MIDNIGHT IN PARIS. Natürlich macht Woody Allen seine Filme nicht alleine, aber ein sehenswerter Film braucht ein gutes Drehbuch und eine sichere Inszenierung. Mit ungeminderter Energie stemmt Allen dies Jahr für Jahr. Manchmal überragend, manchmal ernüchternd. Mal ist es Komödie, mal Romanze, mal eine gute Mischung daraus. Er kann spannende Krimis, und nachdenklich stimmende Dramen. Nur von absurden Albernheiten, die einst seine Karriere begründeten, hat er schon einige Zeit Abstand gehalten. MAGIC IN THE MOONLIGHT spielt 1928, und geizt ebenfalls nicht an Kostüm und Ausstattung. Eine Zeit, die es dem Filmautoren angetan hat, wie er stets mit den alten Jazz-Stücken aus jener Zeit unterstreicht, selbst wenn der Film im Heute spielt.

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THE DROP – BARGELD

THE DROP – Bundesstart 04.12.2014

Drop-Bargeld-1, Copyright  20th Century Fox of GermanyMoney Drops, so klärt uns der Erzähler gleich zu Anfang auf, sind zum Beispiel Kneipen, in denen die erpressten Schutzgelder einer bestimmten Nacht aus den verschiedenen Bezirken abgegeben werden, von wo aus das Geld schließlich  im Gesamten an die Mafia weiter geleitet wird. Die Bar von Marvin war einst sein ganzer Stolz, ist es irgendwie noch, doch nun ist sie in den Händen der tschetschenischen Mafia. Sie heißt „Cousin Marv’s“, und trägt somit seinen Namen, ist aber eigentlich eine Ehrerbietung an Cousin Bob. Später im Film werden wir erfahren warum diese Beziehung nicht einfach nur wichtig, sondern auch bindend ist. Und damit erfahren wir auch, wie es zu dem sich entwickelnden Drama kommen konnte. Denn THE DROP ist nicht der zu erwartende Action-Film, oder etwas ein psychologisches Drama. Vielleicht ist er eine gute Mischung von beidem, auf alle Fälle eine sehr eindringliche Gangster-Ballade. Ein Heldenlied im Gangstermilieu. Marv und Bob sind eigentlich keine Gangster, aber ihr Leben wird von solchen bestimmt. Sie fügen sich, als wäre es das Normalste. Und so sollte es auch sein, weil alles andere aussichtslos wäre. Es sei denn eine Grenze wird überschritten. Es sei denn, etwas tritt in dein Leben, die alle bisherigen Gegebenheiten auf den Kopf stellen.

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KILL THE BOSS 2

HORRIBLE BOSSES 2 – Bundesstart 20.11.2014

Horrible Bosses-2 2, Copyright Warner Bros.Besprechung zu Teil Eins, hier klicken

Endlich der eigene Chef. Nick, Kurt und Dale haben sich befreit. Ein Chef tot, der andere im Gefängnis, die nächste aus dem Leben. Und damit ihnen das nicht noch einmal geschieht, gründen sie einfach eine eigene Firma, mit dem Namen ihrer eigenen Vornamen, was sich schnell ausgesprochen irgendwie nach Niggertale anhört, und weniger verkaufsfördernd sein könnte. Die erste Sequenz spielt gleich in einem Fernsehstudio, wo die Drei ihr Start-Up vorstellen dürfen. Natürlich endet die Sendung mit grotesken Peinlichkeiten, der geneigte Zuschauer weiß also, dass der zweite Film halten wird, was der erste Teil versprochen hat. Und die Quereinsteiger wissen umgehend, was sie erwarten dürfen. Seth Gordon hat die Regie an Sean Anders abgegeben, doch am Ton hat sich nicht viel verändert. Vielleicht das er etwas rauer geworden ist. Sean Anders hat mit Sudeikis und Aniston zuvor WE’RE THE MILLERS gedreht, und diese daraus resultierende Vertrautheit kann gerade bei einer Komödie ungemein helfen. Besonders bei einer Raunchy-Comedy, für die es leider noch keinen angemessenen deutschen Ausdruck gibt. Eine anzügliche Komödie vielleicht, wobei für HORRIBLE BOSSES 2 das Wort vulgär angebrachter wäre.

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ICH. DARF. NICHT. SCHLAFEN.

