– Bundesstart 14.04.2022
Sean Baker hat ein Faible für Menschen die am Rande der Gesellschaft leben. Laut eigener Aussage würde er sich weigern jemals in einem künstlichen Set zu drehen. Der Filmemacher will bei den Dreharbeiten das Gefühl haben, dass seine Geschichten tatsächlich an jenen Orten passiert sein könnten. Das sind reizvolle Worte, die sich bei anderen Parteien stark nach anbiedernder Kunst anhören würden, oder nach der Einsicht, dass ohnehin die Budgets auch in Zukunft zu knapp für aufwendigere Filme sein werden. Aber bei Sean Bakers Themen und filmischer Ästhetik war es zweifellos eine produktive Entscheidung. Wie sonst könnte man diesem aufdringlichen Schwätzer und Betrüger Mikey Davies seine Geschichte auch sonst abkaufen, ohne dass sie lächerlich werden würde. Dessen 2000 Filme, 6 Preise und 13 Nominierungen als Porno-Darsteller machen in einem Arbeiter-Kaff wie Texas City Eindruck, aber geschenkt bekommt er dafür nichts.