BEFORE I GO TO SLEEP – Bundesstart 13.11.2014

Before-I-Sleep-1, Copyright Copyright Splendid Film / Sony Pictures ReleasingJeden Morgen wenn Christine erwacht, beginnt ihr Leben von vorne. Eine Vierzigjährige, die glaubt in der Nacht zuvor als Zwanzigjährige ins Bett gegangen zu sein. Und jeden Morgen erzählt Ehemann Ben von ihrem schrecklichen Unfall, bei der sie eine psychogene Amnesie erlitten hat. Seit vierzehn Jahren erwacht Christine jeden einzelnen Tag ohne jede Erinnerung an die Geschehnisse vom Vortag. Hochzeitsbilder von ihr und Ben hängen im Badezimmer, um eventuell aufkeimende Erinnerungen zu unterstützen. Schränke und Kommoden sind mit Post-Its beklebt, damit sich Christine im Haus zurecht findet. Für Christine geschieht das alles immer zum ersten Mal, aber für Ben ist es eine schmerzhaft endlose Schleife an Wiederholungen. Aber dass dieser Film kein Drama, sondern Psychothriller sein wird, weiß man spätestens seit dem Beginn des Marketings von ICH DARF NICHT SCHLAFEN.

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Auf DVD / BluRay: DAS FINSTERE TAL

„Die Frei­heit ist ein Ge­schenk, das sich nicht je­der gern ma­chen lässt.“ – Luzi

Finstere-Tal-1, Copyright X Ver­leih AGIr­gend­wann, als neu­lich der deut­sche Film­preis ver­lie­hen wurde, hat auch DAS FINS­TERE TAL Preise ein­ge­heimst, wurde so­gar als der große Sie­ger ver­kauft. Ich muss ehr­lich zu­ge­ben, dass mich der Deut­sche Film­preis nicht die Bohne in­ter­es­siert, denn üb­li­cher­weise wer­den ir­gend­wel­che Geschichtsbewältigungs-Dramen aus­ge­zeich­net, oder höchst un­wit­zige Ko­mö­dien. In dem Be­richt, den ich zu­fäl­lig dar­über im Fern­se­hen sah (un­ter an­de­rem des­we­gen ein Zu­fall, weil ich TV ei­gent­lich nur noch vom Weg­se­hen kenne), war aber auch ein kur­zer Trai­ler ent­hal­ten, mehr ein Tea­ser. Das sah tat­säch­lich in­ter­es­sant aus — und dann mehr­ten sich die Stim­men, die DAS FINS­TERE TAL als »Al­pen­wes­tern« be­zeich­ne­ten, gar als »Genre-Film«. Und so­was in deut­scher Spra­che (es ist eine österreichisch-deutsche Ko­pro­duk­tion)? Ich war nun nicht so heiß dar­auf, mir den im Kino an­zu­se­hen, als der Preis für die Blu­Ray al­ler­dings kürz­lich im An­ge­bot un­ter zehn Euro fiel, wollte ich dann doch mal ei­nen Blick ris­kie­ren, um fest­zu­stel­len, ob die eu­pho­risch klin­gen­den Kri­ti­ken ge­recht­fer­tigt sind.

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THE ZERO THEOREM

THE ZERO THEOREM – Bundesstart 27.11.2014

Die Besprechung basiert auf der amerikanischen BluRay-Fassung

Zero-Theorem-1, Copyright Copyright Concorde FilmverleihWenn Terry Gilliam einen Film dreht, dann hat man was zu erzählen. Auch weil Gilliam selber so viel erzählen will. Aber man darf nicht unbedingt Antworten auf die sich häufenden Fragen erwarten. Gilliam ist ein sehr eigenwilliger Regisseur, sicherlich gibt es weit exzentrischere in der Filmlandschaft, doch der Filmemacher ist in diesem illustren Kreis einer der ganz wenigen, die sich direkt an der Grenze von Arthouse- und Mainstream-Publikum entlang bewegen. Cronenberg wäre vielleicht noch einer dieser Namen. Wenn Terry Gilliam einen Film dreht, dann ist dieser etwas Besonderes. Das kann gleichermaßen positiv wie negativ ausgelegt werden. Zerlegt man diese Filme in ihre einzelnen Bestandteile, ist es am wahrscheinlichsten, dass sich positiv und negativ die Waage halten. Bei ZERO THEOREM wäre das zum Beispiel eine sehr gute Schauspielerin, die eine sehr schlecht inszenierte Figur spielen muss. Oder das Nicola Pecorini mit einer tadelloser Kameraführung überzeugt, die Ausstattung allerdings viel zu überladen und chaotisch ist. Wenn Terry Gilliam einen Film dreht, dann ist er der einzige, der eine schreiend bunte Welt, richtig deprimierend wirken lässt.

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NIGHTCRAWLER – Jede Nacht hat ihren Preis

NIGHTCRAWLER – 13.11.2014

Nightcrawler-1, Copyright Concorde FilmverleihAutor und Regisseur Dan Gilroy nimmt sich eines nicht sehr einfachen Themas an, und hat damit Erfolg, weil er dabei die Medienwelt sehr direkt angeht. Nur das Gilroy versucht hat, in seine eigentlich brisante Geschichte, so etwas wie Satire einfließen zu lassen. Hin und wieder verwässert diese Absicht leicht die Intensität der Handlung. Und so genial Jake Gyllenhaal spielen mag, überkreuzt sich sein simpler Charakter mit der Kaltschnäuzigkeit seines Tuns. Louis Bloom glaubt an Arbeit, er glaubt an den amerikanischen Traum, davon überzeugt, das Leistung entlohnt wird. Louis Bloom geht dabei sehr blauäugig durch die Welt. Er klaut einen Bauzaun und verkauft diesen an den Chef einer anderen Firma, nur um diesen dann um einen Job anzubetteln. Aber er stellt niemals einen Dieb an, ist die trockene Antwort. Louis Bloom ist ein Charakter, der diese Ablehnung nicht wirklich nachvollziehen kann. Und wenn er gerade nichts zu tun hat, steht Louis an seinem Wohnzimmerfinster, sehr milde lächelnd, und gießt seine Zimmerpflanze. Mehr gibt es aus dem eigentlichen Leben von Louis Bloom nicht zu sehen. Diese eine Ecke im Wohnzimmer, mit dem Fenster, einem Fernseher, einer Couch, und der Topfpflanze. Dan Gilroy reduziert seinen Charakter im Privaten auf das Minimalste, und lässt ihn erst in seiner Profession mit manischem Eifer von der Leine.

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DIE TRIBUTE VON PANEM: Mockingjay Teil 1

THE HUNGER GAMES: Mockingjay – Part 1 – Bundesstart 20.11.2014

Hunger-Games-3-1, Copyright StudioCanalVor zwei Generationen gab es als großes Idol und besten Bogenschützen Robin Hood zu bewundern, eine generationsübergreifende Ikone unter den Heldenentwürfen. So ändern sich eben die Zeiten. Denken die über Vierzigjährigen bei einer Nickelbrille an John Lennon, ist es bei den unter Vierzigjährigen Harry Potter. Harry Potter der Bogenschützen ist jetzt Katniss Everdeen. Und wie Katniss Everdeen in einer brutal hierarchischen Gesellschaft an sich selbst wachsen musste, ist mit ihr eine Jugendbuchverfilmung erwachsen geworden. Ist bei einer Trilogie der Mittelteil das schwächste Glied in der Kette, Ausnahmen gibt es wenige, ist es bei einer Quadrologie unweigerlich der dritte Teil. Er schließt selbst nur an ein offenes Ende an, und entlässt den Zuschauer mit einem offenen Ende. Für Quereinsteiger ein kaum zu bewältigendes Unterfangen. Und für den versierten Kinogänger oftmals ein Ärgernis. Oftmals, aber nicht zwangsläufig auch bei MOCKINGJAY 1. Ein ausgezeichneter Film, dessen finale Fortsetzung allerdings beweisen muss, dass das zweiteilen eines einzelnen Romans gerechtfertigt war.

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KEINE GUTE TAT, doch guter Film

NO GOOD DEED – Bundesstart 20.11.2014

No-Good-Deed-1, Copyright   Sony Pictures ReleasingDer sechsfache Mörder Colin Evans steht nach fünf Jahren Zuchthaus vor dem Bewährungsausschuss, der eine Bewährung allerdings ablehnt. Auf dem Rücktransport kann Colin seinen Wärtern eine Falle stellen, und entkommen. Nicht ohne seine wahres Wesen zu offenbaren. Denn der gutmütig, einfühlsam, schmeichelhaft wirkenden Mann, kann im Handumdrehen seine mörderische Art nach außen kehren. Und dass er dabei wirkliche Freude an seiner Rolle hatte, spürt man förmlich in Idris Albas beeindruckender Charakterisierung der Figur. Doch Alba ist nicht allein Darsteller, sondern er und Co-Darstellerin Taraji B. Henson haben sich gleich als Produzenten verdient gemacht. Ein Posten, dem sich Drehbuchautorin Aimee Lagos gleichfalls gestellt hat. Dieser Thriller ist also ein richtiges Familienprojekt, eine wahre Herzensangelegenheit.

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BÄREN auf guter Fährte

BEARS – Bundesstart 13.11.2014

Bears-1, Walt Disney Studios Motion PicturesDie Abenteuer des wahren Lebens, True Life Adventure. Es ist ein wunderbar betiteltes Sub-Genre, mit dem Disney unter dem Label DisneyNature wieder verstärkt mit Natur-Dokumentationen in die Kinos kommt, was bereits 1948 begonnen hatte. Seit 2007 gab es UNSERE ERDE, IM REICH DER RAUBKATZEN und SCHIMPANSEN, bei denen Alastair Fothergill die Regie mit jeweils einem Partner übernommen hatte.  Nach den RAUBKATZEN ist es bei BÄREN die zweite Zusammenarbeit mit Keith Scholey. Fothergills Dokumentationen sind die finanziell erfolgreichsten Naturfilme in Spielfilmlänge. Man sieht aber auch warum, und deswegen wird sich auch BÄREN in diese Reihe einfügen. In zwei Jahren haben sechzehn Kameraleute Bilder gesammelt und Situationen eingefangen, die oft faszinieren, und viel öfter atemberaubend sind. Man kann sich als Außenstehender überhaupt keine Vorstellung machen, wie die Produktionsbedingungen gewesen sein müssen. Selbst der kleine Exkurs den der Abspann dem Zuschauer als Blick hinter die Kulissen bietet, wirft nur noch mehr Fragen auf, die Keith Scholey selbst beantwortet hat.

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DRIVE-IN: Walter Hills Driver

In unregelmäßigen Abständen werden hier Filme für das Wochenende vorgestellt, die vielleicht die ein oder andere Erinnerung wecken, oder als Inspiration für einen gemütlichen Abend dienen können. Wie der Titel der Reihe schon andeutet, werden hier selten kulturhistorische Filme besprochen, sondern Werke, die ihre Berechtigung dort fanden, wo das Autokino seiner Bestimmung nachging.

Drive-In-Original

DRIVER – Bundesstart 04.01.1979

Sie haben so stilvolle Namen wie Polizist, Spielerin, Verbindung, Zahn, oder Brille. Nur der Driver darf englisch bleiben, weil es sich natürlich cooler anhört. Zwei Jahre später wird Michael Mann den phänomenalen DER EINZELGÄNGER mit Jimmy Caan drehen. Und obwohl da die Protagonisten Namen tragen und der Film eine Handlung hat, kann man erahnen wo Mann die atmosphärischen Inspirationen Driver-1, Copyright 20th Century Foxfür den EINZELGÄNGER empfangen hat. Drei Jahre ließ sich Walter Hill nach seinem Regie-Debut EIN STAHLHARTER MANN Zeit, und erschuf 1979 nicht zwingend ein Meisterwerk, aber einen absolut einzigartigen Film. DRIVER. Mit Ryan O’Neal schien der Film zuerst unbeholfen fehlbesetzt. Das Drehbuch war auch für Steve McQueen geschrieben. Auch hier wird man viele Jahre später einen thematisch sehr ähnlichen, geradezu grandiosen Film von Nicolas Winding Refn sehen. Da wird der Zuschauer von einem gegen sein Image besetzten Ryan Gosling vollkommen überrascht. Lange zuvor hatte Walter Hill das selbe Gespür bei Ryan O’Neal, dessen fest mit LOVE STORY verbundenes Gesicht perfekt mit dem stoisch, gleichgültig wirkenden DRIVER einher geht.

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RUHET IN FRIEDEN

A WALK AMONG THE TOMBSTONES – 13.11.2014

Walk-among-Tombstones-1, Copyright SquareOne Entertainment / Universum Film1991. Drei Gangster überfallen eine Bar, werden aber von Detective Matthew Scudder gestellt, und auf offener Straße erschossen. Der gnadenlose  Einsatz des alkoholkranken Scudder, endet allerdings in einem fürchterlichen Desaster. Diese Einstiegssequenz ist eine der ganz wenigen Action-Szenen, die sich der Film leistet. Er rückt Liam Neeson wieder etwas von seinem Übermensch-Image weg, zum Charakter-Darsteller der er eigentlich ist. Mit TAKEN 3 bereits in Postproduktion, wird der Fan knallharter Action sowieso bald wieder zufrieden gestellt. RUHET IN FRIEDEN begibt sich mehr in die Hände des Thrillers, und gibt noch einen Schuss Drama hinzu. Scott Frank hat hier erst seinen zweiten Spielfilm inszeniert, und das nach sieben Jahren. Da er allerdings das Drehbuch selbst verfasste, macht aus RUHET IN FRIEDEN fasst schon eine sichere Wette. Denn Romanverfilmungen kann Scott Frank, wie MARLEY & ICH schon bewies, und beherrscht auch alle weiteren Genre. Für Kenneth Branagh schrieb er den Thriller DEAD AGAIN, für Spielberg die Zukunftsvision MINORITY REPORT, oder überzeugte mit einem Remake wie FLUG DES PHÖNIX. Einem Menschen wie Scott Frank kann man sich also anvertrauen, auch wenn man vielleicht andere Kost serviert bekommt, als man zuerst annehmen würde.

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DEN HIMMEL GIBTS ECHT

HEAVEN IS FOR REAL – 06.11.2014

Heaven-is-real-1, Copyright Sony Pictures ReleasingNach einer heftigen Lebensmittelvergiftung, befällt den vierjährigen Colton Burpo eine Blinddarmentzündung. Eine Entzündung, die so drastische Ausmaße annimmt, dass die Ärzte am Operationstisch schon alle Hoffnung auf Coltons Überleben aufgeben. Doch wider Erwarten verläuft die Operation bestens, und nach nur wenigen Tagen kann Colton genesen in den Schoß seiner Familie zurück kehren. Das Leben scheint weiter zu gehen. Die Burpos kämpfen mit großen finanziellen Problemen, sind aber dennoch eine zufriedene Familie. Sie haben sich, und sie haben Gott an ihrer Seite. Vater Todd ist der Prediger in der örtlichen Kirche, ein sehr Beliebter dazu, was kann da schon schief gehen. Vielleicht kann es passieren, dass man von Grund auf, seinen Glauben neu ordnen muss. Der Aufbau von Randall Wallace‘ Film, nach dem Bestseller der wahren Geschichte von Colton Burpo, lässt sich sehr viel Zeit. Und was man DEN HIMMEL GIBTS ECHT als Makel von Zeitschinderei und Langatmigkeit vorwerfen könnte, nutzt er eigentlich sehr geschickt, um selbst diejenigen Zuschauer sorgsam an die Hand zu nehmen, die Religion und Glauben kritisch gegenüber stehen. Die Finanzen, die gesamtwirtschaftliche Situation im Mittleren Westen, der heimische Kirchenchor, das sonntägliche Amateur-Baseballspiel, ein Wadenbeinbruch, und nicht zu vergessen die Nierensteine. Wallace zeigt tief im realen Leben verwurzelte Menschen, und der Zuschauer verinnerlicht die Burpos als angenehme, sehr freundliche Menschen, die man sich durchaus nicht nur als Nachbarn, sondern auch als Freunde vorstellen kann.

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DAS GRENZT AN LIEBE

AND SO IT GOES – Bundesstart 06.11.2014

And-so-it-goes-1, Copyright Senator FilmverleihOren Little ist Immobilienhändler, Witwer, und ein furchtbarer Mensch. Er stellt sich mit seinem Wagen so in die Einfahrt, dass die Nachbarn zwangsläufig irgendwo auf der Straße parken müssen. Was er bei einer Beschwerde mit einem Lächeln abtut. Oren brüllt fremde Kinder an, und geigt seiner Nachbarin Leah unverblümt die Meinung. So ist Oren eben, selbstbezogen und rücksichtslos. Er wird von Michael Douglas gespielt, und Diane Keaton spielt Leah. Nichts von dem was folgt, wird wirklich überraschen. Keine plötzlichen Wendungen, kein originelles Spiel mit den Klischees. Und hin und wieder gibt es auch Filme, die damit ohne weiteres durchkommen. DAS GRENZT AN LIEBE ist einer dieser Filme, weil er mit Michael Douglas und Diane Keaton bestens besetzt ist. Und weil Regisseur Rob Reiner zu nutzen versteht, was er an ihnen hat. Ein Mann der so unterschiedliche Filme wie MISERY und HELLO, MR. PRESIDENT, mit einer scheinbaren Leichtigkeit auf den Punkt inszenieren konnte, die dem Zuschauer schiere Freude bereitet.

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